Die rote Fahne: Ohne Zielsetzung kein gutes Zeitmanagement

19. April 2013

Warum Sie wissen sollten, wofür Sie arbeiten

 

»Es gibt keine Garantie, dass man ein Ziel zu einer bestimmten Zeit erreicht. Aber es gibt eine Garantie, dass man Ziele, die man sich nie gesteckt hat, nie erreicht.«

David McNally
(US-Amerikanischer Speaker und Autor, *1946)

 Gutes Zeitmanagement durch klare Ziele

 

Gutes Zeitmanagement ohne Zielsetzung ist nicht möglich

Bevor wir uns wirklich erfolgreich mit dem Thema Zeitmanagement beschäftigen können, müssen wir uns zunächst einem ganz anderen Bereich zuwenden – der Zielsetzung!

Denn sie ist essenziell: Man muss sich erst seiner Ziele bewusst sein, bevor man sich überhaupt Gedanken darüber machen kann, wie man effektiv und effizient arbeitet. Alles andere ist nur Stückwerk. Ohne Zielsetzung ist gutes Zeitmanagement gar nicht möglich. Woran sollten Sie sonst messen, ob Sie Ihre Zeit gerade richtig, also zielorientiert einsetzen?

 

Der verstorbene US-amerikanische Autor Stephen R. Covey erklärte die Bedeutung der richtigen Ziele einmal so:

Manchmal konzentrieren wir uns voll und ganz darauf, eine an eine Mauer gelehnte Leiter so schnell wie möglich zu besteigen – nur um oben angekommen enttäuscht festzustellen, dass die Leiter an der falschen Mauer stand. Was bleibt, ist die ernüchternde Erkenntnis, dass wir zwar schnell nach oben, unserem Ziel aber leider in keiner Weise näher gekommen sind. Es ist leicht, sehr beschäftigt zu sein, ohne am Ende die wichtigen Dinge im Leben zu erreichen.

 

Was ist der Unterschied zwischen Effizienz und Effektivität?

Effizient zu sein bedeutet, die Dinge richtig zu tun, aber effektiv wiederum ist es, die richtigen Dinge zu tun. Das eine wird ohne das andere nicht funktionieren, das wäre so, als würden Sie sich nur auf Zeitmanagement fokussieren, um so schnell wie möglich voranzukommen, ohne darauf zu achten, wohin die Reise gehen soll.

Wenn Sie mit Tempo 200 auf der Autobahn von Frankfurt in Richtung Hannover düsen, sind Sie ohne Zweifel ziemlich schnell unterwegs. Wenn Sie allerdings nach Freiburg fahren wollten, entfernen Sie sich lediglich in hoher Geschwindigkeit von Ihrem Ziel.



   

Die Bedeutung von Zielsetzung am Beispiel der Baumwollpflücker

Betrachten wir die Baumwollernte, wie sie teilweise noch im 19. Jahrhundert stattgefunden hat: Baumwolle wächst etwa hüfthoch. Die Ernte war demnach vor der Industrialisierung alles andere als angenehm. Daher wurde sie in Anbaugebieten im Süden der USA in erster Linie von Sklaven verrichtet. Diese schnallten sich einen Korb vor den Bauch und waren gezwungen, die Baumwolle über viele Stunden hinweg unter widrigsten Bedingungen zu pflücken. Mit gebeugtem Oberkörper begann der Arbeitstag der Sklaven bereits um 6 Uhr morgens.

 

Versetzen Sie sich in die Rolle eines solchen Baumwollpflückers: Irgendwann gegen 12 Uhr, wenn die Sonne am höchsten steht, mit höllischen Schmerzen im Rücken und nass geschwitzt, halten Sie kurz inne und blicken nach vorne. Was sehen Sie? Baumwolle soweit das Auge reicht. Vor Ihnen nichts als Baumwolle. Und so setzen Sie Ihre Arbeit fort, bis abends um 18 Uhr das erlösende Signal ertönt, dass Ihr Tagwerk für diesen Tag vollbracht ist: 600 Meter abgeerntete Strecke.

 

Lassen Sie uns nun die Rollen tauschen: Widmen wir uns als Plantagenbesitzer der Frage, wie wir die Ergebnisse verbessern könnten (obwohl in einigen meiner Seminare Zuhörer hin und wieder mit der Gegenfrage antworten: »Wozu, es läuft doch alles bestens?!«)?

 

Ideen zur Produktivitätssteigerung gibt es viele, in erster Linie laufen sie auf verbesserte Arbeitsbedingungen hinaus: Für eine bessere Kühlung sorgen, die Arbeiter mit Wasser erfrischen, mehr Pausen machen, Getränke zur Verfügung stellen, Musik einspielen, Belohnungen in Form von Prämien, die Baumwolle höher pflanzen und so weiter und so fort. Die Vorschläge sind sehr vielfältig, wenngleich die Bestrafung durch die Peitsche seinerzeit leider die am häufigsten praktizierte Option darstellte.

 

Dennoch gibt es eine weitere Möglichkeit, die Resultate erheblich zu verbessern – und das nahezu ohne jede Investition:

 

Einer der Plantagenbesitzer stellte bei siebenhundert Metern eine weithin sichtbare, riesige rote Fahne auf. Damit verbunden ließ er seine Arbeiter wissen: Wer an dieser Stelle angekommen ist, hat Feierabend und für den Rest des Tages frei. Diese Maßnahme allein war ein derartiger Ansporn, dass die Sklaven bereits deutlich vor 17 Uhr an der Stelle mit der roten Fahne ankamen. »Ganz nebenbei« ernteten sie dabei über 15 Prozent mehr!

 

Die rote Fahne - ein klares Ziel

Das heißt, bereits die Existenz eines klaren Zieles reichte aus, um in weniger Arbeitszeit (–eine Stunde) mehr zu erreichen (+hundert Meter). Dies entsprach einer Produktivitätssteigerung von über 25 Prozent.

 

 

Ein Plus von mehr als einem Viertel, das alleine einem klaren Ziel zu verdanken war: Der roten Fahne – gleichbedeutend mit Feierabend.

 

Nach wie vor begann der Arbeitstag morgens um 6 Uhr. Und nach wie vor waren die Arbeitsbedingungen unerträglich. Aber wann immer einer der Sklaven geradeaus sah, entdeckte er dort, wo es zuvor nur Baumwolle zu sehen gab, mit einem Mal die rote Fahne. Und alles, was zwischen ihm und dem Erreichen seines Zieles, das er mit der roten Fahne verband, stand, galt es nun auf schnellstem Weg zu überwinden. Die Baumwollernte war das Hindernis, um den entsetzlichen Arbeitstag zu beenden. Und auf diesem Weg steigerte sich die Leistung fast zwangsläufig.

 

Die wichtigste Frage, die Sie sich stellen müssen: Was ist Ihre rote Fahne?

 

Die Antwort auf diese Frage wird entscheidend sein für Ihre Motivation, Ihre Produktivität, Ihre Effizienz und damit natürlich für Ihre Ergebnisse.

 

Autor: Martin Geiger
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