Arbeitswelt im Umbruch: Neue Führungsstil-Schlüsselkompetenzen

6. Januar 2016

Wandel in der Arbeitswelt – doch die Führungskultur tritt noch auf der Stelle

Die Zukunft der Arbeit hat längst begonnen. Globalisierung, zunehmende Individualisierung, War of Talents und generationenübergreifende Teams zeigen ihren Einfluss auf den Wandel in der Arbeitswelt. Leider nicht immer zum Besseren: Verdichtung von Arbeit, Effizienzoptimierung und das Bestreben, mit minimalen Kosten höchstmöglichen Profit zu erzeugen, haben eine druckbelastende Situation für den Mitarbeiter - und somit auch für die Führungskräfte - in den Unternehmen geschaffen.

Schlüsselkompetenzen auf bussines-netz.com

„So, wie wir im Moment arbeiten, geht es nicht weiter, die Linien-Hierarchie und das klassische kennzahlengesteuerte Management sind nicht mehr zeitgemäß“, so Prof. Dr. Peter Kruse, (leider am 4. Juni 2015 verstorbener) Gründer von Nextpractice, im Interview „Abschied vom klassischen Management“ mit Winfried Kretschmer auf dem Forum Gute Führung. „Manche sagen sogar: Das aktuelle Führungsmodell gefährdet den Standort Deutschland“.

 
Vielleicht stimmen Sie als Führungskraft diesen Worten vorbehaltlos zu. Vielleicht auch nicht. In jedem Falle entkräften diese Worte eine Tatsache nicht: Der Umbruch macht auch vor den Führungsetagen keinen Halt. Und hierfür gibt es drei gute Gründe.

 

Arbeitswelt im Umbruch: 3 Gründe, warum der Führungsstil betroffen ist

Grund 1: Explosion der Vernetzungsdichte

Bei seinem Vortrag im Jahr 2011 bei der 4. Sitzung der Enquete Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ im Deutschen Bundestag über die Digitalisierung auf unsere Gesellschaft

(hier das Video dazu)

 

 

hat Prof. Dr. Peter Kruse drei wichtige Aspekte hervorgehoben:

  1. Die Dichte der weltweiten Vernetzung nahm in den letzten Jahren deutlich zu, d.h. immer mehr Menschen sind miteinander in Verbindung.
  2. Spontanaktivität entsteht, d.h. die Menschen sind im Netz aktiv – und zwar spontan.
  3. Kreisende Erregung, d.h. die Menschen merken, dass sie dank und mit Hilfe des Netzes mächtig werden können.

 

Natürlich hat dies auch Auswirkungen auf die Art, wie Sie als Führungskraft Mitarbeiter führen werden. Denn der Mitarbeiter legt ja seine im Netz gewonnene Macht nicht am Eingangstor des Unternehmens ab. Im Gegenteil. Der Mitarbeiter trägt diese mit ins Unternehmen – er weiß, wie stark er ist und fordert das Ausleben dieser Stärke zu Recht im Unternehmen bei seinem Arbeitgeber ein. Als Führungskraft müssen Sie Ihren Führungsstil deshalb neu ausrichten. Ansonsten riskieren Sie, Mitarbeiter zu verlieren.



Grund 2: Geringerer Planungshorizont

Die jahrelange Praxis, die bis dahin gut funktionierte, mit maximaler Sicherheit vom Ist zum Soll zu gelangen, unterstellt eine Stabilität und Planbarkeit. Diese ist nun nicht mehr gegeben. Es gilt mehr denn je eine Art Segeln auf Sicht. Das gesamte Unternehmen muss seine eigene Achtsamkeit und Intuition gegenüber der Marktdynamik erhöhen – und der Führungsstil darf hier die Weichen stellen.

 

Grund 3: Steigende Komplexität

Die zunehmende Komplexität fordert eine Kooperation aller. Sie allein als Führungskraft haben nicht mehr die alleinigen Antworten, um auf Krisen oder Probleme korrekt zu reagieren oder Innovationsschübe einzuleiten. Vielmehr gilt es die Schwarmintelligenz anzuzapfen. Ihr Führungsstil ist hierbei ein entscheidendes Instrument, um dies zu bewältigen.

 

Arbeitswelt im Umbruch: 7 Schlüsselkompetenzen für Ihren Führungsstil

Der Wandel der Arbeit wirft somit viele Fragen auf, die den Führungsstil, die Führungskompetenz, die Eigenschaften und Aufgaben einer Führungskraft, als auch das Führungsverhalten betreffen:

  • Was ist eine gute Führungskraft?
  • Was ist gute Führung heute, da sich die Führungskultur im Wandel befindet?

 

Die Auseinandersetzung führt unweigerlich auch zu den Schlüsselkompetenzen, die eine moderne Führung beinhalten und entwickeln sollte. Das Forum „Gute Führung“ hat sieben solcher Schlüsselkompetenzen benannt:

  1. Ergebnisoffene Prozesse schaffen. Erfahren Sie im Artikel, wie Sie beispielsweise mit Design Thinking oder Scrum solche Prozesse gestalten können.
  2. Netzwerkstrukturen organisieren. Lernen Sie, wie Sie vernetzt denken und arbeiten, wie Sie ein Mehr an Empowerment praktizieren und Großgruppenverfahren nutzen.
  3. Resonanz erzeugen. Hierarchien brechen weg – und somit auch Ihre „Macht“ als Führungskraft. Es reicht nicht mehr aus, nur etwas mitzuteilen. Sie müssen Ihre Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner für sich gewinnen. Erzeugen Sie deshalb Resonanz.
  4. Autonomie gewähren. Erfahren Sie, wie Sie Ihren Mitarbeitern mehr Autonomie gewähren und Sie diese zu einem Mehr an Eigenverantwortung heranführen.
  5. Corporate Social Responsibility leben. CSR ist auch eine Frage des Führungsstils. Drei Tipps verraten Ihnen, wie Sie als Führungskraft hier aktiv werden.
  6. Selbst-Coaching ist angesagt. Selbstreflexion wird zu einer wichtigen Führungskompetenz. Da Sie sich Ihre „Macht“ verdienen müssen. Lernen Sie drei Methoden des Selbst-Coaching und Eigensteuerung kennen.
  7. Fähigkeit zur Kooperation. Mehr denn je werden Interessengemeinschaften an Bedeutung gewinnen. Doch solche Arten der Zusammenarbeit sind keine Selbstverständlichkeit. Vielmehr darf sich die Kooperationsfähigkeit entwickeln. Drei Tipps, wie Sie Ihren Führungsstil neu gestalten.

 

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