Neue Ideen fördern

18. September 2018

Von Edisons Glühbirne bis zu Apples iPod, jede Innovation auf dem Markt startete als Idee. Unabhängig davon, in welchen aktuellen wirtschaftlichen Situationen ein Unternehmen oder das gesamte Global Village steckt, die kreativen Potenziale der Mitarbeiter zu nutzen, sie gar aktiv anzuzapfen, darauf sollte kein Unternehmen verzichten.

 

Denn es geht nicht allein um die wichtigen Wettbewerbsvorteile. Es geht auch ums Geld: Einsparpotenzial dank neuer Verbesserungsvorschläge.

 

Ideenmanagement auf www.business-netz.com

Allein im Jahre 2007 haben deutsche Unternehmen auf diesem Wege 1,5 Milliarden Euro einsparen können.

Dies ergab eine Umfrage des Deutschen Institutes für Betriebswirtschaft (DIB) unter nur (!) 290 Unternehmen. Damit hatte jedes Unternehmen einen durchschnittlichen Effizienzgewinn von mehr als fünf Millionen Euro erwirtschaftet.

Eine schöne Rendite. Und Steigerungspotenzial ist weiterhin vorhanden, denn laut DIB könnte die deutsche Wirtschaft mehr als 27 Milliarden Euro einsparen, wenn endlich die Ideen der Mitarbeiter konsequent abgefragt und genutzt würden.

 

Nur sieht der Alltag in den Unternehmen leider anders aus. Ideenmanagement scheint nach wie vor ein Fremdwort zu sein. Nicht einmal alle Dax-Konzerne haben entsprechende Strukturen aufgebaut.

Doch gerade solche Strukturen garantieren, dass das wichtige (von Unternehmensseite bisher häufig unterschätzte) Wissen der Mitarbeiter optimal genutzt wird.

 

Im Klartext: es muss einfache Wege zur Einreichung der Ideen geben, beispielsweise das Intranet, und (!) eine schnelle Rückmeldung an den Mitarbeiter muss erfolgen, um Frust und Abbau des kreativen Potenzials zu vermeiden.

Als Anreiz dienen neben den üblichen Prämien Gehaltserhöhungen oder Beförderungen. Etablieren Sie eine Kultur der Kreativität. Es lohnt sich - für beide Seiten.

  



So fördern Sie aktiv Ideen: 5 Schritte

 

Schritt 1: Etablieren Sie eine Kultur der Ideen-Entwicklung

Ziel: Ideen freisetzen und einreichen wird zur „täglichen Routine"

Das Verkünden „Ideen sind erwünscht" muss sich im Berufsalltag niederschlagen. Oft werden mutige, kreative Mitarbeiter sehr schnell verschreckt, weil Ihre Reaktion alles andere als ideenfreundlich war: „Großartige Idee, aber dafür haben wir kein Geld, keine Zeit, keine Mitarbeiter" oder einfach „Dies haben wir schon im letzten Jahr ausprobiert, vor Ihrer Zeit".

Ihr Mitarbeiter wird sich zukünftig hüten, weitere Ideen vorzutragen. Die eine Abfuhr hat ihm gereicht. Und solch eine Abfuhr macht rasch die Runde im Team. Gift für jeden kreativen Denkprozess.

 

Sicher müssen Sie oder das Bewertungsteam auch zu Ideen Nein-Sagen. Nur eben nicht am Beginn des Ideen-Entwicklungs-Prozesses. Ganz im Gegenteil. Jede Idee sollte willkommen geheißen werden.

 

Informieren Sie Ihre Mitarbeiter,

  • wie Ideen eingereicht werden. Per Intranet, per Memo, per Vorschlagsformular?
  • welche Prüfungsinstanzen eine Idee durchlaufen wird.
  • wie lange es dauert, bis es Rückmeldung gibt.
  • welche Prämien für Ideen vorgesehen sind.

 

Denken Sie in jedem Falle daran:Sie sind erster Ansprechpartner. Ihr Mitarbeiter kommt mit seiner Idee - seinem Baby - zu Ihnen. Voller Begeisterung, Motivation und vielleicht auch ein wenig verunsichert.

 

Was Sie also nicht tun sollten:

  • Verwechseln Sie nicht die Ideen-Entwicklung mit der Ideen-Evaluation. Zwei völlig verschiedene Prozesse. Kritik ist also beim Einreichen oder Vortragen der Idee unangebracht.
  • Halten Sie Ihre Reaktion in Schach. Jede Idee und vor allem sein Überbringer sollte mit Offenheit und Fairness behandelt werden. Egal, ob Sie die Idee für abgedreht oder dumm halten. Widerstehen Sie der Versuchung, Ihre Einschätzung versteckt (Augen rollen, gähnen, seufzen) oder offen („Lassen Sie mich ausführen, warum dies nicht klappen wird...") zu zeigen.
  • Eiern Sie nicht herum. Auch der Ideenfindungsprozess braucht klare Direktiven. Zeigen Sie, welche Kriterien der Ideenvorschlag haben muss. Helfen Sie Ideen, die Schwachstellen haben, durch Tipps und Ratschläge auf die Sprünge.

 

 

Schritt 2: Benennen Sie die Probleme, die Lösungen brauchen 

Ziel: Ein Fokus lenkt die Kreativität in die richtigen Bahnen

Warten Sie nicht, bis ein „Geistesblitz" Ihre Mitarbeiter heimsucht. Führen Sie auch kreativ, d. h. lenken Sie Ihr Team auf Probleme oder Fragestellungen, die eine Lösung brauchen. Oder Sie fragen gleich beim Team nach, welche Bereiche sie für verbesserungswürdig halten. Seien Sie nicht zu überrascht, wenn dabei etliches an die Oberfläche sprudelt.

Je mehr, umso besser. Dann kommt die Kreativität so richtig ins Laufen

 

Was Sie tun können, um die Kreativität am Laufen zu halten:

 

  • Kreativitätssitzungen einführen. Weisen Sie Ihre Mitarbeiter in verschiedene Kreativitätstechniken ein, die Sie sowohl alleine oder auch zusammen im Team nutzen können.
  • Offene Türen und Austausch praktizieren. Geben Sie Ihren Mitarbeitern Gelegenheit sich auszutauschen. So manche Idee ist auf diesem Wege geboren worden.
  • Andere Umgebung bietet neue Denkimpulse. Holen Sie Ihr Team aus dem Büro heraus. Das Restaurant um die Ecke oder das Wellness Bad am Rande der Stadt heben nicht allein die Laune. Sie fördern durch das Umschalten auf die neue Umgebung auch so manche Idee hervor.
  • Impulse von Außen. Fachliteratur, Messen, Symposien, Vorträge von Professoren oder auch der Austausch mit branchenfremden Personen gibt hervorragenden neuen Input für Ideen.

 

 

Schritt 3: Überprüfen Sie die Ideen

Ziel: Die Spreu vom Weizen trennen

Ideenmanagement beinhaltet selbstverständlich auch das Überprüfen - auf Herz und Nieren - der einzelnen Ideen. Das kreative Potenzial Ihrer Mitarbeiter soll schließlich Früchte tragen. Auch wollen Ihre Mitarbeiter natürlich Resultate sehen, nicht allein in Form der Prämie. Ein neues erfolgreiches Produkt oder eingeführte Dienstleistung spornt natürlich an.

 

Dies bedeutet, dass Sie:

 

Alleine können Sie dies eigentlich nicht bewältigen, abhängig natürlich von der Größe des Unternehmens, in dem Sie arbeiten. Holen Sie sich Unterstützung, falls Ihr Unternehmen nicht bereits eine gesonderte Abteilung zur Ideenevaluation eingerichtet hat. Das benötigen Sie, um eine genaue Überprüfung durchzuführen:

 

  • Bilden Sie ein Team der Experten. Es geht ums Budget, das Unternehmenskonzept, das Marketing, die Produktion und jede andere Abteilung, die von der Idee „betroffen" sein wird.
  • Aufgaben verteilen. Für manche Idee müssen Analysen erstellt werden und Informationen recherchiert werden. Wer aus dem Expertenteam erledigt was bis wann?
  • Auswahlkriterien festlegen. Die Idee muss natürlich bestimmte Standards erfüllen, bevor sie überhaupt mit einem Realisierungsbudget ausgestattet wird. Welche sind dies?
  • Zeitplan bestimmen. Geld allein genügt nicht, um eine Idee zur Realisierung zu führen. Die Überprüfung und spätere Umsetzung braucht einen Zeitrahmen.

 

 

Schritt 4: Halten Sie Ihre Mitarbeiter auf dem Laufenden

Ziel: Die Kreativität weiter ankurbeln

Ihre Mitarbeiter wollen natürlich wissen, wie die Idee ankommt. Geben Sie sofort Rückmeldung, sobald Sie entweder näheres von der Beurteilungsabteilung hören oder wenn Sie wissen, wie Ihr Team der Experten die Idee einschätzt. Nehmen Sie sich für die Rückmeldung Zeit. Ein kurzes „Wurde abgelehnt" oder „Wurde  angenommen" ist äußerst demotivierend.

  • Klären Sie Ihren Mitarbeiter auf, warum seine Idee abgelehnt wurde, was daran gefallen bzw. missfallen hat und ob er eventuell an einem Aspekt der Idee weiter kreativ arbeiten soll.
  • Erläutern Sie, bei der Annahme der Idee, welche weiteren Schritte geplant sind. Informieren Sie ihn regelmäßig über die Entwicklung seiner Idee. Und wann es die Prämie gibt.

 

 

Schritt 5: Testen Sie die besten Ideen

Ziel: Bewährungsprobe: Idee trifft auf „harte Realität"

Ein letzter wichtiger Schritt. Denn bevor es in die serielle Produktion geht, müssen Sie sich absichern. Überlebt die Idee, also das daraus entstandene Produkt oder Dienstleistung, die Realität? Eine Feuertaufe, die Sie aber absichern können. Testen, testen, testen und testen ist angesagt.

  • Geben Sie erste Marktstudien in Auftrag. Besteht überhaupt Interesse an dem Produkt/an der Dienstleistung?
  • Fragen Sie auch ruhig Ihre Stammkunden, von denen viele gerne an der Produktentwicklung beteiligt sind, nach deren Meinung. Laden Sie diese zu einem Produkt-Briefing. Sie erhalten nicht alleine Feedback. Ihre Kunden fühlen sich so noch stärker ans Unternehmen gebunden.
  • Erstellen Sie einen Prototyp. Testen Sie ihn auf seine Schwächen. Lernen Sie aus diesen. Und entwickeln Sie diesen weiter.

 

Kommentare

Neue Ideen

Hallo allerseits-

Neue Ideen , wenn sie wirklich neu sind, werden in Deutschland nicht gefördert - bestenfalls aber abgekupfert.

Nicht umsonst hat der Iran bereits eine Fliegende Untertasse der
Öffentlichkeit vorgestellt, während man hier noch nicht mal ein Fliegendes Auto in Angrif nimmt.
Die Millionäre in Deutschland, ob nun Reeder in Hamburg oder Kugellagerfabrikanten in Süddeutschland haben sich mit subalternen Abschirmungsbüros ausgestattet, damit ja kein genialer Privatmann in die Verlegenheit kommt, ihnen seine Idee vorstellen zu können.

Da kauft man sich lieber eine LUXUSYACHT und emigriert nach Monaco ins Paradies der Angeber.

Darum veröffentliche ich meine Ideen in passenden Foren und jeder kann sie sich aneignen. Das macht auch Spass.

Geld ist für mich kein Anreiz ,sondern besser echtes Interesse.

Andernfalls wäre ich Kaufmann geworden.

Gruss
W.Schneider

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