Bürogestaltung: Die unterschiedlichen Büroformen im Vergleich

21. Juli 2014

Bürogestaltung - Die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Büroformen 

Deutschland arbeitet im Büro. Fast 13 Millionen Menschen sind in Klein-, Großraum- oder in Kombibüros beschäftigt. Das macht über ein Drittel der Erwerbstätigen in Deutschland aus. Die Größe und Art der Büros richtet sich in erster Linie nach der Anzahl der Mitarbeiter und der Größe der Firma insgesamt. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, viele Personen gemeinsam arbeiten zu lassen und ein passendes Betriebs- und Arbeitsklima zu errichten.

 

Eine klare Definition, ab wann ein Büro ein Großraumbüro ist, gibt es im Prinzip nicht. Allerdings hat sich der Richtwert ab einer Größe von 400 m² und ab 20 Mitarbeitern eingebürgert. Kleinraumbüros sind meist für bis zu fünf Mitarbeiter gedacht und in einem gemeinsamen Raum angesiedelt. Im Kombibüro gibt es Multifunktionszonen und Einzelarbeitsplätze in einem gemeinsamen Büro. Für oder gegen diese Büroformen sprechen bauliche Möglichkeiten und ihre Wirkung auf Gestaltung der Arbeitsabläufe und Leistung.   

 

1. Großraumbüros

Typisches Beispiel Großraumbüro auf www.business-netz.com
Foto: Wikimedia.commons.org © Petiatil (CC0 1.0

 

Die Vorteile des Großraumbüros

Seit einigen Jahren kehrt das Konzept des Großraumbüros immer  wieder mehr zurück. Bei einer guten Gestaltung bringt dieses Konzept einige Vorteile mit sich.

  • Durch großdimensionierte Räumlichkeiten kann die Teamarbeit gefördert werden.
  • Zudem gibt es eine große Flexibilität bei der Organisation der Arbeit.
  • Es wird eine bessere Zusammenarbeit hervorgerufen und dadurch auch der Kommunikationsfluss gefördert.
  • Durch die große Fläche des Büros entsteht auch eine flexible Nutzungsmöglichkeit.
  • Bei einer größeren Entscheidung kann das gesamte Team mit einer schnellen Abstimmung zu einem klaren Ergebnis kommen.


Ein weiterer großer Vorteil ist das Einsparpotenzial, das auf einer gründlichen Planung des Großraumbüros beruht

Steht vor der Einrichtung des Großraumbüros schon genau fest, wo beispielsweise Multifunktionsgeräte stehen sollen und in wie viele Gruppen der Raum unterteilt ist, kann die Verkabelung dementsprechend in Auftrag gegeben werden. Auf dieser Seite gibt es Datenblätter für entsprechende Bodeninstallationssysteme, die eine flexible Umgestaltung und Nutzung der Räume möglich machen können.

 



Wichtig! 

Bei der Größe des Raumes sollten Firmen auf die Richtlinien für den eigenen Arbeitsplatz achten, damit die Mitarbeiter ausreichend individuellen Platz besitzen. Beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales findet sich die Arbeitsstättenverordnung zum Herunterladen.

 

Die Nachteile des Großraumbüros 

Großraumbüros wurden wahrscheinlich aufgrund der Nachteile der Zellenbüros entwickelt. Doch auch diese sogenannten „Bürolandschaften“ ziehen Nachteile mit sich.

  • Das Büro muss mit einem hohen Aufwand für die künstliche Klimatisierung rechnen, da eine Belüftung auf natürliche Weise nicht mehr möglich ist.
  • Durch spontane Besprechungen, Telefonate oder Gespräche von Mitarbeitern ist eine völlige Konzentration auf die eigene Arbeit nicht mehr möglich.
  • Rückzugsmöglichkeiten für Arbeiten, bei denen eine hohe Konzentration notwendig ist, sind bei diesem Konzept nicht vorhanden.
  • Teilweise können sogar Zugangswege zu den Arbeitsplätzen oder Fluchtwege versperrt sein.
  • Bei der gemeinsamen Nutzung von Bürogeräten sind teilweise längere Wege erforderlich, da es häufig extra Räume mit Geräten für alle Mitarbeiter gibt.
  • Es treten immer mehr Gesundheitsbeschwerden auf. Häufige Gesundheitsbeeinträchtigungen sind beispielsweise Kopfschmerzen oder Kreislaufprobleme der Mitarbeiter.

 

2. Kleinraumbüros

Typisches Beispiel Kleinraumbüro auf www.business-netz.com
Foto: Pixabay.com © Joergelman (CC0 1.0)

 

In Kleinraumbüros finden maximal bis zu fünf Personen ihren Arbeitsplatz. Sie sind in Firmen sinnvoll, in denen es um Arbeit mit hoher Konzentration, geistigen Anforderungen sowie langfristige Projekte im Team geht. In einem Kleinraumbüro liegt der Flächenbedarf bei acht bis zehn Quadratmetern pro Person und in vielen Fällen sind meist nur zwei bis drei Personen in einem Raum untergebracht.

 

Die Vorteile des Kleinraumbüros 

In Deutschland ist diese Büroform sehr häufig in Verwendung, da  Einzelbüros häufig oft nur Führungskräften vorbehalten sind.

  • Durch die kleinere Fläche des Büros liegt ein Vorteil in der Produktivität des Mitarbeiters.
  • Lärmbelastung und Störungsrate sind gering, da wenige Personen Gespräche oder laute Telefonate führen können und kein hoher Durchgangsverkehr vorherrscht.
  • Die Mitarbeiter können stets unter hoher Konzentration arbeiten und so im Idealfall produktive Ergebnisse erzielen.
  • Die Mitarbeiter können ihren Arbeitsplatz im Kleinraumbüro individuell gestalten und ihre Privatsphäre für sich nutzen.

  

Die Nachteile des Kleinraumbüros 

  • Der erhöhte Flächenbedarf bei mehreren Büros in einer Firma fordert diverse Anschlüsse für Computer, Telefone und das Internet, die zusätzlichen Aufwand und Geld bedeuten.
  • Es kommt zu einer fehlenden Kommunikation mit anderen Abteilungen oder Mitarbeitern, da die Bürokollegen isoliert im eigenen Raum arbeiten und flexible Absprachen oder Veränderungen erst über mehrere Wege erfolgen.
  • Gibt es kein gutes Verhältnis zueinander, können Mitarbeiter ihren Kollegen nicht aus dem Weg gehen und geringere Produktivität und Qualität der Arbeit die Folge sein.


Kleinraumbüros können also effektiv sein, wenn die richtigen Personen aufeinander treffen und ein gutes Team entstanden ist. Dieser Artikel liefert hilfreiche Tipps für eine Verbesserung des Teamworks.

 

3. Kombibüro

Typisches Beispiel Kombinationsbüro auf www.business-netz.com

Wikimedia.commons.org © Guidoblock (CC BY-SA 2.5)

 

Ein Kombibüro ist eine Kombination aus Einzelbüros und Multifunktionsbereichen in einem Raum. Dies ist besonders interessant für Unternehmen, in denen unterschiedliche Arbeitsabläufe und -konzepte eine hohe Flexibilität erfordern und dementsprechend großer Bedarf an individuellen Lösungen besteht. Meist gibt es für Besprechungen und Teamarbeit einen gemeinsamen Bereich in der Mitte des Büros, in dem alle beteiligten Personen zusammen kommen, während in Einzelbüros spezielle Arbeiten alleine oder zu zweit zu erledigen sind. Die Größe des Büros kann dabei je nach Mitarbeiterzahl sehr stark variieren, ebenso die Raumaufteilung. Oft sind Stellwände, Pflanzen, Aufenthaltszonen oder Einzelbüros mit Glaswänden vorhanden.

 

Die Vorteile des Kombibüros 

Die Kombination dieses Bürokonzepts soll eine Zusammenführung zwischen Kommunikation und konzentriertem Arbeiten ermöglichen.

  • Durch die aufgeteilten Zonen können sowohl konzentriertes Arbeiten im Einzelbüro als auch die Teamarbeit in der Gemeinschaftszone miteinander verbunden werden.
  • In den Gemeinschaftszonen ist eine gezielte Kommunikation nach Bedarf möglich und die Privatsphäre dagegen kann im Einzelbüro gleistet werden.
  • Beide Zonen zeigen eine gewisse Flexibilität auf, da sie aufgrund der versetzbaren Wände umgebaut werden können.
  • Im Gegensatz zu den Großraumbüros können die Mitarbeiter in den Einzelbüros Klima und Beleuchtung selbst regeln.

 

Die Nachteile des Kombibüros 

Bei Kombinationsbüros muss man aber auch beachten, dass sich die Angestellten natürlich nicht gleichzeitig in der Gemeinschaftszone und im Einzelbüro aufhalten können.

  • Im Verhältnis zur Anzahl der Arbeitsplätze beansprucht das Kombinationsbüro einen höheren Flächenbedarf.
  • Da sich die Gemeinschaftszone sozusagen auf dem Gang befindet kann es hier zu fehlendem Tageslicht kommen.
  • Zudem können die Beschäftigten durch die Glaswände, die als Abtrennung zur Gemeinschaftszone dienen, leicht abgelenkt werden.
  • Ein einheitliches Lüftungskonzept existiert in vielen Büros ebenfalls nicht in ausreichender Form, da die Gemeinschaftszonen oft in der Mitte der Räume liegen.
  • Wer zu viele Stellwände und Raumtrenner anbringt, kann eventuell die Tageslichtqualität der Räumlichkeiten stark herabsetzen.

 

Die Seite buero.info gibt weitere Informationen über die Lichtgestaltung und Verbesserung von Büroräumen.

 

Fazit

Der Trend geht immer mehr weg von Einzelbüros und hin zu Kombi- oder Großraumbüros. Dies ist der Größe der Betriebe geschuldet, aber auch der Verknüpfung von vielen Arbeitsbereichen und Aufgaben. Statische Büroräume sind in vielen Fällen nicht mehr haltbar und für Unternehmen, die viel Wert auf Teamarbeit und Kommunikation legen, nicht von Vorteil.

Das vollständige Wegfallen des eigenen Arbeitsplatzes, wie es in einigen Ländern bereits möglich ist, stößt in Deutschland jedoch nicht auf viel Gegenliebe. Wer sich in seinem Büro wohlfühlt, will seine Privatsphäre geschützt sehen und seine persönlichen Interessen und Ideen einbringen. Dies kann aber auch in Großraum oder Kombibüros möglich sein, wenn Ausgleichsräumlichkeiten oder Mitarbeiterzonen vorhanden sind.

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