Nutzen Sie als Frau gezielt die männlichen Lob-Rituale

3. August 2010

Gerade als Frau überlassen Sie nach einem Meeting oder Vortrag das Feld gern Ihren männlichen Kollegen, indem Sie sofort wieder zurück zu Ihrer Arbeit eilen. Stoppen Sie diesen weiblichen Rückzug. Gehen Sie stattdessen in die Offensive dank geschickter Lob-Rituale.

 

Männliche Lob-Rituale gezielt nutzen 

In der Regel halten sich Männer beim Geben von Lob und Feedback eher zurück – außer in ganz bestimmten Situationen: Nach Meetings, Vorträgen, Präsentationen und Co. Denn kaum ist das Meeting oder der Vortrag beendet, eilt Mann nach vorne zum Moderator oder Redner, um etwas typisch Männliches zu zelebrieren: Das Lob-Ritual.

 

Als Frau haben Sie dieses Verhalten oft genug erleben und beobachten können, vielleicht nur noch aus den Augenwinkeln, weil Sie pflichtbewusst eiligst zurück zur Ihrer Arbeit wollten. Oft wird Sie dieses männliche Gebaren von Ihnen mit einem Lächeln und Kommentaren, die Sie einer Kollegin anvertrauen, überspielt:

  • „Oh, jetzt wird wieder gefachsimpelt.“
  • „Das ist ja richtig peinlich, sich so aufzudrängen und sich einzuschmeicheln.“
  • „Nimmt der sich wichtig, einfach so den Redner anzusprechen.“
  • „Ach, das alte Boys-Netzwerk wird wieder aktiviert.“

 

Solche Gedanken und Kommentare sollten Sie ab heute vergessen – denn Lob-Rituale sind von riesigem Vorteil, gerade auch für Sie als Frau:

  • Sie treten ins Rampenlicht und verbessern so Ihr Ich-Marketing.
  • Sie knüpfen wichtige Kontakte.
  • Sie tauschen sich aus.
  • Sie erhalten indem Sie Fragen stellen, zusätzliche Informationen.
  • Sie bleiben nicht länger bloß ein Gesicht in der Menge.
  • Sie nutzen solche Nach-Gespräche zur gezielten Förderung Ihrer Karriere

 

Machen Sie sich die männlichen Lob-Rituale zu Nutze: 3 Tricks

 

Trick Nr. 1: Feedback als Einstieg

Jeder Redner oder Moderator freut sich über ein Feedback nach seinem Vortrag, um zu erfahren, wie seine Ausführungen bei Ihnen als Zuhörer angekommen sind. Heben Sie dabei hervor,

  • was Ihnen positiv aufgefallen ist. „Die Fotos in der Präsentation haben mir Ihre Aussage wunderbar veranschaulicht.“
  • was Neu für Sie war. „Dieser Aspekt war mir bisher völlig unbekannt.“
  • was Sie daraus ableiten und lernen werden. „Danke für Ihre Ausführungen, die mich dazu anregen, bestimmte Arbeitsabläufe zu hinterfragen.“

 

Tipp:

Machen Sie sich während des Vortrages Notizen. Markieren Sie Stichworte, an die Sie für ein Feedback anknüpfen möchten. Schreiben Sie sich unbedingt Ihre Fragen auf – nicht nur für die Diskussion im Plenum, sondern ganz gezielt für das Gespräch danach.

 



Trick Nr. 2: Bringen Sie sich ein

Sie werden nicht die Einzige sein, die das Gespräch mit dem Moderator oder Redner sucht. So mancher Kollege wird mit Ihnen um die Aufmerksamkeit des Redners buhlen. Deshalb heißt es für Sie, aktiv zu werden:

  • Suchen Sie gezielt den Augenkontakt mit dem Moderator oder Redner.
  • Halten Sie sich nicht im Hintergrund oder am Rand auf. Nehmen Sie deutlich Ihren Platz ein – und zwar so, dass Sie auch gut vom Redner gesehen werden können.
  • Nicken Sie bei den Ausführungen des Redners, als auch Ihrer Kollegen zustimmend. Natürlich nur, wenn Sie der Aussage auch wirklich beipflichten.
  • Ergreifen Sie das Wort, indem Sie
    • das Lob-Ritual Ihres Kollegen aufgreifen und Ihr eigenes Feedback hinzufügen.
    • Ihre gegenteilige Meinung begründend ausführen.
    • hierfür an Stichworte anknüpfen, um zu Ihren Argumenten überzuleiten. Gutes Zuhören ist dafür gefordert.
    • auf kleine Gesprächspausen achten. Klinken Sie sich sofort in das Gespräch ein, sobald Ihr Kollege oder der Redner seine Aussage beendet hat.
    • zu den gemachten Ausführungen Fragen stellen und so eine Diskussion unter allen Beteiligten einleiten.

 

Trick Nr. 3: Lenken Sie das Gespräch

Sie sollten auch im Lob-Ritual-Gespräch aktiv (mit-)bestimmen, wohin der Kurs des Gespräches gehen soll. Der Redner oder Moderator steht zwar im Mittelpunkt, d.h. aber nicht, dass er nun wie bei der Rede oder der Moderation die alleinige Regie über den Gesprächsverlauf führt. Beim Lob-Ritual-Gespräch treten alle als gleichberechtigte Gesprächspartner auf – nutzen Sie Ihre Chance.

 

Denken Sie an Ihre Ziele: Sie wollen

  • Ich-Marketing betreiben.
  • sich austauschen.
  • weiteres erfahren.

 

Und dies erreichen Sie am besten, indem Sie aktiv das Gespräch lenken. Seien Sie dabei ruhig auch etwas aggressiv, d.h. sollte Ihre Frage oder Ihr Gesprächspunkt im Trubel untergehen, erinnern Sie daran. Wiederholen Sie Ihr Anliegen, damit Sie Ihr Ziel erreichen. Oder falls der Redner aufbrechen muss, klären Sie, ob Sie ihm einige Fragen oder Gedanken per E-Mail mitteilen können.

 

Fragebogen zum Download

Analysieren Sie immer wieder einmal, wie gut Sie Ihre Ziele bei dem Lob-Ritual-Gespräch erreichen. Optimieren Sie schließlich Ihr Vorgehen. Der Fragenbogen „Lob-Ritual-Gespräch“ unterstützt Sie dabei.

 

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