Die 10 typischsten Motivations-Killer

6. November 2018

Fakt: Jeder Mitarbeiter ist begeistert und beim Antritt seiner Arbeitsstelle voller Motivation.

Fakt: Schon nach 6 Monaten macht die Motivation des Mitarbeiters eine Talfahrt, die sich noch Jahre fortsetzt, bis sie im Keller angelangt ist – 85 Prozent aller Befragten bestätigten diesen Abwärtstrend.

10 typische Motivationskiller 

Dies ergab eine Studie der Sirota Survey Intelligence, die 1,2 Millionen Mitarbeiter von insgesamt 52 Fortune 1000 Unternehmen im Zeitraum von 2001 bis 2004 befragte. Zwischen Motivation und Demotivation liegen also nur 6 Monate (!). Eine wirklich sehr kurze Zeitspanne, die zu denken geben sollte und sofort eine Frage aktiviert:

 

„Was passiert in dieser Zeit (und darüberhinaus), dass ein begeisterter, motivierter Mitarbeiter in die Demotivation getrieben wird?“

Dieses Ergebnis steht schließlich im Widerspruch zum Ziel, das jedes Unternehmen und jede Führungskraft hat: Motivierte Mitarbeiter. Dafür wird auch etliches getan; unwillentlich und unbeabsichtigt wohl auch für die Demotivation (wie die Studie zeigt sehr erfolgreich!). Lernen Sie die Ursachen für die Demotivation kennen – dann wissen Sie auch, wie Sie Ihre Mitarbeiter motivieren können.

 

Die 10 typischsten Motivations-Killer – und was Sie dagegen tun können:

 

Motivations-Killer Nr. 1:

Unterschwellige Klassifizierung „Human Kapital“

Aussagen wie „größter Kostenfaktor Personal“ oder „Freisetzung von Human Kapital“ oder einfach Mitarbeiter als „größten Aktivposten“ zu bezeichnen offenbaren eine unternehmensinterne Sichtweise, die Mitarbeiter als einen weiteren Posten in der Firmenbilanz sehen. Ein Posten, der in Zeiten, in denen es bergab geht, schnell und drastisch „gekürzt“ wird – sprich dem Human Kapital wird gekündigt. Solche Einstellungen – ob nun offen ausgesprochen oder unterschwellig praktiziert – spürt jeder Mitarbeiter. Folge: Der Wert des Mitarbeiters und seiner Arbeit wird geringgeschätzt; ihm wird begegnet, als sei er austauschbar und ersetzbar. Der Spitzenreiter unter den Motivations-Killern.



  

Was Sie dagegen tun können:

  • Streichen Sie Begriffe wie „Human Kapital“ oder „größter Aktivposten“ aus Ihrem Vokabular.
  • Zeigen Sie Ihrem Mitarbeiter Respekt.
  • Heben Sie durch regelmäßiges positives Feedback Ihre Wertschätzung gegenüber seiner Arbeit und seiner Person hervor.
  • Machen Sie sich bewusst: Ohne gute Mitarbeiter, die sich engagieren, können Sie Ihre Produkte/Dienstleistungen nicht anbieten/verkaufen.

 

Motivations-Killer Nr. 2:

Mangelnde Anerkennung und Belohnung

Die Hälfte aller in der Studie befragten Mitarbeiter gab an, kaum oder überhaupt keine Anerkennung zu erhalten. Zwei Drittel berichteten, das sie eher für schwache Leistungen kritisiert wurden, die guten bzw. Top-Leistungen jedoch nie gelobt wurden. Hier wird etwas selbstverständlich genommen, was es nicht ist.

 

Was Sie dagegen tun können:

  • Überdenken Sie einmal Ihre Einstellung zu Lob, Feedback, Anerkennung und Kritik. Was geht Ihnen leichter und schneller von den Lippen? Herrscht dabei ein Ungleichgewicht? Was ist dafür die Ursache?
  • Auch wenn Ihr Mitarbeiter für seine Arbeit bezahlt wird, ist Feedback ein wichtiger Motivator. Als soziales Wesen benötigt jeder Anerkennung von Außen. Erhöhen Sie Ihr Lob.

 

Motivations-Killer Nr. 3:

Endlose Absegnungen

In manchen Unternehmen erschlagen Vorschriften den Arbeitsprozess. Oder bevor ein Arbeitsschritt begonnen werden kann, bedarf es zu vieler „Absegnungen“. Hürden, die Engagement und Motivation bremsen; die im schlimmsten Falle für den Einzelnen auch nicht nachvollziehbar sind, weil eine unzureichende Transparenz herrscht. Der Mitarbeiter wird sich zukünftig dreimal überlegen, bevor er etwas Neues vorschlägt. Problembewältigung wird so erschwert.

 

Was Sie dagegen tun können:

  • Erstellen Sie einen Vorschriftenkatalog, der für alle bindend und jedem bekannt ist .
  • Trainieren Sie Ihre Mitarbeiter in der Umsetzung und Einhaltung der Vorschriften. Erteilen Sie gleichzeitig die Vollmacht bei auftretenden Problemen Eigeninitiative zu zeigen.
  • Überlegen Sie –auch gerne zusammen mit Ihrem Team – welche Bereiche, Aufgaben, Arbeitsschritte Ihre Absegnungen benötigen. Alles andere sollten Sie endlich streichen.
  • Empowerment ist das angestrebte Ziel. In welchen Bereichen klappt es, in welchen nicht?

 

Motivations-Killer Nr. 4:

Zuviel Papierkram

Wer vor lauter Protokollen, Berichten, Formularen und Anweisungsschreiben den „Wald vor lauter Bäumen“ nicht mehr sieht, dessen Lust wird so für seine eigentliche Arbeit erfolgreich im Kern erstickt. Der Mitarbeiter wird mit Papier „zugemüllt“ und wird so gezwungen seine Energie, sein Engagement und seine Motivation auf Nebenschauplätzen zu vergeuden.

 

Was Sie dagegen tun können:

  • Überlegen Sie einmal, wie groß Ihr Bedürfnis der Kontrolle ist. Liegt daran eine Ursache für die vielen Berichte, Anweisungen, Formulare?
  • Bitten Sie jeden Mitarbeiter einmal eine Bestandsaufnahme über den Papierkram zu erstellen. Was erhält er täglich, wöchentlich, monatlich? Was macht er in der Regel damit? Was dient ihm bei der Arbeit?
  • Überlegen Sie gemeinsam, wie welche Aktenordner entrümpelt werden können.
  • Streichen Sie Papiere, die nicht jeder benötigt von der Verteilerliste. Beispielsweise könnten Besprechungsprotokolle zentral im Sekretariat gelagert werden. So hätte jeder Zugriff, falls etwas nachgelesen werden möchte.

 

Motivations-Killer Nr. 5:

Ungenügendes Training und Einweisung

„Machen Sie mal“ ist zwar ein Vertrauensbeweis an die Fähigkeiten des Mitarbeiters, in einigen Fällen jedoch eine bequeme Lösung, die den Mitarbeiter in eine Überforderung katapultiert. Wer unzureichend in Aufgaben oder Arbeitsschritten eingewiesen wird, reagiert mit Stress. Wer ständig Situationen ausgesetzt ist, wie beispielsweise aggressiven Kunden, ohne dafür trainiert worden zu sein, ist auf Dauer nur gefrustet. Denn er weiß nicht, wie er mit der Situation – auch für das Unternehmen – zufriedenstellend umgehen soll.

 

Was Sie dagegen tun können:

  • Geben Sie klare Anweisungen
  • Klopfen Sie die Fähigkeiten des Mitarbeiters ab.
  • Reagieren Sie auf Probleme, die ein Mitarbeiter äußert – hier zeigen sich eventuelle Weiterbildungssignale.
  • Schaffen Sie eine Lernkultur im Team. Jeder soll vom anderen lernen.
  • Investieren Sie in Weiterbildung.

 

Motivations-Killer Nr. 6:

Schlechte Kommunikation

Viele Mitarbeiter beklagen sich darüber, dass

  • Entscheidungen (ungenügend oder gar nicht) mitgeteilt werden.
    Folge: Der Mitarbeiter weiß nicht, was wie bis wann zu tun ist.
  • Vorgaben zu oft geändert werden und oft auch erst zu spät.
    Folge: Der Mitarbeiter muss immer wieder Aufgaben, Arbeitsschritte, Projektabläufe ändern.
  • ihnen (wichtige) Informationen vorenthalten werden.
    Folge: Der Mitarbeiter fühlt sich für „dumm verkauft“ und kann in bestimmten Situationen nur ungenügend reagieren.

 

Schlechte Kommunikation erhöht darüberhinaus die Fehlerquote, schafft Probleme (weil vieles unklar bleibt) und fördert Schwierigkeiten im ganzen Unternehmen.

 

Was Sie dagegen tun können:

  • Verdeutlichen Sie sich: Als Führungskraft sind Sie in puncto Kommunikation in der Bring-Schuld.
  • Gehen Sie nicht länger davon aus, dass der Mitarbeiter Bescheid weiß. Dies tut er in der Regel nicht. Sie müssen es ihm mitteilen.
  • Fragen Sie nach. Versichern Sie sich, dass der Mitarbeiter die Infos hat, die er braucht.

 

Motivations-Killer Nr. 7:

Zu geringes Empowerment

Den Mitarbeiter an der kurzen Leine zu halten, bewirkt nur Frust. Denn (fast) jeder Mitarbeiter will sich in seinem Job auch weiterentwickeln und er will Verantwortung übernehmen. Nur so wachsen schließlich seine Fähigkeiten, Kompetenzen und sein Engagement. Übertragen Sie ihm deshalb mehr und mehr Aufgaben, die seine Verantwortung und seine Selbständigkeit fördern.

 

Was Sie dagegen tun können:

  • Erstellen Sie in Ruhe entsprechende Mitarbeiter-Profile. So erkennen Sie, wer welchen „Verantwortungsdrang“ hat.
  • Überlegen Sie gleichzeitig, welche Aufgaben bereits eigenständig erledigt werden.
  • Prüfen Sie, in welchen Bereichen Sie ein Mehr an Verantwortung an welchen Mitarbeiter delegieren können.

 

Motivations-Killer Nr. 8:

Fehlende (Unternehmens- + Führungs-)Vision

Eine Vision beflügelt. Ein Ziel spornt an. Vielen Unternehmen mangelt es an dem einen oder dem anderen, trotz strategischer Planung oder Quartalszielen: denn diese Ziele oder Pläne sind „nur“ mit Zahlen gefüllt. Es fehlt das „Leben“, das für die Mitarbeiter dank Motivations-Slogans wie beispielsweise „Unseren Kundenservice zu verbessern“ oder „Die No. 1 in unserer Branche zu werden“ greifbarer gemacht wird. Dies lässt Identifikation und Motivation steigen.

 

Was Sie dagegen tun können:

  • Verpacken Sie nüchterne Pläne oder Quartalsziele in eine Vision, die Ihre Mitarbeiter begeistert.
  • Überlegen Sie mit Ihrem Team, wie dieses Ziel erreicht werden kann.
  • Setzen Sie gemeinsame Ideen frei, wie die Vision – damit das Ziel – täglich gelebt und verinnerlicht werden kann. Füllen Sie es gemeinsam mit „Leben“.

 

Motivations-Killer Nr. 9:

Fehlerkultur – Fehlanzeige

Die westlichen Unternehmenskultur hat vor allem eins im Sinn: Das Ergebnis. Wie dorthin gelangt wird, ist Nebensache. Dies hat zur Folge, dass Probleme, Schwierigkeiten und auch Fehler ignoriert, gar tabuisiert werden. Manches Mal hat der Mitarbeiter sogar Angst vor Sanktionen, wenn er auf Fehler hinweist. Nicht nur für die Motivation schädlich, auch für das Unternehmen. Der Super-Gau, wenn die unbesprochenen und unkorrigierten Fehler allen um die „Ohren fliegen“, ist vorprogrammiert.

 

Was Sie dagegen tun können:

  • Entwickeln Sie wenigstens in Ihrem Team eine Fehlerkultur.
  • Machen Sie allen klar, Fehler sind wichtige Informationen, die für alle großen Nutzen haben.
  • Führen Sie ein wöchentliches Fehlermeeting ein, bei dem nur Probleme, Fehler und Schwierigkeiten besprochen werden. So lernen alle voneinander.

 

Motivations-Killer Nr. 10:

Zu geringe Identifikation

Dies schließt den Kreis. Denn wer sich als Mitarbeiter nur als „Human Kapital“ sieht bzw. gesehen wird, baut auch keine Identifikation mit dem Unternehmen auf, die Ihnen und dem Unternehmen Loyalität und Engagement sichert. Stattdessen entwickelt der Mitarbeiter eine Distanz, die sich mehr und mehr in Kritik gegenüber den Unternehmensprozessen äußert. Sie „züchten“ sich einen Gegner heran, der wenn er das Unternehmen verlässt – und dies wird er tun – „kein gutes Wort“ an dem Unternehmen lassen wird.

 

Was Sie dagegen tun können:

  • Auch hier ist Kommunikation ein entscheidendes Instrument. Ziele, Visionen, Corporate Identity sollten dem Mitarbeiter (täglich) nähergebracht werden.
  • Geben Sie dem Mitarbeiter die Möglichkeit, sich einzubringen. Erstens seinen Arbeitsplatz – soweit dies möglich ist – individuell zu gestalten. Zweitens, Ideen und Vorschläge vorzubringen – denn dies heißt, er setzt sich mit dem Unternehmen auseinander.
  • Fördern Sie Soziales. Feiern Sie Geburtstage, Hochzeiten, Geburten/Taufen der Kinder. Fördern Sie den Teamzusammenhalt durch gemeinsame Events wie Essengehen, Ausflüge, Seminare.

 

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