Die 5 Cheftypen – und wie Sie mit jedem am besten umgehen

26. September 2013

Entdecken Sie den Menschen-Typen in Ihrem Vorgesetzten – es lohnt sich

Zweifelsfrei gibt es Momente und Situationen, in denen Sie mit dem Auftreten und dem Verhalten Ihres Vorgesetzten nicht zurechtkommen. Vielleicht fühlen Sie sich ständig kontrolliert. Oder Sie sind frustriert darüber, dass Ihr Vorgesetzter, wie so oft in der Vergangenheit, Ihnen keine klaren Vorgaben und Deadlines gibt. Und immer öfter ertappen Sie sich dabei, dass Sie sich darüber Gedanken machen, wie Ihr Vorgesetzter wohl „heute reagieren oder was er sagen wird“.

Mit solchen Gedanken sind Sie nicht allein (vielleicht tröstet Sie dies ein wenig). Eine amerikanische Untersuchung ergab nämlich, dass sich amerikanische Angestellte im Durchschnitt 13 Stunden pro Woche und sogar noch 6,2 Stunden am Wochenende darüber sorgten, wie der eigene Vorgesetzte sich verhalten hat und verhalten wird. Also knapp 20 Stunden von ihrer Zeit.

 

Verwunderlich ist es deshalb nicht, dass Sie sich gestresst fühlen und dieser Stress Auswirkungen auf Ihre Gesundheit hat. In den USA beklagen 77% körperliche Stress-Symptome – hier seien nur Rückenschmerzen, Kopfschmerzen oder Magenbeschwerden genannt. 73% der Befragten gaben sogar an, unter psychologischen Symptomen zu leiden – wie Angststörungen, Depressionen, Panikattacken.

Allerdings, wie Sie selbst wissen, hängt Stress auch davon ab, wie Sie mit Situationen umgehen. Sie können somit Einfluss darauf nehmen, wie Sie auf die stressigen Begegnungen mit Ihrem Vorgesetzten reagieren. Damit Sie jedoch wirklich Kontrolle über diese Begegnungen erhalten, ist es notwendig, dass Sie die 5 Cheftypen erkennen und Ihren Umgang stressfrei gestalten.

 

Die 5 Cheftypen – und wie Sie den Umgang mit dem Vorgesetzten stressfrei gestalten

 

Vorgesetzter-Typ Nr. 1: The Bully – Der Tyrann

Diese Führungskraft spielt gerne seine Macht aus, indem er die eigenen Mitarbeiter bedroht, beschimpft, kritisiert, heruntermacht, demütigt, erniedrigt oder kränkt. Dies kann auf vielerlei Arten geschehen: Durch

 

 

 

  • lautstarke Kritik, die vor dem gesamten Team geäußert wird.
  • Ironie bis hin zu beißendem Sarkasmus.
  • Ignorieren.
  • lächerlich machen.
  • Witzeleien und spöttische Bemerkungen.
  • „über den Mund fahren“.
  • Androhungen von Sanktionen oder anderen Nachteilen.

 

So gehen Sie mit diesem Typen um:

  • Stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein.
  • Nehmen Sie seine Attacken niemals persönlich.
  • Hinterfragen Sie seine Kritik – im Stillen und im Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten.
  • Ziehen Sie Grenzen, die Sie verbal äußern „In diesem Tonfall lasse ich nicht mit mir reden“ oder „Ich bin jederzeit offen für Kritik, jedoch auf einer sachlichen Art und Weise“.
  • Üben Sie Ihre Schlagfertigkeit – allerdings ohne direkt anzugreifen oder respektlos zu klingen.
  • Prüfen Sie, ob es besondere Anlässe gibt, in denen Ihr Vorgesetzter zum Bully wird. Überlegen Sie in solchen Fällen gezielt, wie Sie hier gegensteuern können, d.h. was müssten Sie tun, damit der Bully nicht aktiv wird?

 



Vorgesetzter-Typ Nr. 2: The Micromanager – Der Kleinkarierte

Statt dem Mitarbeiter bei seiner Arbeit Freiraum zu geben, wird aus Angst und Kontrollzwang jeder Arbeitsschritt nicht allein exakt in seiner Ausführung vorgegeben, sondern ständig auch überprüft, ob den Anweisungen gefolgt wird. Diese Führungskraft verliert sich gerne in Details und wirkt somit zu Recht kleinkariert.

 

So gehen Sie mit diesem Typen um:

  • Klären Sie Schritt für Schritt ab, was Ihr Vorgesetzter von Ihnen verlangt.
  • Holen Sie sich seine Zustimmung, falls Sie eine Arbeit nach Ihren Vorstellungen erledigen möchten.
  • Schlagen Sie von sich aus Kontrolltermine vor.
  • Fixieren Sie die Vereinbarungen, falls es später zu Unstimmigkeiten kommen sollte.
  • Prüfen Sie, in welchen Bereichen er besonders kleinkariert auftritt. Erfüllen Sie in diesen unbedingt seine Vorstellungen. Dann wird er nicht allein zufrieden sein, sondern sein Vertrauen in Ihre Zuverlässigkeit wächst – und als Folge wird er Sie weniger kontrollieren.

 

Vorgesetzter-Typ Nr. 3: The Poor Communicator – Der schweigsame Zurückhaltende

Ein mangelnder Entscheidungswille, gepaart mit fehlender Kommunikation von Informationen, zeichnet diese Führungskraft aus. Viel zu oft lässt er seine Mitarbeiter darüber im Unklaren, welche Unternehmensziele verfolgt werden oder was er im Grunde von seinen Mitarbeitern verlangt. Dadurch wird zwar ein Freiraum bei der Arbeit gewonnen, aber es entsteht auch eine gewisse Orientierungslosigkeit, die hemmt und frustriert. Es fällt dadurch schwer, selbst zielgerichtet zu arbeiten.

 

So gehen Sie mit diesem Typen um:

  • Bestimmen Sie für sich klare Arbeitsziele, die Sie mit Ihrem Vorgesetzten besprechen.
  • Fordern Sie Informationen gezielt ein. Fragen Sie nach.
  • Benennen Sie selbst Deadlines, die Sie sich von ihm bestätigen lassen. Fixieren Sie diese Vereinbarungen schriftlich.
  • Treffen Sie eigene Arbeitsentscheidungen. Holen Sie sich für diese die Zustimmung Ihres Vorgesetzten. Fixieren Sie auch diese Vereinbarungen.
  • Lassen Sie Ihre Kompetenzen und Ihren Verantwortungsbereich erweitern, um so unabhängiger von Ihrem Vorgesetzten zu werden. 
  • Bauen Sie sich im Unternehmen ein Netzwerk auf, durch das Sie an wichtige Informationen gelangen.

 

Vorgesetzter-Typ Nr. 4: The Saboteur – Der Saboteur

Dieser Typ von Führungskraft handelt ausschließlich nach dem eigenen Vorteil. Ideen, die der Mitarbeiter freigesetzt hat, werden als eigene ausgegeben, um sich so selbst zu profilieren. Gute Ergebnisse werden als Resultat der persönlichen Führungsqualitäten benannt, statt diese mit der guten Arbeitsleistung der Mitarbeiter zu verknüpfen. Auf der anderen Seite werden Misserfolge, Probleme, Schwierigkeiten und schlechte Arbeitsergebnisse den Mitarbeitern zu geschrieben und diesen die Schuld dafür gegeben.

 

So gehen Sie mit diesem Typen um:

  • Setzen Sie weiterhin Ideen frei. Allerdings sollten Sie diese nur in Gegenwart von Zeugen gegenüber Ihrem Vorgesetzten äußern. Fixieren Sie diese stets schriftlich in Ihrem Terminplaner, damit Sie später beweisen können, dass es Ihre Idee war. Nutzen Sie das betriebliche Ideenmitteilungssystem, um Ihren Vorgesetzten zu umgehen.
  • Geben Sie sich selbst positives Feedback, um sich so selbst zu motivieren.
  • Widersprechen Sie ungerechtfertigten Schuldzuweisungen strikt, aber respektvoll. „Für dieses Problem trage ich keinerlei Verantwortung. Vielmehr sind die Ursachen vielfältig …“
  • Ziehen Sie bei schlechten Ergebnissen klare Grenzen, d.h. überlegen Sie, wie dieses Ergebnis zustande kam, wer oder was dafür verantwortlich war – und teilen Sie Ihre Erkenntnisse unbedingt mit.
  • Lassen Sie niemals Schuldzuweisungen oder schlechte Ergebnisse auf sich sitzen. Zum einen, weil Sie so Ihre Selbstachtung schützen und sich für Ihre Arbeit die korrekte Wertschätzung zukommen lassen. Zum anderen, weil Sie auch an Ihre Mitarbeiterbeurteilung denken sollten, in der Ihr Vorgesetzter Ihnen vielleicht eine schlechte Beurteilung gibt, weil Sie angeblich miserabel gearbeitet haben.
  • Notieren Sie sich deshalb grundsätzlich Anschuldigungen und wie Sie diese entkräftet haben.

 

Vorgesetzter-Typ Nr. 5: The Fickle boss – Der emotional Wankelmütige

Stimmungsschwankungen machen diesen Vorgesetzten wenig kalkulierbar. Dieser emotionale Wankelmut kann als cholerischer Anfall auftreten, sich als schlechte Laune offenbaren, in Nervosität umschlagen oder sogar in die Weinerlichkeit driften. Oft genug bevorzugt dieser Typ jedoch einen Gefühlsmodus, den er in bestimmten Situationen immer wieder abspielt. Diese emotionale Instabilität verleitet den Mitarbeiter oftmals dazu, den Vorgesetzten mit Samthandschuhen anzufassen.

 

So gehen Sie mit diesem Typen um:

  • Machen Sie sich das emotionale Muster Ihres Vorgesetzten bewusst. Wie reagiert er wann und warum?
  • Versuchen Sie den Auslöser für seine Stimmungsschwankungen herauszufiltern. Dadurch können Sie sein Verhalten wenigstens minimalst vorhersagen und sich darauf einstellen.
  • Verinnerlichen Sie sich eine Tatsache: Sie sind nicht für die Emotionen Ihres Vorgesetzten verantwortlich, d.h. er entscheidet sich für dieses Verhalten und er muss es auch in den Griff bekommen.
  • Gewinnen Sie durch diese Verinnerlichung Abstand in Situationen, in denen Ihr Chef emotional schwankt.
  • Schonen Sie ihn nicht, indem Sie Probleme oder auslösende Fakten von ihm fern halten, um so seine emotionale Wankelmütigkeit nicht auszulösen. Letztendlich verschlimmern Sie so nur die Problematik einzelner Situationen.
  • Sie haben das Recht, sich zu entfernen. Sollte Ihr Chef beispielsweise cholerisch reagieren, sollten Sie dessen Büro verlassen „Ich stimme Ihnen zu, dass dieser Vorfall unangenehm ist. Lassen Sie uns deshalb zu einem späteren Zeitpunkt, die Sachlage in Ruhe weiterbesprechen. Im Moment sehe ich aufgrund der starken Emotionalität dafür keine Möglichkeit.“
  • Hinterfragen Sie Ihre (mögliche) Unsicherheit. Was fürchten Sie in diesem Moment? Was irritiert Sie an seinem Verhalten? Was glauben Sie, müssten Sie jetzt tun? 
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