Prüfungsanfechtung: So gelingt Ihr Einspruch

16. Januar 2019

Fast jeder war schon einmal in solch einer Situation: Sie haben das Ergebnis einer Klausur oder Abschlussarbeit bekommen und sind nicht zufrieden. Oft liegt das an der eigenen Leistung. Aber wenn Sie sich darüber hinaus ungerecht behandelt fühlen, sollten Sie handeln.

 

mathematische Formeln

 

Welche Schritte sind nötig für eine erfolgreiche Prüfungsanfechtung? Mit welchen Erfolgen können Sie rechnen? Welche möglichen Kosten kommen auf Sie zu? Hier geben wir die wichtigsten Informationen.

 

1. Anfechtbare Prüfungen

Jede Art von Prüfung kann generell angefochten werden. So reicht die Möglichkeit des Einspruchs von den Klausuren und Abschlussarbeiten an einer Universität bis hin zu anderen staatlichen Prüfungen. Besonders häufig angefochten werden mündlich abgehaltene Klausuren oder Abschlussarbeiten, die schlechte oder unbefriedigende Ergebnisse erzielt haben. Hierbei entstehen die meisten Verfahrensfehler, die Sie dann auch anfechten können.

 

2. Gründe zur Anfechtung

Triftige Gründe für eine Prüfungsanfechtung sind vor allem Bewertungsfehler und Fehler im Verfahren. Das umfasst unter anderem:

  • Richtige Antworten, die falsch gewertet wurden
  • Zeiten, die nicht eingehalten wurden
  • Falsche Anzahl der Beisitzer
  • Prüfungsordnung wurde nicht eingehalten oder ist laut 47 BBiG fehlerhaft
  • Prüfungsstoff war unpassend
  • Störung der Prüfungssituation
  • gesundheitliche Einschränkungen

 

Wichtig ist allerdings, dass Sie genügend Beweise gesammelt haben. Nur, wenn Sie die Verfahrensfehler auch nachweisen können, hat Ihre Anfechtung Erfolg.

 

3. Ab wann ist eine Prüfungsanfechtung sinnvoll?

Besonders, wenn die schlechte Note die Karriere belastet oder sogar das Ausüben des Berufs unmöglich macht, sollten Sie Einspruch gegen das Ergebnis einer abgelegten Prüfung erheben. Hier geht es zum Beispiel um die Noten des Staatsexamens oder einer Abschlussarbeit. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob die Anfechtung einer bestimmten Prüfung vielversprechend ist, wenden Sie sich am besten an einen Anwalt für Prüfungsanfechtung. Dieser kann mit Ihnen die Chancen auf Erfolg bestimmen und das gesamte Vorgehen genau planen.

 

4. Vorgehen bei der Anfechtung

Wichtig ist, dass Sie direkt nach einer schlecht ausgefallenen Prüfung diese förmlich anfechten. Das muss innerhalb von einem Monat nach der Bekanntgabe der Ergebnisse passieren. Sonst haben Sie keinerlei rechtlichen Anspruch mehr auf die Revision des Ergebnisses. Auch zählen hier Wiedersprüche nur in schriftlicher Form – Eine formlose E-Mail gilt übrigens nicht als passendes Kommunikationsmittel. Um nachzuweisen, dass die Prüfer im Verfahren Fehler gemacht haben, setzen Sie einen detaillierten förmlichen Einspruch auf. Den schicken Sie dann per Post an die jeweilig zuständige Stelle.

 

5. Konsequenzen und Ziele des Einspruchs

Wenn Ihr Widerspruch akzeptiert wird, können zwei potentielle Ergebnisse erzielt werden:

  • Der Prüfer gibt eine neue, bessere Bewertung ab.
  • Die gesamte Prüfung muss wiederholt werden.

 

Der Ausgang hängt vor allem von den jeweiligen Verantwortlichen, Prüfungsämtern und der Beweislage ab. Ist der Prüfer uneinsichtig und auch die offizielle Stelle genehmigt eine Revision nicht, müssen Sie zu externen Stellen gehen: Dann hilft nur noch der Gang zum Verwaltungsgericht. Bevor Sie diesen Schritt gehen, sollte allerdings unbedingt geprüft werden, ob die Klage Erfolgsaussichten hat oder nicht.

 

6. Kosten des Verfahrens

Solange die Prüfungsanfechtung innerhalb der Einrichtung, in der Sie die Klausur auch geschrieben haben, stattfindet, entstehen Ihnen keine Kosten. Wenn Sie aber Ihre Anfechtung bis vor ein Gericht tragen, können unter Umständen hohe Kosten entstehen. Bedenken Sie: Der Anwalt bekommt ein gesetzlich vorgeschriebenes Honorar. Bei Verlust der Klage tragen Sie außerdem die gesamten Prozesskosten. Gewinnen Sie, müssen Sie allerdings nichts bezahlen.

 

Sind Sie sich nicht ganz sicher, ob eine Prüfungsanfechtung Aussichten auf Erfolg bietet? Dann setzten Sie sich unbedingt mit einem Anwalt in Verbindung. Dieser ist auch in der Lage, einen umfangreichen förmlichen Widerspruch fristgerecht einzureichen. Nur so haben Sie auch eine Chance an die ersehnte bessere Bewertung zu gelangen.

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