Ziele erreichen: Strategische Positionierung von Anfang an

12. Januar 2019

Kompetenz ist gut. Strategisches Denken ist besser!

Frauen arbeiten hart, erzielen herausragende Ergebnisse und verdienen gutes Geld – aber vergessen leider häufig daran zu denken, wo sie in zwei, fünf, sieben Jahren stehen wollen. Viele wissen schlicht nicht, was sie langfristig erreichen wollen und wie sie ihre langfristigen, also strategischen Ziele auch erreichen können. Das ist schade, das schadet, da gehen viel Potenzial und Lebensträume verloren. Auch bei Vera.

 

 

Vera

Vera ist 28 und erfolgreiche Projektleiterin mit einem Anliegen:


In sechs Monaten laufen ihr Projekt und ihr Vertrag aus. Sie will ihn verlängert haben oder zumindest in der Branche bleiben. „Na“, sage ich im Coaching betont leger, „dann werfen Sie mal Ihr Netzwerk an!“ – „Das ist das Problem“, sagt die Coachee: „Ich habe keines. Kein nennenswertes.“ – „Aber Sie haben doch in Ihren Projektjahren sicher Dutzende Manager von Lieferanten, Projektpartnern und externen Experten kennengelernt. Wo bewahren Sie deren Visitenkarten auf? Etwa im Schuhkarton?“ Das ist fies, denn ich weiß: Genau darin liegen sie oft sträflich unsortiert, ungenutzt und unvernetzt. Vera schaut betreten. 

 

Ach übrigens: Wo bewahren Sie Ihre Kontakte auf? (Fast) jede hat heute ein Smartphone. Oder Outlook, Lotus Notes oder ähnliches auf dem Rechner.

 

 

Maren

Maren ist 45 und freischaffende Fotografin.


In letzter Zeit lief das Geschäft etwas schleppend, sie wartet auf Aufträge. „Warten? Sie warten?“, entfährt es mir. „So nach dem Motto: Wenn die was von mir wollen, werden die Kunden sich schon von selber melden?“ Maren muss lachen: „Tja, ich weiß auch nicht, was ich mir dabei denke.“ Denken ist das Stichwort. 

 

Strategisch denken

Alle Menschen denken. Manche denken sogar strategisch: über den Tag hinaus. Vera und Maren gelingt das beruflich noch nicht so ganz.

 

 

Aber Tatjana

Sie ist seit 25 Jahren Steuerberaterin in derselben Kanzlei ...


Zwischenfrage: Wie viele Kontakte, die Sie beruflich weiterbringen können, haben Sie? Und sei es auch nur im E-Mail-Speicher? Und wie viele davon haben Sie diese Woche gepflegt?... und möchte jetzt mal was ganz anderes machen. Sie möchte in die Hausverwaltung einsteigen. Deshalb bittet Sie mich um Rat. Ich frage: „Wieso? Sie haben doch alles, was Sie brauchen. Sie haben – wie viele Kontakte auf dem Rechner?“ – „So um die zweitausend. Sortiert nach Branchen und mit Themenstichpunkten versehen.“

Tatjana kennt ihre Kontaktsammlung: „Natürlich könnte ich aus dem Stand ein Dutzend Immobilienverwalter anrufen. Aber was sage ich denen?“ Deshalb sucht sie Rat: Ein strategisches Kontaktwerk ist nur so gut wie das, was frau draus macht.

 

Was machen Sie aus Ihren Kontakten? Und warum nicht? Kontaktscheu?



  

Strategisch handeln

Dass wir die Kontakte, die wir eigentlich haben, nicht auch nutzen, liegt an mannigfachen Blockaden. Vera zum Beispiel sagt: „Ich möchte es doch durch eigene Leistung schaffen – und nicht wegen meiner guten Kontakte!“ Viele denken so. Frage: Was nützt Ihnen Ihre Nobelpreis-verdächtige Leistung, wenn niemand davon erfährt? Der gesunde Menschenverstand sagt: Wenn Sie möchten, dass andere von Ihren Qualitäten erfahren, sollten Sie ihnen von sich aus davon erzählen. Viele Frauen finden das anrüchig.  

 

Was es heißt, sozial zu sein

Wir wissen, dass man „seine Kontakte für sich arbeiten lassen“ soll. Aber viele scheuen das, weil sie dabei reflexhaft an Filz und Machenschaften in dunklen Hinterzimmern denken. Dieses Missverständnis ist verbreitet – aber es bleibt nun mal ein Missverständnis. Wenn ich von meinem Bäcker das alte Brot für meine Karpfen im Fischteich für umsonst bekomme, kann ich auch mal gratis redigierend über seine selbstgebastelte Homepage drüberlesen. Das bedeutet im Grunde das Wort „sozial“: In einem sozialen Netzwerk verhalten sich alle idealerweise so, dass alle etwas davon haben. Eine Kollegin zum Beispiel coacht einen Schönheits-Chirurgen so exzellent, dass er sie auch mal bei der Terminvereinbarung wie eine TV-Prominente behandelt. Für ihn ist das selbstverständlich: „Das gehört sich so. Das ist sie mir wert.“

 



Jeanette

Jeanette ist 34 und bei der Zuteilung eines Triple-A-Projektes erneut übergangen worden ...


– obwohl sie deutlich mehr Berufserfahrung hat als der Kollege, der den Zuschlag bekam. Sie kocht: „Und das, obwohl ich seit Jahren mit den Topmanagern unserer Firma netzwerke!“ Obwohl? Eben deshalb: Sie pflegt Kontakte – sie aktiviert sie nicht. Ein kurzes Gespräch mit einem Vorstandsmitglied bestätigt das: „Ja, die Jeanette. Sehr erfolgreich, sehr kompetent. Was? Die wollte das aktuelle Projekt leiten? Aber warum hat sie denn nie etwas gesagt? Erst letzte Woche hatten wir doch Kontakt!“ 

 

Du willst was? Sag was!

Bezeichnenderweise ist das eine der größten Blockaden fürs weibliche strategische Vorwärtskommen in Beruf und Leben: Maulsperre. Viele kommen schlicht nicht auf die Idee: „Ach? Ich hätte was sagen sollen?“ Oder sie trauen sich das nicht, fühlen sich von den üblichen Ängsten wie gelähmt: Aber was, wenn ich was sage und der lehnt das ab? Oder lacht mich aus? Oder meine Kumpelinen zicken mich an? Weil ich so unbescheiden und eigensüchtig bin? Ich frage mich: Warum reden alle ständig von der Glasdecke und keiner vom Koffer voller Ängste? Geben Sie ihn an der Gepäckaufbewahrung ab!

 

Gepäck abladen

Sie können natürlich warten, bis Sie mutig und entschlossen genug sind, um in einem Netzwerk oder jeder anderen sozialen Beziehung Ihre Wünsche zu äußern. Ich halte das für eine grandios dämliche Idee. Ängste gehen nicht weg, wenn sie alleingelassen werden. Sie wachsen wie Unkraut. Das wusste schon William James, noch vor Sigmund Freud dem Begründer der modernen Psychologie, der zeitgemäß übersetzt sagte: „Wenn du eine Fähigkeit haben möchtest, die du noch nicht hast, dann verhalte dich so als ob du sie schon hättest – und du kriegst sie auch!“

Wie verhalten sich Frauen, deren Wünsche und Forderungen im Beruf und im Leben erfüllt werden? Sie artikulieren sie. Expressis verbis. Tun Sie das auch. Formulieren Sie Ihren Wunsch erst mal „trocken“, in Gedanken. Schon das macht Probleme? Dann machen Sie alles richtig. Es dauert nämlich immer einige Minuten bis wir eine Formulierung gefunden haben, die uns ganz entspricht.

 

Finde das Zauberwort

„Ich möchte, dass Sie meinen Arbeitsvertrag verlängern – und zwar jetzt!“ Vera bringt das nicht über die Lippen. Erst nach gut einem Dutzend Variationen findet sie die Formulierung, die sie vor dem Spiegel mit einem Lächeln artikulieren kann: „Bitte lassen Sie uns über meine berufliche Zukunft reden.“ Maren traut sich nicht, ihre Stammkunden zu fragen: „Und sonst? Hätten Sie Arbeit für mich?“ Nach schweißtreibenden zehn Minuten hat sie sich zurechtgelegt: „Ich finde Ihren Katalog wunderbar layoutet. Aber einige der Fotos sind schon etwas alt, finden Sie nicht? Wollen wir etwas Neues machen?“

 

Denk an dich!

Strategisch zu denken heißt auch an sich zu denken. Ich weiß, das Diktat des Dringlichen macht es uns alles andere als leicht. Aber irgendwann, möglichst regelmäßig täglich, sollten Sie das Dringliche dringlich sein lassen und sich um Ihre langfristigen Perspektiven kümmern. Dann ist Kontaktpflege mit gegenseitigem Gewinn auch keine lästige Pflicht mehr, sondern eine lohnende Investition. Sie investieren in sich selbst. Glauben Sie mir: Es gibt keine bessere Investition.

 

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Das Buch zum Thema

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