Kritik hinnehmen ist leichter als Sie glauben

4. Dezember 2009

Nehmen Sie Kritik nicht persönlich 

Kritik entgegenzunehmen ist oftmals eine schwierige Aufgabe. So manche Kritik wird kaum sachlich und ruhig mitgeteilt, sondern ist gekoppelt an Vorwürfe, Verärgerung und Frustration. Die Gefühle, die der andere empfindet, werden mit aller Vehemenz an Sie abgegeben. Kein Wunder, dass Sie die Kritik dann persönlich nehmen und sich angegriffen fühlen.

 

Nehmen Sie Kritik nicht persönlich rät www.business-netz.com

Das kann zur Folge haben, dass

  • Ihr Selbstwertgefühl leidet.
  • Sie für etwas Verantwortung übernehmen (gar gekoppelt mit Schuldgefühlen), für das Sie nicht verantwortlich sind.
  • Sie  Ihr Selbstbild untergraben, weil Sie das Bild, das der andere gerade über Sie, Ihr Tun oder Ihr Unternehmen zeichnet, auf sich übertragen.
  • Sie ohne Analyse an Ihren Fähigkeiten und Kompetenzen zweifeln.

 

Schaffen Sie einen mentalen Abstand zwischen Ihrer Person und der geäußerten Kritik.

 

5 Tipps, die  Sie bei dieser mentalen Loslösung unterstützen.

 

Tipp 1: Kritik ist nur eine geäußerte Momentaufnahme

Kritik, unabhängig davon wie Sie vorgetragen wird, bezieht sich stets nur auf eine Situation und auf einen ganz bestimmten Zeitpunkt. Im Klartext: Die Kritikbezieht sich weder auf Ihr gesamtes Leben noch auf Ihre Zukunft mit all den Veränderungen und Weiterentwicklungen. Sollten Sie sich also angegriffen fühlen, verdeutlichen Sie sich: Es geht nur um diesen einen Augenblick, indem Ihr Tun bei Ihrem Gegenüber keine Zustimmung fand.



 

Tipp 2: Kritik offenbart die Sichtweisen und Erwartungen Ihres Gegenübers

Hören Sie aktiv zu, dann erfahren Sie sehr viel über Ihren Kunden, Ihren Vorgesetzten oder Mitarbeiter z.B.:

  • Worauf er Wert legt
  • Was ihm konkret in diesem Moment missfällt
  • Was er nicht nochmals erleben möchte
  • Was sich nach seinen Wünschen, Bedürfnissen und Vorstellungen ändern soll
  • Wozu  er Sie mit seiner Kritik  bewegen will

 

Tipp 3: Kritik bezieht sich nicht immer auf Ihr Tun

Hinterfragen Sie jede Kritik, unabhängig davon, von wem, wie oder wann sie geäußert wird. Überprüfen Sie, ob die geäußerte Kritik überhaupt etwas mit Ihrem Handeln zu tun hat. Viel zu oft müssen Sie sich mit kritischen Reklamationen auseinandersetzen, die eigentlich das Tun eines anderen betreffen.

 

Bezieht sich die Kritik auf Ihr persönliches Handeln, klären Sie, ob diese Kritik gerechtfertigt ist:

  • Haben Sie die Anweisungen korrekt durchgeführt?
  • Wurden Ihnen präzise mitgeteilt, was Sie tun oder unterlassen sollten?
  • Hat Ihr Vorgesetzter bei seiner Delegation wichtige Fakten mitgeteilt?
  • Welche Ursachen erkennen Sie für den Fehler?

 

Tipp 4: Kritik bezieht sich stets auf ein Werte- und Orientierungssystem

Deshalb ist es unerlässlich, dass Sie Ihre eigenen Werte- und Orientierungsparameter aufstellen, denen Sie folgen. Ihr Gegenüber zieht Sie nämlich mit seiner Kritik in seine Wert- und Orientierungsvorstellungen. Sobald Sie diesen Fakt verinnerlicht haben, stellen sich folgende Fragen:

  • Entspricht die geäußerte Kritik Ihren Werten und Ihrer Orientierung?
  • Müssen Sie Ihr eigenen Wertestandards verlassen, gar verraten, um diese Kritik annehmen zu können?
  • Ist diese Kritik nach Ihren eigenen Wertvorstellungen somit gerechtfertigt?

 

Prüfen Sie die Kritik unter diesem wichtigen Aspekt. Teilen Sie Ihr Ergebnis Ihrem Gegenüber mit „Danke, dass Sie mir Ihre Einschätzung der Dinge mitgeteilt haben. Allerdings entdecke ich keine Übereinstimmung zu meinen eigenen Wertparametern, so dass ich Ihre Kritik zurückweise.“

 

Tipp 5: Kritik muss nicht hingenommen werden

Nur weil Ihr Gegenüber vehement und sehr überzeugend seine Kritik äußert, müssen Sie diese weder sofort annehmen, noch schweigend ertragen. Falls Sie von seinen Äußerungen überrascht werden (oft wird dies Fall sein), teilen Sie dies unmissverständlich mit „Es ist sehr bedauerlich, dass Sie dies jetzt so einschätzen, nur möchte ich Ihre Kritik erst einmal in Ruhe überdenken, bevor ich mich dazu äußere.“

 

Damit ziehen Sie eine verbale Grenze. Vereinbaren Sie einen Gesprächstermin, in dem auch Ihr Standpunkt zu dem Ereignis gehört wird. Erläutern Sie Ihr Verhalten, verteidigen Sie sich aber nicht, denn eine Kritik fordert kein Schuldeingeständnis, sondern nur eine Offenheit, die Lage aus der Perspektive des anderen zu betrachten. Suchen Sie gemeinsam mit Ihrem Gegenüber, nach einer Lösung, die Sie beide zufriedenstellt.

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