Erfolgreiche Teambildung: Achten Sie auf alle Faktoren

7. März 2019

Teambildung: Harte und weiche Faktoren im Team

Mitarbeiter zu einem erfolgreichen Team zusammenzuführen, ist abhängig von der Dynamik vieler Faktoren: Den weichen Faktoren wie Kommunikation und den harten Faktoren wie Teamführung. Die funktionierende Dynamik der einzelnen Faktoren, die sich gegenseitig beeinflussen, wird sowohl vom Team selbst, als auch von allen, die außerhalb des Teams stehen – wie der Gesamtorganisation des Unternehmens, anderen Teams oder Abteilungen – gesteuert.

 

Um den gewünschten Synergieeffekt – also eine Produktions- und Qualitätssteigerung gegenüber den addierten Einzelleistungen der Teammitglieder – zu erreichen, ist die Beachtung der Faktoren von beiden Seiten unerlässlich. Jeder trägt zum Teamerfolg bei. Diese Erkenntnis und die daraus resultierende Verantwortung sollte von Anfang an im Bewusstsein verankert werden, um Fehler bei der Teamgestaltung zu vermeiden.

Fehler bei der Teamgestaltung

 

Harte Faktoren

Harte Faktoren bei der Teamgestaltung sind alle Aspekte, die objektiv messbar und überprüfbar sind. Etwas, dass selbstverständlich sein sollte stellt in der Praxis häufig bereits die ersten Hürden für die Teamentwicklung dar. Denn oft genug gibt es nur unverbindliche Absichtserklärungen, unrealistische Wunschvorstellungen oder vage Ideen seitens der Management-Ebene. Das Ergebnis ist vorprogrammiert: Verdrossenheit und Frustration nicht nur im Team, sondern auch auf der Unternehmensseite.

 

 

Die 3 wichtigsten harten Faktoren

 

Faktor 1: Teamziele

Ein verbindliches Ziel ist von Anfang an für den Erfolg des Teams unerlässlich. Nur so kann der Arbeitsauftrag von allen Teammitarbeitern als Herausforderung verstanden und gemeistert werden. Damit das Ziel Anerkennung im Team findet, sollte das Team in die Zielformulierung und die damit verbundenen Aufgabenstellung eingebunden werden. Es soll ein selbstständiges Arbeiten im Team erreicht werden. Die Weichen dafür schon bei dem gemeinsam Erarbeiten der Zieldefinition zu stellen, ist ein wichtiger Schritt.

 

Beachten Sie und Ihr Team, dass die Teamziele folgende Kriterien erfüllen. Sie

  • weisen eine eindeutige, für alle unmissverständliche Formulierung auf.
  • sind so definiert, dass jedes Teammitglied jederzeit den Erfolg, die Aktualität und die Umsetzung des Zieles überprüfen und messen kann.
  • werden schriftlich festgelegt, so dass sie jederzeit nachgelesen und in Erinnerung gerufen werden können.
  • sind unterteilbar, d.h. das Aufstellen von Unterzielen durch das Team ist nicht nur erlaubt, sondern auch erwünscht. Schließlich sollen stete Erfolgserlebnisse die Motivation erhalten.
  • finden die Akzeptanz aller Teammitarbeiter.
  • decken sich mit den individuellen Zielen des einzelnen Mitarbeiters oder bieten ihm bessere, neue Ziele, die er erreichen möchte.
  • verlangen den Einsatz und die Verantwortung von jedem, ohne jedoch den Einzelnen zu über- oder unterfordern.

 

Achten Sie und das Management darauf, die Ziele während des Prozesses nicht ständig zu ändern. Dies führt zu Irritationen und Demotivation.

 

Faktor 2: Effiziente Zeit- und Projektplanung

Die zeitliche Planung von Aufgaben oder Projekten fordert das Team heraus. Denn es geht um die gemeinsame Zeit, die zur Verfügung steht und entsprechend koordiniert werden muss. Die Gefahr, die gerade zu Anfang noch besteht ist, dass sich das Team in endlose Debatten verstrickt und keine gemeinsame zeitliche Struktur entwickelt. Schließlich waren die einzelnen Teammitglieder bisher ja nur für ihre eigene Zeitplanung verantwortlich, während nun der Ablauf und die Planung für alle zu berücksichtigen ist.

 

Aus diesem Grunde ist es wichtig, dass das Team die Handhabung unterschiedlicher Planungs-, Koordinations- und Kontrollsysteme kennenlernt. Oft ist es schon hilfreich, wenn sich das Team auf die 5 Kernfragen konzentriert:

  1. Inhalt: Was soll getan werden?
  2. Person: Wer soll es tun?
  3. Ziel: Warum soll er/sie es tun?
  4. Methode: Wie soll er /sie es tun?
  5. Termin: Bis wann soll er/sie es tun?

 

Faktor 3: Aufgaben- und Entscheidungskompetenz

Damit der gewünschte Synergieeffekt auch eintreten kann, ist es erforderlich die Aufgaben so zu verteilen, dass die Kenntnisse, Fähigkeiten und auch Neigungen der einzelnen Mitarbeiter berücksichtigt werden. Nur so kann jeder effektiv arbeiten und Wissen und Erfahrung potenzieren sich. Gleichzeitig sichert ein konkreter Arbeits- und Aufgabenauftrag, dass sich das Team nicht unnötig an Streitereien um vermeintliche Mehrarbeit, Über- oder Unterforderung zerreibt und dadurch Zeit verliert.

 

Unerlässlich ist auch, dass von Anfang an geklärt ist, welche Entscheidungskompetenz das Team besitzt. Meist fehlt es hier an klaren Vorgaben, so dass das Team durch tangierende Abteilungen, Linienentscheidungen des Unternehmens und fehlenden Handlungsspielräume gebremst wird. Darunter leidet nicht nur das selbstständige Arbeiten des Teams, sondern gerade die Umsetzung der Aufgaben und des Projekts. Sind die Vorgaben für jeden unmissverständlich, erzielt eine einstimmig gefällte Teamentscheidung eine höheren Identifikationsgrad als eine fachlich, von einem Experten im Team empfohlene.

 



 

Weiche Faktoren

Ist nun dank der harten Faktoren der äußere Rahmen für den Teamerfolg gesteckt, dienen die weichen der inneren Substanz, die das Team beflügelt wie eine gemeinsame Vision oder, dank offener Interaktion, alle mit einbindet.

 

Die 3 wichtigsten weichen Faktoren

 

Faktor 1: Die Vision

Ein vorgegebenes Ziel setzt dann am besten seine verbindenden und motivierenden Wirkungen frei, wenn es sich von der rein sachlichen Ebene hin zu einer gemeinsamen Vision entwickelt hat. Eine Vision, die Kopf und Herz gleichermaßen anspricht und so den Ehrgeiz jedes einzelnen Teammitglieds weckt, so viel wie möglich zur Realisierung beizutragen.

 

So eine Vision formuliert ein Fernziel, dem eine Absicht mit hohem emotionalen Inhalt zugrunde liegt und in jedem eine gefühlsmäßige Identifikation – gar Leidenschaft – weckt. Dabei ist wichtig, diese Vision auch stets in Erinnerung zu behalten.

 

Die visionäre Ansprache allein genügt nicht, um das Team auch in dem Entwicklungsprozess an das Visions-Ziel zu binden. Es ist entscheidend, dass sich diese Vision in den Köpfen verankert. Poster oder Aufkleber sind eine Stütze, um den Blick und die Gedanken der Teammitglieder immer wieder darauf zu lenken. Ein wichtiges Instrument ist die regelmäßige Diskussion, ob die Aufgabenstellung und das Miteinander im Team diese Vision fördert oder eher blockiert.

 

Faktor 2: Kommunikation und Interaktion

Erfolgreiche Teams haben eins gemeinsam: ihre Kommunikation und Interaktion ist schnell, offen und ehrlich. Nur so kann der Austausch an Wissen und Informationen funktionieren, der für die Aufgabenbewältigung notwendig ist und Basis ist für das gegenseitige Feedback bildet.

 

Allerdings muss sich diese offenen Kommunikation und Interaktion innerhalb des Teams erst entwickeln. Dabei können Sie als Teamleiter entscheidende Weichen stellen:

  • Sorgen Sie dafür, dass das Team in der Meta-Kommunikation geschult ist.
  • Fragen Sie gerade zu Anfang jede Meinung ab, um so den Austausch zu fördern. Grundlegend gilt: Jede Meinung zählt und Meinungsverschiedenheiten werden als Informationsquellen bewertet.
  • Erhöhen Sie den gegenseitigen Informationsfluss. Überlegen Sie gemeinsam, wie neues Wissen, neue Aspekte und Zielabweichungen besser, schneller und effektiver allen mitgeteilt werden können.
  • Unterstützen Sie durch gezielte Übungen die Teamdynamik und Interaktion.
  • Lassen Sie bei Teamdiskussion jeweils ein anderes Teammitglied den Vorsitz führen, um sowohl neue Erfahrungen zu initiieren, als auch sicherzustellen, dass niemand ausgeschlossen wird.

 

Faktor 3: Übernahme von Verantwortung

Dabei darf der Begriff der Verantwortung nicht allein auf die Bewältigung der Aufgaben beschränkt werden. Vielmehr sollte das Motto Einer für alle – alle für einen verdeutlichen, dass das Spektrum der Verantwortung, die auf jedes Teammitglied zukommt, sehr breit gefächert ist. Dieses Spektrum beinhaltet:

  • Eine sachliche und emotionale Offenheit, die ermöglicht, dass jeder zu seinen Gefühlen, Gedanken und Wünschen steht dies jedoch stets in Einklang mit den Teamzielen bringt.
  • Ein Erkennen des Zusammenhangs zwischen der eigenen Tätigkeit und den Aufgaben der anderen Teammitglieder. Nichts ist mehr losgelöst zu betrachten oder alleine zu bewältigen, denn es wird dem Teamkollegen zugearbeitet und sich gegenseitige Hilfestellung angeboten.
  • Stets darauf zu achten, dass jeder die Möglichkeit hat an dem Teamprozess und –geschehen zu partizipieren.
  • Das Anders-Sein des Teamkollegen zu akzeptieren und respektieren.
  • Rücksicht aufeinander zu nehmen, sowie auch Aggressionen und Konflikte zu bewältigen.

 

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