Typisch Frau! Typisch Mann! Sensibilisieren Sie sich für die Unterschiede bei Mann und Frau

16. November 2010

Trotz der Sachlichkeit am Arbeitsplatz zeigen sich auf subtiler Ebene die Unterschiede im Verhalten der Geschlechter. Frau und Mann agieren und reagieren eben nicht gleich.
 

Typisch Mann - typisch Frau

Und so entsteht schnell eine Schieflage, die Missverständnisse, Demotivation, Konflikte und sogar Kündigungen zur Folge haben. Sensibilisieren Sie sich deshalb für die Unterschiede – damit die Zusammenarbeit in Ihrem Team erfolgreich klappt.

 

Die Emanzipation hat viel in Bewegung gebracht. Endlich wurden gesellschaftliche Regeln, die manches Mal eher Fesseln waren, aufgebrochen. Die Globalisierung mit ihrer Öffnung für andere Welten und Kulturen hat einen zusätzlichen Wandel im Verhalten bewirkt. Dennoch darf und sollte nicht angenommen werden, dass sich die Geschlechter konform und übereinstimmend verhalten. Denn dies ist eine Illusion!

 

Wenn beispielsweise Ihre Mitarbeiterin fast den Tränen nahe das Meeting verlässt, ist zwar das geschlechtsspezifische Verhaltensmuster offensichtlich, nur die Beteiligten (Männer) verstehen es nicht. Es kommt zu Irritationen und auch zu falscher Kompetenzeinschätzung der jeweiligen Personen.

 

Sich als Führungskraft (oder auch als Kollege) für dieses Gender-Verhalten zu sensibilisieren, unterstützt Sie dabei, Sichtweisen, die in Ihrer eigenen Wahrnehmung und Einschätzung entstanden sind, zu korrigieren. Es ist wichtig, diese auch im Team zu erkennen, um so zukünftig die Zusammenarbeit zwischen Ihren Mitarbeitern besser zu koordinieren.

 

 

4Tipps, die Sie bei Ihrer Sensibilisierung beachten sollten:

 

Tipp 1: Abweichungen sind normal

Niemand wird heutzutage nur mit einem Typisch Frau!- oder Typisch Mann!-Verhaltensmuster auftreten. Vielmehr gibt es bei jedem Bereiche, in denen Ihre Mitarbeiterin auch männliche Verhaltensweisen zeigt oder Ihr Mitarbeiter weibliche.

 

Tipp 2: Verständnis erhöhen

Die Übersicht Typisch Frau! Typisch Mann! vermittelt Ihnen notwendige Informationen darüber, wie sich beide Geschlechter verhalten. Erstellen Sie am besten eine Liste Ihrer Mitarbeiter und vermerken Sie, wer welches Verhaltensmuster wann zeigt.

 

Tipp 3: Irritation dienen als Signal

Achten Sie zukünftig auf jegliche Verwunderung, Erstaunen oder Irritation, die das Verhalten Ihres Gegenübers in Ihnen auslöst. Oft steckt dahinter ein geschlechtsspezifisches Verhalten,

  • Wie hat er sich verhalten?
  • Was hat Sie daran verwundert?
  • Welches Verhalten hätten Sie erwartet?
  • Welche Reaktion hätten Sie als korrekt und richtig angesehen?
  • Wie hätte der Mitarbeiter sich verhalten sollen, damit Sie dessen Reaktion verstanden hätten?
  • Ist dies ein Verhalten, dass er öfters zeigt? Zeigen es auch andere des gleichen Geschlechts?
  • Wie bewerten Sie dieses Verhalten?

 



 

Tipp 4: Auswirkungen erkennen

Wie sich Ihr Mitarbeiter verhält, hat immer Auswirkungen darauf, wie Sie ihn sehen, einschätzen und bewerten. Und letztendlich auch ob Sie ihn fördern, coachen und für einen höheren Posten vorschlagen oder befördern.

 

Beispiel:

Weibliche Mitarbeiter stellen in der Regel oft Fragen, um sich so Informationen zu beschaffen oder sich über die Richtigkeit ihres Tuns bzw. Wissens zu vergewissern. Männliche Mitarbeiter werden dagegen kaum oder gar nicht nachfragen, um nicht in die Position des Unterlegenen, Schwächeren oder Inkompetent-Erscheinenden zu gelangen.

 

Hat eine Mitarbeiterin nun einen männlichen Vorgesetzten, wird er wahrscheinlich aufgrund seines eigenen männlichen Verhaltensmusters dazu tendieren, die vielen Fragen als Schwäche und Inkompetenz zu bewerten. Dies hat zur Folge: Er traut ihr weniger zu, überträgt ihr weniger schwierige Aufgaben und wird sie in seiner Mitarbeiterbeurteilung schlechter einschätzen.

 

Hat der Mitarbeiter dagegen eine weibliche Vorgesetzte, kann sein geringes Nachfragen von ihr als Desinteresse, mangelndes Engagement, Ignoranz verstanden werden. Mit der Folge: Dem Mitarbeiter wird unachtsames Arbeiten unterstellt. Er wird durch seine Vorgesetzte stärker kontrolliert und erhält weniger anspruchsvolle Aufgaben.

 

Tipp

Analysieren Sie jetzt, welche Auswirkungen das geschlechtsspezifische Verhalten auf Ihre Führung der einzelnen Mitarbeiter hat.

  • Welche Vor- bzw. Nachteile sind ihm entstanden, weil Sie das Verhalten missverstanden haben?
  • Was können Sie zukünftig konkret an Ihrem Führungsstil ändern, um solche Missverständnisse zu vermeiden?
  • Worauf wollen Sie besonders achten?

 

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