Glaubwürdigkeit steigern: Verbale Signale und non-verbale Signale im Einklang halten

7. Februar 2019

Haben Sie manches Mal den Eindruck, Ihre Mitarbeiter zweifeln an Ihren Worten? Oder Ihre Kunden reagieren zurückhaltend auf Ihre Zusagen? Überprüfen Sie in solchen Situationen unbedingt Ihr Auftreten – oft gibt es hier dramatische Diskrepanzen zwischen Ihren verbalen und non-verbalen Signalen. Folge: Ihre Glaubwürdigkeit sinkt.

 

Verbale Signale und non-verbale Signale im Einklang

Glaubwürdig zu sein ist ein Attribut, das Sie als Führungskraft benötigen. Denn wer glaubwürdig ist,

  • dem wird Glauben geschenkt,
  • der gilt als zuverlässig,
  • der wird ernst genommen,
  • dem wird Vertrauen entgegengebracht,
  • dem wird sich anvertraut,
  • der gilt als rechtschaffen und ehrlich.

 

Kurzum: Solch einem Menschen wird gerne gefolgt.

Allerdings ist es nicht so einfach, glaubwürdig zu wirken, da für ein glaubwürdiges Auftreten 3 Ebenen entscheidend sind:

  • Ebene 1: Ihre Worte und Aussagen
  • Ebene 2: Ihre Körpersprache, die non-verbalen Signale
  • Ebene 3: Ihre Taten, die den Worten folgen oder nicht folgen

 

Stimmen diese drei Ebenen nicht miteinander überein, leidet Ihre gesamte Glaubwürdigkeit.

 

Beispiel:

Ihr Mitarbeiter klopft bei Ihnen an und fragt „Haben Sie einen Moment Zeit? Es geht um die Analyse.“ Sie winken ihn mit den Worten „Selbstverständlich, setzen Sie sich“ ins Zimmer. Ihr Mitarbeiter folgt der Aufforderung und beginnt sofort mit seinen Ausführungen. Doch während Sie zuhören, wandert Ihr Blick immer öfters auf die Akten, die auf Ihrem Schreibtisch liegen und Sie beginnen sich auf Ihrem Chefsessel unruhig hin- und her zubewegen.

Ihr Mitarbeiter registriert Ihre Signale, gerät ins Stocken und sagt schließlich „Vielleicht sollte ich später wieder kommen?“, worauf Sie nur „Nein, nein“ antworten. Daraufhin beendet Ihr Mitarbeiter schnell seinen Bericht und verlässt, nachdem Sie ihm kurz eine Anweisung gegeben haben, unzufrieden Ihr Zimmer. Er denkt „Immer die großen Sprüche, wir sollten jederzeit zu ihm kommen. Und wenn man es tut, ist er nicht bei der Sache. Dem glaube ich so schnell nicht mehr.

 

Was ist schief gelaufen?

Der Mitarbeiter hat den einladenden Worten „jederzeit zu mir kommen“ Glauben geschenkt. Doch die widersprüchlichen Signale des Vorgesetzten haben diesen schnell zerstört. Die Folge: Die Glaubwürdigkeit des Vorgesetzten bricht zusammen.

 

So steigern Sie Ihre Glaubwürdigkeit: 3 Schritte

 

Schritt 1: Sensibilisieren Sie sich für die 3 Ebenen

Um einen Einklang zu erreichen – und dadurch Ihre Glaubwürdigkeit zu erhöhen -, ist es erforderlich, dass Sie sich über Ihre Signale bewusst werden.

 

Fragebogen zum Download

Nutzen Sie hierfür unseren Fragebogen: Glaubwürdiges Auftreten, um gezielt bestimmte Situationen zu überprüfen.

 



Schritt 2: Verbale Signale und non-verbale Signale abstimmen

Ihre Worte können Sie hören. Ihre non-verbalen Signale werden Sie jedoch kaum wahrnehmen. Und gerade dadurch entsteht meist eine Schieflage, der Sie gegensteuern können. Dadurch, dass Sie bereits die eine oder andere Situationen mit Hilfe des 1. Schrittes überprüft haben, wissen Sie jetzt, welche non-verbalen Signale Sie gerne und oft einsetzen.

 

Überlegen Sie nun in Ruhe,

  • ob diese non-verbalen Signale zu Ihren Worten passten.
  • welche non-verbalen Signale Sie auch zeigen könnten.
  • welche non-verbalen Signale wohl in dieser Situation am geeignetsten wären, um Ihre Worte und damit Ihre Glaubwürdigkeit zu unterstützen.

 

Tipp:

Beobachten Sie Ihre Umwelt – ob im Meeting, bei Gesprächen, bei TV-Talkshows oder Filmen. Wann stimmen die verbalen und non-verbalen Signale überein? Wann erscheint derjenige glaubwürdig bzw. unglaubwürdig? Warum? Was können Sie daraus lernen?

 

Schritt 3: Sprechen Sie die Diskrepanzen an

Es wird immer wieder Situationen geben, in denen es Ihnen schwerfallen wird, stets auf allen 3 Ebenen eine Übereinstimmung zu erreichen. Statt nun aber so zu tun, als wäre alles im glaubwürdigen Bereich, sprechen Sie diese Diskrepanzen direkt an. Ziel dabei ist,

  • Ihrem Gegenüber zu bestätigen, dass seine Wahrnehmung richtig ist.
  • mögliche Irritationen und Verwirrungen, die durch widersprüchliche Signale entstehen, bei Ihrem Gesprächspartner auszuschalten.
  • Ihre Glaubwürdigkeit zu stärken. Denn Sie erklären, warum es zu den Diskrepanzen kommt. Ihr Gegenüber muss nicht spekulieren, sondern kann Sie und Ihre Signale nachvollziehen.

 

Beispiele:

  • Sie haben vor Ihrem Treffen mit einem wichtigen Stammkunden einen Anruf erhalten, der Ihre Projektplanung drastisch beeinflusst. Als Ihre Sekretärin den Stammkunden in Ihr Büro begleitet, sind Sie noch immer innerlich aufgewühlt und Sie wissen, man sieht Ihnen Ihre Anspannung an. „Herr F. ich freue mich, Sie heute zu sehen. Sie müssen entschuldigen, wenn ich noch ein wenig gestresst wirke, nur hatte ich eben ein heikles Telefonat zu führen. Wie wäre es mit es mit einer Tasse Kaffee?! Dann können Sie in Ruhe ankommen und ich in Ruhe wieder herunterkommen. Schließlich möchte ich Ihnen meine ungeteilte Aufmerksamkeit schenken. - Frau F., bringen Sie uns bitte zwei Tassen Kaffee und in der nächsten Stunde keine Störungen, danke.“
  • Herr E., meine Devise lautet, stets für meine Mitarbeiter da zu sein. Nur als ich Sie hereingebeten hatte, damit Sie mir über Ihre Analyse berichten können, hatte ich nicht angenommen, dass es doch länger dauern würde, bis wir alles besprochen haben. Wie Sie sicher an meiner Unruhe bemerkt haben, bin ich unter Zeitdruck, da ich noch eine Angelegenheit vor Mittag klären muss. Ich schlage deshalb vor, dass wir uns heute Nachmittag zu einem ruhigen Gespräch zusammensetzen. Passt es Ihnen um 15.00h?“
  • Ich weiß, ich habe Ihnen vor sechs Wochen zugesagt mich um eine Verbesserung der Zusammenarbeit mit der Abteilung Forschung zu kümmern und habe Ihnen bisher noch keine Rückmeldung gegeben. Die Angelegenheit konnte allerdings erst gestern endgültig geklärt werden. Die Geschäftsleitung hat sich entschlossen, einen Mitarbeiter als Koordinator zwischen den Abteilungen einzusetzen.“
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