Neue Studie von BITKOM und Fraunhofer IAO - Fachkräftemangel kostet IT-Branche 11 Milliarden €

23. Mai 2012

Mittelständische Unternehmen der IT-Branche leiden unter Fachkräftemangel laut Studie besonders stark

Rund 11 Milliarden € Umsatz entgehen deutschen IT-Unternehmen jährlich durch Wissens- und Kompetenzverlust. Dieses alarmierende Ergebnis zeigt die aktuelle Studie „Fachkräftemangel und Know-how-Sicherung in der IT-Wirtschaft“ des Fraunhofer IAO und des Hightech-Bundesverbands BITKOM. Nach Angaben des BITKOM gibt es in der IT-Branche aktuell rund 858.000 Beschäftigte. Rund 55 % davon sind IT-Spezialisten. Im ersten Quartal 2012 gaben 63 % der IT-Unternehmen an, dass der Fachkräftemangel ihre Geschäftstätigkeit bremst. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass trotz aktuell guter Geschäftsentwicklung vor allem das Wissen der mittelständischen Unternehmen verloren geht. So geben 64 % der Befragten an, dass sie einen Kompetenzverlust erleiden, weil Fachleute aus Karrieregründen das Unternehmen verlassen. Das trifft vor allem die mittelständischen IT-Unternehmen hart, weil sie im Vergleich zu größeren Konzernen in der Regel nicht so hohe Gehälter zahlen können. Weitere Gründe für Kompetenzverluste sind altersbedingtes Ausscheiden, das 42 % der Unternehmen nennen, und längere Familienphasen (35 %). Laut Umfrage geben 45 % der Unternehmen an, dass ihre Mitarbeiter infolge knapper Personalressourcen überlastet sind. 26 % mussten deswegen bereits Aufträge ablehnen, 9 Prozent konnten Projekte nicht zu Ende führen und bei 8 % sind Kunden deshalb abgewandert.

Änderung der Personalpolitik bei IT-Unternehmen durch Demografie notwendig

Die Demografie trifft die häufig noch als jugendzentriert geltende IT-Branche mit voller Wucht. Aktuell sind fast vier Fünftel (79 %) aller IT-Spezialisten in den Unternehmen unter 41 Jahre alt. Dieser Anteil wird innerhalb von zehn Jahren auf 45 % sinken. 63 % der befragten Unternehmen versuchen bereits heute, den informellen Wissensaustausch zu fördern. 49 % nutzen Tandemmodelle, bei denen ausscheidende Mitarbeiter und ihre Nachfolger eine Zeit lang zusammenarbeiten. Erst 38 % nutzen systematische Übergabe-Instrumente, bei denen Erfahrungen aus abgeschlossenen Projekten regelmäßig in Workshops an andere Mitarbeiter weitergegeben werden. 34 Prozent setzen eine lebensphasenorientierte Aufgaben- und Karriereplanung für ihre Mitarbeiter ein. Die IT-Unternehmen müssen ihre Personalpolitik an die Demografie und den damit verbundenen Fachkräftemangel anpassen, empfiehlt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Rohleder. Entscheidend sei dabei ein intelligenter Mix aus organisatorischen und technischen Maßnahmen. Unter den befragten IT-Unternehmen setzen 49 % Wissensdatenbanken ein, 48 % eine standardisierte Dokumentation, 43 Web-2.0-Instrumente und 39 % Expertensysteme.

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