Spannungen vermeiden - Schätzen Sie Ihre Kolleginnen richtig ein

3. Februar 2019

Geht Ihnen die eine Kollegin auf die Nerven und eine andere empfinden Sie als Zicke? Wundern Sie sich über eine dritte Kollegin, die in Meetings stets schweigt, aber hinterher jedem ausführlichst ihre Meinung mitteilt? Sind Sie manchmal darüber irritiert, warum der Umgang zwischen den Frauen in Ihrem Unternehmen immer wieder auf die Gefühlsebene abrutscht, dabei sogar beleidigend und verletzend wird? Wundern Sie sich nicht länger. Frau ist eben nicht gleich Frau, trotz der weiblichen Sozialisation, die den Frauen weithin bestimmte Verhaltensregeln beigebracht hat.

 

 Umgang mit Kolleginnen

 

Das Entscheidende ist, jede Frau hat heute viele Möglichkeiten sich zu verhalten. Und jede nutzt diese Optionen – und damit Freiheiten – auf ihre eigene Weise und im eigenen Rahmen. Diese Vielfalt ist eine Bereicherung, die allerdings auch zu Konflikten, Missverständnissen und Reibereien führen kann. Eben weil Frau nicht gleich Frau ist.

 

Diese Tatsache erleichtert nicht den täglichen Umgang miteinander. Denn Frauen haben auch gelernt: Frauen (bzw. in der Kindheit Mädchen) schließen sich in (losen oder engeren) Gruppen zusammen, in denen ein emotionales Gleichgewicht ausgelotet wird. Im Klartext: Der Umgang von Frauen mit Frauen ist auch in einem sachlichen Umfeld wie einem Unternehmen emotional geprägt. Die Folgen kennt jede Frau: Es wird geheuchelt, geschmeichelt, gelogen, ausgetrickst, integriert, verheimlicht, verfälscht, emotional erpresst, solidarisch zur Seite gestanden, Händchen gehalten, liebevoll aufgefangen, zusammen gelacht und geweint.

 

Eine bunte Palette an Verhaltensweisen. Umso wichtiger ist es für Sie und Ihre Karriere, dass Sie Ihre Kolleginnen richtig einschätzen. Sonst riskieren Sie ins emotionale Minenfeld zu geraten. Und das kostet Sie nicht nur Energie, es kann auch auf Ihre Fähigkeiten und Kompetenzen ein schlechtes Licht werfen.

 

 

Schätzen Sie Ihre Kolleginnen richtig ein: 3 Schritte

 

Schritt 1: Entdecken Sie den Unterschied

Lernen Sie den Verhaltensstil Ihrer Kolleginnen kennen, indem Sie sich von Ihrer eigenen Emotionalität lösen. Denken Sie nicht länger „Wie kann sie sich jetzt nur so verhalten!“, sondern nutzen Sie diese Irritationen, gar Empörungen, um sich Klarheit darüber zu verschaffen, dass Sie gerade an eine Diskrepanz gestoßen sind. Fragen Sie sich:

  • Wie verhält sich Ihre Kollegin gerade?
  • Was irritiert oder stört Sie daran?
  • Wie sollte sie sich Ihrer Meinung nach verhalten?
  • Welchen Unterschied haben Sie gerade entdeckt?
  • Welcher Verhaltensstil verbirgt sich dahinter?
  • Welchem Verhaltensstil folgt Ihre Kollegin grundsätzlich?
  • Was ist für Ihre Kollegin in welchen Situationen typisch?

 

Notieren Sie sich Ihre Erkenntnisse. Überlegen Sie, wie Sie am besten mit diesem Verhaltensstil umgehen können, um für sich ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen.

 

Schritt 2: Machen Sie sich die Spielchen Ihrer Kollegin bewusst

Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Verhaltensmuster, die Ihre Kollegin in Interaktion mit anderen – auch mit Ihnen selbst – zeigt. Vielleicht tritt sie dominant auf? Vielleicht macht sie eher auf klein und hilflos? Oder drückt sie gar auf die Tränendrüse? Vielleicht lässt sie sich oft Zusätzliches aufladen, um dann verärgert und frustriert über sich selbst, die Arbeitsatmosphäre zu vergiften?

 

Überlegen Sie in Ruhe:

  • Wie verhält sich Ihre Kollegin im Meeting, bei Teamgesprächen, bei der Aufgabenbewältigung etc.?
  • Wie geht sie vor, um Hilfe und Unterstützung zu erhalten?
  • Wie zeigt sie Ihre Verärgerung und Ihren Frust?
  • Wie tritt Sie Ihnen gegenüber auf, wenn Sie Ihr eine Idee mitteilen oder eine andere Meinung vertreten?

 

Und ganz wichtig:

  • Wie reagieren Sie auf dieses Verhalten?
  • Was machen oder unterlassen Sie?
  • Welches Verhaltens-Spiel ist so entstanden?
  • Wodurch verstärken Sie das typische Verhalten Ihrer Kollegin?
  • Wie fühlen Sie sich dabei?
  • Was gefällt bzw. missfällt Ihnen daran?
  • Was möchten Sie ändern? Wie wollen Sie dies tun?

 

Entwickeln Sie aus Ihren Erkenntnissen eine neue Strategie für die Situationen, in denen Sie etwas verändern möchten. Überprüfen Sie diese in regelmäßigen Abständen auf ihre Wirksamkeit. Und falls Sie mit dem Ergebnis noch nicht zufrieden sind – optimieren Sie Ihre Strategie.

 

Schritt 3: Beurteilen Sie, statt zu verurteilen

Werden Sie sich Ihrer eigenen Bewertungsschablonen bewusst. Denn um Ihre Kollegin richtig einzuschätzen,

  • müssen Sie sich Ihren Vorurteilen stellen.
  • sollten Sie Ihren ersten Eindruck hinterfragen.
  • heißt es, Projektionen zu vermeiden.
  • müssen Sie sich Ihre Sympathien und Antipathien eingestehen, ohne diese zur Blockade werden zu lassen.

 

Übersicht zum Download

Damit Ihnen dies bestens gelingt, beherzigen Sie unsere 5 Tipps.

 
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