Schneiden Sie Ihre Rede auf die Zielpersonen zu – dank EMMA kein Problem

3. Dezember 2018

Ihre Rede soll Ihre Zuhörer begeistern. Um sie auf das Profil Ihres Publikums maßzuschneiden, sollten Sie sich an EMMA orientieren. So wird Ihr Ziel zu einem gemeinsamen Ziel und Ihr Redeerfolg ist vorprogrammiert.

 

Schneiden Sie Ihre Rede auf die Zielperson zu

Nichts ist frustrierender als einer Rede zu lauschen, bei der Sie sich als Zuhörer fragen „Was hat dies mit mir zu tun?“ Die Daten, Fakten und Argumentation sind zweifelslos logisch und nachvollziehbar, nur etwas Entscheidendes fehlt: Die Rede stellt keinen Bezug zu Ihnen als Teilnehmer her. Mit der Ihnen wohlbekannten Folge: Sie als einzelner Zuhörer

  • fühlen sich nicht angesprochen.
  • langweilen sich nach einer Weile.
  • werden dem Ziel, das der Redner sich mit seiner Rede gesteckt hatte, nicht folgen können und wollen.
  • werden mit einem unzufriedenen Gefühl den Vortrag in Erinnerung behalten.
  • werden vielleicht durch Ihren Frust über die vergeudete Zeit die Rede viel zu kritisch beurteilen und keinen einzigen Sachverhalt für sich nutzen.

 

Dieses Risiko können Sie bei Ihren eigenen Reden gezielt eindämmen. Rücken Sie den Teilnehmer in den Mittelpunkt – dann können Sie richtig und erfolgreich kommunizieren. Orientieren Sie sich dafür an EMMA:

 

 

  • E für Erwartungen
  • M für Meinungen
  • M für Motivation
  • A für Anwesenheitsmotiv.

 

Vertiefen Sie die einzelnen Aspekte, für die EMMA steht, d.h. überprüfen Sie Ihre Stichworte und ersten festgehaltenen Inhalte, ob diese auch auf den Zuhörer zugeschnitten sind.

 

In 5 Schritten zur optimalen Rede – dank EMMA kein Problem

 

Fragebogen zum Download

Damit Sie EMMA zügig bearbeiten können, drucken Sie sich unseren Fragebogen „Gehen Sie EMMA auf den Grund“ aus.

Darüber hinaus gilt für alle folgenden Schritte: Versetzen Sie sich in Ihr Publikum. Sehen und hören Sie Ihre Rede – den Anlass und das Thema – aus deren Blickwinkel, um so die Teilnehmereinstellung zu erforschen.

 

Schritt 1: Klären Sie das E wie Erwartungen

Jeder Teilnehmer hat Erwartungen an Ihre Rede. Er will

  • informiert oder unterhalten werden.
  • in seiner Meinung oder seinem Anliegen bestätigt werden.
  • Unterstützung erhalten.
  • Sicherheit über einen Sachverhalt erlangen – vielleicht sogar über die eigene Zukunft.
  • kursierende Gerüchte endlich mit harten Fakten abgleichen können.



 

Diese Erwartungen können, müssen sich aber nicht von Ihrer eigenen Erwartung an die Veranstaltung unterscheiden. Bleiben Sie jedoch grundsätzlich offen für Ihre Antworten. Notieren Sie auch Gegenpositionen wie: Der Teilnehmer

  • erwartet nichts.
  • erwartet den Abbau von Arbeitsplätzen, Lohndumping, Umstrukturierung der Abteilung oder Verschlechterung des Arbeitsverhältnisses.

 

Beschönigen Sie nichts. Denn nur in dem Sie erkennen, von welcher Ausgangsposition der Teilnehmer startet, können Sie Ihre Rede so aufbauen, dass er dem Ziel Ihrer Rede zum Schluss zustimmt – weil Sie es auch zu seinem Ziel gemacht haben.

 

Hinweis:

Sollen Sie nichts oder sehr wenig über Ihr Publikum wissen, weil es sich beispielsweise um einen Vortrag bei einer Tagung handelt, fragen Sie beim Veranstalter nach. Dieser müsste über Daten der Teilnehmer wie Beruf, Funktion im Unternehmen, Altersgruppe etc. verfügen, da diese meist bei der Anmeldung abgefragt werden.

 

Schritt 2: Hinterfragen Sie das M wie Meinungen

Es ist interessant. Jeder hat eine Meinung – auch über Dinge, über die der einzelne nichts oder wenig weiß. Vielleicht ist es die Meinung „Interessiert mich nicht.“ Vielleicht sind es auch vorgefasste Meinungen wie „Ökonomie hat weiterhin Vorfahrt vor der Ökologie.“ Vielleicht sind es übernommene Meinungen wie „Ich habe gehört, dass … und finde es einfach unerhört.“ Vielleicht sind es auch Allgemeinplätze oder differenzierte Standpunkte. Sie sehen: Meinungen sind stets sehr vielschichtig und unterschiedlich.

 

Und genau dies müssen Sie berücksichtigen. Versuchen Sie ein breites Spektrum an diversen Meinungen aufzulisten. Markieren Sie anschließend die Aussagen, die für Sie am meisten Gewicht haben – und von denen Sie annehmen, dass diese Gruppe von Teilnehmern sie vertreten wird. Sollten Sie die Gruppe, vor der Sie sprechen werden, besser kennen, wie z.B. Ihre Abteilung, den Vorstand oder die Belegschaft, können Sie natürlich sehr gut einschätzen, welche Meinung vorherrscht.

 

Schritt 3: Entdecken Sie das M wie Motivation der Teilnehmer

Ergründen Sie die Lebens- und Arbeitsabsichten Ihrer Zuhörer. Verdeutlichen Sie sich, welche Wünsche, Ziele und Bedürfnisse an diese Absichten geknüpft werden. Überlegen Sie auch, wie Sie diese in Ihrer Rede konkret ansprechen könnten. Schließlich wollen Sie Ihre Teilnehmer zu etwas motivieren – also bewegen. Und dies gelingt am besten, wenn Sie deren Ziele und Wünsche ansprechen wie beispielsweise einen sicheren Arbeitsplatz, Steigerung der Verkaufszahlen, Ideen zur Mitarbeitermotivation.

 

Schritt 4: Verstehen Sie das A wie Anwesenheit

Ein entscheidender Aspekt, der allzu oft übersehen wird: Der Anlass der Anwesenheit Ihrer Teilnehmer. Nicht immer sind diese freiwillig zu Ihrer Rede erschienen, sondern weil es von der Geschäftsleitung verlangt wurde - vielleicht ist es die obligatorische Betriebs- oder Quartalsversammlung. Unterschätzen Sie deshalb den Grund für die Anwesenheit des Einzelnen nicht. Denn dieser kann den Unterschied ausmachen zwischen

  • Interesse von Anfang an oder gelangweiltes Zuhören.
  • begeistertem Mitmachen oder offenem Widerstand.
  • aktivem Mitgestalten oder passivem Konsumieren.

 

Überlegen Sie in Ruhe, wie Sie gerade im Falle der unfreiwilligen, obligatorischen Teilnahme die Teilnehmer für sich gewinnen können. Legen Sie noch mehr Gewicht auf

  • einen spannenden Aha-Einstieg.
  • eine visuelle Aufbereitung von Fakten und Zahlen.
  • das gezielte Aufgreifen von Meinungen oder möglichem Widerstand.
  • das aktive Beteiligen der Zuhörer, indem Sie Fragen stellen und Stell-dir-vor-Passagen einbauen.

 

Schritt 5: Verbinden Sie Ihr Ziel mit EMMA – finden Sie den gemeinsamen Nenner

Lenken Sie abschließend Ihre Aufmerksamkeit auf Ihr Ziel, das Sie bereits ausgearbeitet haben. Verbinden Sie es mit Ihren Ergebnissen aus Ihrer EMMA-Analyse – Sie erhalten so den gemeinsamen Nenner, d.h. das Ziel Ihrer Rede und das Ziel Ihrer Zuhörer muss sich vereinen.

 

Vielleicht fällt es bei einigen Themen schwer, diesen gemeinsamen Nenner zu finden. Was sollte Ihre Belegschaft für ein Interesse an Lohnkürzungen haben? Oder warum sollte Ihre Abteilung eine Umstrukturierung in Teams willkommen heißen? Bei diesen Zielen Ihrer Rede scheint es vordergründig keinen gemeinsamen Nenner zu geben.

 

Denken Sie in solchen Fällen über die ersten mentalen Grenzen hinaus. Denn der gemeinsame Nenner könnte sein:

  • Das Überleben der Firma und damit der Erhalt des Arbeitsplatzes.
  • Eine Verbesserung der eigenen Arbeitssituation.
  • Eine Erhöhung der Mitarbeiterverantwortung und dadurch mehr Spielraum bei der Bewältigung einzelner Aufgaben.
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