Gute Entscheidungen treffen - Mit Herz und Verstand!

4. April 2014

 

Man sage nicht, das Schwerste sei die Tat;
das Schwerste dieser Welt ist der Entschluss.

                                                           (Franz Grillparzer)

 

Wir alle treffen Entscheidungen – die Wissenschaft sagt „bis zu 20.000 am Tag!“. Manche fallen uns leichter, manche schwerer. Entscheidungen treffen bedeutet immer: Es gibt eine Wahl zwischen mindestens zwei Alternativen mit einer mehr oder weniger großen Bedeutung für unser Leben!

 

Entscheidungen treffen mit Herz und Verstand - Nicole Gergen auf www.business-netz.com 

Gleichzeitig steht fest: Wer gute Entscheidungen trifft, ist auf Dauer erfolgreicher, glücklicher, zufriedener – sei es im Berufsleben oder Privat!

 

Doch: Alles leichter gesagt, als getan! Oder?

 

Entscheidungen treffen

Jeder von uns kennt schwierige Entscheidungssituationen, in denen wir zwischen zwei Möglichkeiten hin- und hergerissen waren. Vielleicht haben wir Listen mit Pro und Contra geführt, den Kollegen oder besten Freund befragt. Doch die Hoffnung, am Ende zu einem eindeutigen Ergebnis zu kommen, blieb unerfüllt: Unentschieden hielten sich die Alternativen bis zum Schluss die Waage.

 

Die Bedeutung von Emotionen

Lange galt: „Gute Entscheidungen werden mit dem Verstand getroffen!“ Emotionen und Bauchgefühl irritieren, stören und behindern den klaren Verstand.

 „Sei doch mal vernünftig!“, „Schalte doch mal den Verstand ein!“ – Wer kennt solche Äußerungen nicht!?  

 

Gute Entscheidungen treffen kann also nur der, dem es gelingt, seine Gefühle im Zaum zu halten und zu kontrollieren?



 

Psychologie und Hirnforschung bestätigen heute:

„Gefühle sind für gute Entscheidungen  unentbehrlich und wesentlicher Bestandteil der Vernunft!“

Hirnforscher gehen davon aus, dass unser Gehirn über ein sog. „Emotionales Erfahrungsgedächtnis“ verfügt. Dieses speichert im Laufe unseres Lebens all das, was wir als gut oder schlecht erleben – und zwar in Form von Gefühlen und Körperempfindungen.

 

Wichtige Körpersignale

Haben wir etwas als positiv erlebt, speichert unser Gehirn „Gut gewesen – bei Möglichkeit wiederholen!“ und verbindet es mit einem Gefühl von Freude, Entspannung, „Bäume ausreißen können“.

 

Haben wir etwas als negativ, schwierig, vielleicht sogar bedrohlich erlebt, speichert unser Gehirn das Erlebnis unter „Schlecht gewesen – in Zukunft unbedingt vermeiden!“ und äußert sich mit unangenehmen Signalen wie Unwohlsein, verkrampften Schultern bis hin zu „zitternden Knien“ oder Schweißausbrüchen.

 

Erleben wir später ähnliche Situationen, werden in Sekundenbruchteilen angenehme oder unangenehme Empfindungen und Körperreaktionen ausgelöst – je nachdem was in unserem „Emotionalen Erfahrungsgedächtnis“ hinterlegt ist.

 

Es genügt sogar, sich eine Situation nur vorzustellen, um eine Gefühlsregung auszulösen. Auf diese Weise können wir schwierige Entscheidungen vorab im Geiste durchspielen und unser Bauchgefühl befragen. Denn über unseren Körper können wir jederzeit auf unsere gesamte Lebenserfahrung zurückgreifen!

 

Warnrufe des Körpers

Bei vielen ist die Fähigkeit, Köpersignale wahrzunehmen, inzwischen verkümmert oder sie versuchen „unerwünschte“ Körpersignale zu ignorieren – schließlich ist bei Entscheidungen ja nur der kühle Verstand gefragt. Doch genau so entstehen belastende Situationen, wie sie viele von uns kennen.

 

Wer sich nach einer Fehl-Entscheidung an den Augenblick der Entscheidung zurückerinnert, stellt oft fest, dass ihn sofort ein ungutes Gefühl beschlich – nur hat er nicht darauf gehört!

 

Deshalb gilt:

Warnrufe des Körpers aufmerksam beobachten und bei Entscheidungen bewusst berücksichtigen!

 

Diese Signale entstammen unserer persönlichen Lebenserfahrung und liefern meist zuverlässige Anhaltspunkte dafür, was uns gut tut und was wir besser vermeiden sollten. Die Aufmerksamkeit für das, was in unserem Körper abläuft, ist also eine unverzichtbare Hilfe für ein gutes Leben und kluge Entscheidungen!

 

In Zukunft also

Kopf ausschalten und auf den Bauch verlassen!?

NEIN! Denn erstaunlich schnell lassen wir uns von unbewussten Ängsten, Vorurteilen, Gedankenkonstrukten beeinflussen. Denken Sie an eine Führungskraft kurz vor einem Vortrag vor dem Vorstand oder einem großen Zuhörerkreis: Herzklopfen, Schnappatmung, feuchte Hände. Unangenehm! „Schon mal als negativ erlebt – in Zukunft unbedingt vermeiden!?“ Nein. In bestimmten Situationen empfiehlt es sich unseren Emotionen zuwider zu handeln. So lernen wir dazu, können unser Spektrum erweitern.

 

Negative Ur-Einstellungen lassen sich verändern! Genauso wie unser Gehirn einst eine Verbindung zwischen „Vortrag – Vorstand – Lampenfieber –> Unangenehm!“ knüpfte, kann es diese auch mit einer neuen positiven Erfahrung belegen – nämlich dann, wenn unsere Führungskraft persönliche Strategien entwickelt, um mit ihrem Lampenfieber umzugehen.

 

Ob eine Erfahrung und die damit verbundenen körperlichen Symptome für eine aktuelle Situation noch taugen, kann jeder immer wieder neu entscheiden. Denn unser Gehirn verfügt lebenslang über die Fähigkeit, hinzuzulernen. Wir können Situationen analysieren, in denen unser Handeln weniger erfolgreich war und aus erneutem „Versuch & Irrtum“ lernen!

 

Es ist also wichtig, beides zu haben: Gefühl und Verstand – und beide miteinzubeziehen!

 

"Jede Entscheidung hat ihren Preis!"

Deshalb ist es wichtig, persönliche Entscheidungen selbst zu treffen – Gestaltungsspielräume, die wir haben, zu nutzen und sie nicht dem Zufall oder anderen zu überlassen.

 

Unterstützende Gedanken:

  1. Fehler lassen sich auch korrigieren!
  2. Ich suche den Rat von anderen.
    Aber ich vertraue mir selbst! Und höre bewusst auf mich!
  3. Meine Erfolge im Beruflichen und im Privaten sind das Resultat der von mir getroffenen Entscheidungen!
  4. Ich nehme mir die Zeit, jede Entscheidung sorgfältig zu durchdenken.
  5. Doch: Wenn etwas getan werden muss, dann tue ich es auch!

 

Gute Voraussetzungen, um wichtige Entscheidungen zu treffen:

  1. Wenn man sich partout nicht entscheiden kann:
    Eine Nacht drüber schlafen!
  2. Stress vermeiden, denn Stress blockiert das Gehirn.
    „Stille Stunden sind die beste Zeit für klare Entscheidungen.“ (Autor: unbekannt)
  3. Machen Sie sich klar, was Ihnen wichtig ist, was Sie mit Ihrem Leben tun möchten.
    Fragen Sie Sie sich in wichtigen Entscheidungssituationen:
    Entspricht das wirklich meinen eigenen Werten oder müsste ich mich „verbiegen“?
    Dient das tatsächlich meinem Ziel oder nicht?
  4. Entscheidungen nicht hinausschieben, sondern treffen!
    Alles andere kostet Zeit und Energie!
  5. Was könnte sich positiv verändern?
    Was negativ? Wie könnte ich damit umgehen?
  6. Zwischen Gefühl und Verstand „vermitteln“.

 

 "Fehlerfreundlichkeit“

Die Dinge, die man falsch gemacht hat,
bereut man nicht so sehr, wie die,
die man erst gar nicht versucht hat.

                                                         (Autor: unbekannt)

 

Sicher wäre es ein falscher Anspruch, immer das Richtige tun zu wollen.

 

Jeder kennt das Gefühl, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben. So manche bereut man ein Leben lang – und schadet sich damit selbst! Denn Reue kostet Lebenszeit und Lebensenergie! Negative Gefühle lösen emotionalen Stress aus, können das Immunsystem schwächen.

 

Von daher ist „Fehlerfreundlichkeit“ eine Kompetenz, die für ein gelungenes Berufs- und Privatleben mindestens ebenso wichtig ist wie die Kompetenz, gute Entscheidungen zu treffen!

 

Hier finden Sie weitere Beiträge zu unserem Projekt Kurswechsel: Frischer Wind für Business und Karriere.

Autor: Nicole Gergen
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