Berufsunfähig infolge „Blutgrätsche“: Fußballer haftet persönlich für rücksichtsloses Foul

28. November 2012

Persönliche Haftung für „Blutgrätsche“: Rücksichtsloses Foul kostet 50.000 €

Der Kläger ist Amateurfußballer. Bei einem Meisterschaftsspiel der Kreisliga wurde er von dem beklagten Spieler der gegnerischen Mannschaft mit gestrecktem Bein gefoult. Durch das vom Schiedsrichter mit der gelben Karte geahndete Foul zog sich der Kläger eine schwere Knieverletzung zu, in deren Folge er seinen Beruf als Maler und Lackierer bis heute nicht mehr ausüben kann.

Berufsunfähig infolge „Blutgrätsche“ - Fußballer haftet persönlich für rücksichtsloses Foul

Der Kläger vertritt die Auffassung, der Beklagte habe ihm die Verletzung durch eine grob regelwidrige Spielweise zugefügt und forderte deshalb die Zahlung von Schadenersatz, insbesondere Schmerzensgeld. Der haftpflichtversicherte Beklagte verweigerte die Zahlung. Der Kläger habe sich bei einem regelgerechten Zweikampf um den Ball eine unglückliche Verletzung zugezogen. Das Landgericht (LG) gab der Klage statt und verurteilte den Beklagten zur Leistung von Schadenersatz und Schmerzensgeld in Höhe von 50.000 €. Der Beklagte ging in Berufung.

Ohne Erfolg. Das Oberlandesgericht (OLG) bestätigte die Entscheidung der Vorinstanz. Der Beklagte hafte für die Verletzung des Klägers. Zwar hafte ein Fußballspieler mangels Fahrlässigkeit nicht, wenn er seinen Gegenspieler bei regelgerechter und dem Fairnessgebot entsprechender Spielweise verletze. Das Foulspiel des Beklagten lasse sich jedoch nicht unter eine derartige Spielweise fassen. Vielmehr habe er rücksichtslos unter Verstoß gegen die geltenden Fußballregeln gehandelt. Ein derartiges Einsteigen begründe eine Haftung des Beklagten. Er habe den zur Verletzung des Klägers führenden Zweikampf ohne jede Rücksicht auf die Gefahr und die Folgen seines Einsteigens für den Gegner geführt. Davon sei das LG nach einer umfangreichen Beweisaufnahme zu Recht ausgegangen (OLG Hamm, Urteil vom 22.10.2012, Az.: I-6 U 241/11).

Ein Bandscheibenvorfall ist im Zusammenhang mit der Stornierung einer Reise als "unerwartete schwere Erkrankung" zu beurteilen. Das gilt nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Koblenz auch für den Fall, dass der Versicherte,... mehr
Ein Aufhebungsvertrag kann eine 12-wöchige Arbeitslosengeldsperre nach sich ziehen, wenn der Arbeitnehmer für sein Verhalten keinen wichtigen Grund hatte. Schließt eine ordentlich unkündbare Arbeitnehmerin einen Aufhebungsvertrag mit Abfindung, ist... mehr
Im Speditionsgewerbe haben die Lenkzeitverstöße massiv zugenommen. Deshalb ist kaum verwunderlich, dass Arbeitgeber ihren Fahrern bei solchen Verstößen die Bußgelder ersetzen. mehr
Das Landesarbeitsgericht (LAG) Berlin-Brandenburg hat jetzt überraschend entschieden, dass der Arbeitgeber einem ausgeschiedenen Mitarbeiter, der seinen Urlaub im vorangegangenen Jahr gar nicht beantragt hatte, dafür Schadenersatz leisten muss. mehr
Der Verkäufer eines gebrauchten Pkw muss den Käufer darüber aufklären, dass er das Fahrzeug kurze Zeit vor dem Weiterverkauf von einem nicht im Kfz-Brief eingetragenen "fliegenden Zwischenhändler" erworben hat. Das geht aus einer... mehr