Angst vor Altersarmut: Arme Rentner im reichen Deutschland?

5. Juni 2014

Eine empirische Studie bringt es ans Licht: Bisher ist man davon ausgegangen, dass 70% des letzten Nettoeinkommens dem deutschen Rentner einen komfortablen Lebensabend bescheren.

Die neuen Erkenntnisse aber zeigen: Senioren bräuchten 87% vom letzten Nettogehalt, um ihren Lebensabend ohne finanzielle Probleme genießen zu können.    

 

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Forschungsergebnisse der Universität Bochum

Von der Investmentgesellschaft Fidelity in Auftrag gegeben, zeigt die von der Universität Bochum ins Leben gerufene Studie, dass 70% des letzten Nettoeinkommens nicht mehr ausreichen, um Senioren in finanzieller Hinsicht einen geruhsamen Lebensabend zu sichern. Herausgefunden hat dies Dr. Martin Werding, Professor für Sozialpolitik und öffentliche Finanzen an der Ruhr-Uni Bochum. Dazu hat er Daten des sozio-ökonomischen Panels des Wirtschaftsforschungsinstituts DIW Berlin zurate gezogen, die folgendermaßen ermittelt wurden: In einer repräsentativen Umfrage wurden 20.000 Personen in zirka 11.000 privaten Haushalten bezüglich ihrer finanziellen Zufriedenheit zwischen dem Rentenantritt und dem 75. Lebensjahr befragt. Dabei kam heraus, dass das bisher angenommene Auskommen mit der Rente nicht mehr zutrifft – die Mehrheit der befragten Personen hätte gern mehr zum Leben zur Verfügung. Die Studie zeigt: Selbst ein Senior mit lückenloser Erwerbsbiografie kann künftig jeden Monat 650 Euro zu wenig besitzen – das sind 350 Euro mehr als bisher vermutet. 

 

Folge: Die Senioren von morgen müssen heute selbst vermehrt fürs Alter vorsorgen. Doch inwieweit ist das nötig? Das Feststellen einer eventuellen Versorgungslücke hilft hier.



   

Wichtig: Mögliche Versorgungslücke berechnen

Dazu Jürgen Schlüpfer, selbstständiger Handelsvertreter für Swiss Life Select und Spezialist für betriebliche Altersvorsorge (bAV): „Am besten steuert man einer Versorgungslücke entgegen, indem man sie als erstes ermittelt. Anschließend gilt es, aufgrund dieser ersten Analyse individuelle Lösungen für jeden Bedarf zu finden. Das kann nur eine ganzheitliche und qualifizierte Finanz- und Vorsorgeberatung bieten.“

  • Der erste Schritt zum Feststellen einer Versorgungslücke ist ein Blick ins jährliche Infoschreiben der Deutschen Rentenversicherung. Es informiert über die voraussichtlich zu erwartende Rente. Dabei sollte allerdings nicht vergessen werden, dass von dem genannten Betrag noch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge abgezogen werden. 
  • Mögliche Rentensteigerungen sollte man eher vorsichtig bewerten – ein Prozent ist hier die empfehlenswerte Marge.
  • Wurde auf diese Weise die gesetzliche Rente ermittelt, müssen noch Zusatzrenten aufaddiert werden. Ist dies geschehen, hat man seine zukünftige Rente annähernd ermittelt.

 

Eine Versorgungslücke zeigt sich nun als Differenz zum aktuellen, höheren Nettoeinkommen.

  

Selbst vorsorgen, um seinen finanziellen Standard zu halten

Jürgen Schäfer von Swiss Life Select rät hierzu: „Wer im Alter einen angemessenen Lebensstandard halten möchte, muss also privat vorsorgen, denn der Staat entzieht sich dieser gesellschaftlichen Aufgabe immer stärker“.

 

Aus diesem Grund ist ein individuell geschnürtes Vorsorgepaket aus Aktienanlagen, börsennotierten Indexfonds, Sachwerten und der Riesterrente aus seiner Sicht mehr als empfehlenswert. 

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