Entschuldigen - Für ein besseres Miteinander

20. Februar 2019


„Das Wort „Verzeihung“ ist die beste Münze im Haus.“
(Weisheit aus China)


Um Verzeihung zu bitten fällt vielen Menschen sehr schwer. Doch sich aufrichtig und selbstsicher zu entschuldigen, ist eine großartige Möglichkeit, aufgewallte Wogen wieder zu glätten.

 


Kennen Sie Situationen wie diese?

  • Sie freuen sich seit Wochen auf den gemeinsamen Konzertbesuch, den Sie Ihrem Partner/Ihrer Partnerin geschenkt haben. Endlich ist es soweit. Doch ein Meeting mit Ihrem Chef dauert länger als geplant. Sie rufen zu Hause an und sagen, dass Sie sich verspäten werden. Ihr Partner/Ihre Partnerin reagiert darüber sauer und zutiefst enttäuscht.

  • Ihr Chef stürmt aufgebracht in Ihr Büro: „Sie sollten mir die Akten vom Klienten Max Maier vorbereiten. Während des Kundentermins musste ich feststellen, dass Sie mir die Akte von Hans Huber hingelegt haben.“

  • Eine Kundin betritt aufgebracht das Brillengeschäft und knallt ihre Brille auf die Bedienungstheke: „Schauen Sie her! Gestern erst war ich bei Ihnen und habe die Fassung richten lassen. Heute ist sie schon wieder komplett verzogen!“

  • Vor lauter Terminen haben Sie eine Verabredung zum Abendessen mit einer lieben Freundin vergessen.



Die Basis für eine gute Beziehung

Ist Ihnen an einer guten Beziehung gelegen, ist es wichtig, um Entschuldigung bitten zu können. Sie stimmt den anderen versöhnlich, der Weg für ein harmonisches zukünftiges Miteinander ist geebnet.
Doch manchen Menschen fällt es schwer, um Verzeihung zu bitten. Nicht jede Entschuldigung kommt so an, wie wir es uns wünschen.
Zudem ist in dem Begriff „Entschuldigung" das Wort „Schuld“ enthalten. Und die nimmt niemand gerne auf sich. Ganz besonders dann nicht, wenn er sie nicht wirklich erkennen kann oder er an der Sache gar nicht beteiligt war.


„Ich bin doch gar nicht Schuld!“

So mag es der Mitarbeiterin im oben genannten Brillengeschäft schwerfallen, sich für einen Fehler zu entschuldigen, den nicht sie, sondern der Kollege zu verantworten hat.

Auch der beruflich eingespannte Partner empfindet es als völlig unverständlich, warum er sich entschuldigen soll. Schließlich hat sein Chef dieses Meeting kurzfristig anberaumt.
Leider sehen viele Menschen hierzulande eine Entschuldigung als ein Eingeständnis von Schwäche. Und die mag sich in einer von Erfolgsdruck geprägten Welt nahezu niemand mehr leisten.


Entschuldigen: Tatsächlich ein Zeichen von Schwäche?

Manch einer ist der Meinung, dass es beim Entschuldigen ein Gefälle gibt. Kindern müssten sich bei den Eltern entschuldigen, der Mitarbeiter beim Chef und der Dienstleister beim Kunden. Doch das ist ein Trugschluss. Vielmehr geht es darum, souverän für einen Fehler einzustehen. Da ist es ein Zeichen von Größe und hat auch etwas mit der so wichtigen Vorbildfunktion zu tun, dies aus jeder Position heraus vorzuleben.


Gesichtsverlust oder Makel?

Um Verzeihung zu bitten ist in der Regel das Eingeständnis, einen Fehler gemacht zu haben. Das wird von vielen als Schande, Makel oder gar als Gesichtsverlust empfunden. So lernen bereits Kinder, Fehler zu verheimlichen oder die Schuld auf andere zu schieben.
Viele Erwachsene wollen perfekt nach außen wirken und stehen nicht zu ihren Niederschlägen, Fehlern oder auch zu Situationen, in denen Sie andere verletzt haben. Daher ist es nicht verwunderlich, dass gegenwärtig so mancher die Entschuldigung nicht einmal dann für nötig hält, wenn er einem anderen auf den Fuß getreten ist.

In anderen Ländern – so beispielsweise in Großbritannien – wird wie selbstverständlich „Sorry!“ gesagt. Dieses „Sorry“ geht leicht über die Lippen. Es gehört zum guten Ton – ja sogar zur Grundgesinnung, sein Bedauern zu zeigen und für Unannehmlichkeiten oder Fehler offen um Verzeihung zu bitten. Formulierungen wie beispielsweise „I`m afraid that, I apologize for...“ sind hier oft zu hören.


Aus meiner Sicht stellen die Fähigkeit und Bereitschaft, um Entschuldigung zu bitten, keinesfalls ein Zeichen von Schwäche dar, sondern vielmehr ein Zeichen von Größe und innerer Stärke. Zudem gehört es im Deutschen zur höflichen Sprache wie ein „Bitte“ und
„Danke“.

 

Ein gutes Verhältnis pflegen

Für ein harmonisches Miteinander ist es unabdingbar aufeinander zuzugehen. Das setzt auch die Bereitschaft voraus, sich gegebenenfalls zu entschuldigen, um eine gleichbleibende Harmonie auf Augenhöhe herzustellen.


Bitten Sie um Verzeihung,
• wenn Sie ein gestörtes Verhältnis wieder in Ordnung bringen möchten.
• wenn Sie einen anderen Menschen verletzt oder gekränkt haben. Auch wenn Sie ihm auf welche Art auch immer Unannehmlichkeiten oder Schaden bereitet haben, gehen Sie auf ihn zu. Dabei ist es unerheblich, ob Sie dies bewusst oder unbewusst getan haben.

 

Einer für alle – alle für einen

Im geschäftlichen Umfeld drücken Sie Ihr Bedauern auch dann aus, wenn weder Sie selbst noch ein anderer Kollege direkter Verursacher der Reklamation oder des Konflikts waren.

Sie entschuldigen sich im Namen der Firma, ohne die Schuldzuweisungen des Kunden persönlich zu nehmen. Sehr souverän wirken Sie sowohl auf Kunden als auch auf Geschäftspartner, wenn Sie die Verantwortung für die Fehler anderer Mitarbeiter übernehmen oder im Verkauf auch für die Fehler des Herstellers geradestehen.

Als direkter Ansprechpartner mögen Sie sich zwar wie ein Blitzableiter fühlen. Doch im Außenverhältnis repräsentieren Sie die Firma mit dem gesamten Team, Sie sind wie ein Puzzleteilchen des kompletten Unternehmens.
Wie Sie die Sachlage intern klären und dass Sie den Hersteller oder Mitarbeiter in die Verantwortung nehmen, ist selbstverständlich, doch bleibt der Kunde oder Geschäftspartner hierbei außen vor.

 

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Autor: Heike Holz
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