Knacken Sie die indirekten Machtspiele von Frauen gegen Frauen

17. Februar 2011

Auch Frauen treiben Machtspiele – und zwar indirekte: Es wird bemuttert, bewertet und sozial ausgegrenzt. Wie Sie gegen dieses indirekte Machtgebaren vorgehen, erfahren Sie jetzt.

 

indirekte Machtspiele von Frauen gegen Frauen

Obwohl – oder gerade weil – Frauen sich aufgrund ihrer Sozialisation sich sehr um die Hege und Pflege persönlicher Beziehungen konzentrieren, gibt es auch im weiblichen Beziehungsgeflecht Machtspiele. Dabei geht es weniger um den Kampf der hierarchischen Platzverteilung wie bei den Männern um den Posten des Alphatieres. Vielmehr finden diese Machtspiele auf der Beziehungsebene statt, so dass sie oftmals schwer als solche zu erkennen sind, da Sie eher als Probleme im zwischenmenschlichen Miteinander gedeutet werden.

Gerade dieses Missdeuten und Missverstehen der Lage erschwert die Lösungsfindung. Denn bisher wurde in solchen Fällen ausschließlich überlegt, wie der Umgang verbessert werden könnte. Vielleicht wurde die Ursache bei sich selbst gesucht und sich die Schuld für die Misere gegeben. Zu verstehen, dass das Verhalten Ihrer Kollegin oder Ihrer Vorgesetzten eine subtile Form der Herrschaft über Sie ist, hilft Ihnen dabei, neue Lösungswege einzuschlagen. Falls Sie noch unsicher sein sollten, ob das Auftreten Ihrer Kollegin oder Ihrer Vorgesetzten solch ein Machtspiel ist, überprüfen Sie die Situation.

 

Fragebogen zum Download

Unser Fragebogen: Sind es wirklich indirekte Machtspiele? hilft Ihnen dabei.

 

Die 3 typischsten indirekten Machtspiele der Frauen gegen Frauen – und wie Sie dagegen aktiv werden

 

Machtspiel Nr. 1: Die Glucke oder das Bemuttern-Syndrom

Unter dem Deckmantel „Ich meine es bloß gut“ wird bei der Bewältigung einzelner Aufgaben

  • sofort – und oftmals auch ungefragt – eingegriffen,
  • mit Tipps und Ratschlägen Hilfestellung geleistet,
  • oft genug vorgeschrieben wie was am besten gemacht wird,
  • mit pseudohilfreichen (Klatsch-)Informationen zur Seite gestanden.

 

Sie werden als Kind angesehen und somit klein gehalten und an der eigenen Entwicklung gehindert. Das Machtspiel bezweckt: Diejenige, die es ausführt fühlt sich durch dieses Verhalten gebraucht, wird unersetzlich, gibt sich und allen anderen den Anschein alles besser zu wissen und zu können, wodurch Sie – die Konkurrentin – abgeblockt und aufs Abstellgleis manövriert werden.

 



So werden Sie aktiv:

  • Achten Sie zuallererst auf eigene Opfer-Signale. Seufzen Sie vielleicht oft auf? Stöhnen oder jammern Sie über Ihre viele Arbeit? Beklagen Sie sich über die schwierige Aufgabe? Sehen Sie anderen in Gesprächen nicht in die Augen? Lächeln Sie ständig, um nett erscheinen zu wollen? All dies sind Signale, auf die die Glucke sofort anspringt und reagiert. Überlegen Sie sich deshalb, wie Sie hier eine Änderung Ihrer Gewohnheiten herbeiführen können.
  • Schieben Sie dem Bemutterungs-Verhalten deutlich den Riegel vor. „Danke für Ihren Tipp. Unser Chef hat mir jedoch klare Anweisungen gegeben, wie ich diese Aufgabe erledigen soll.“ Oder „Wie freundlich von Ihnen, dass Sie mir helfen wollen. Wie ich sehe, ist Ihr Schreibtisch aber auch voll mit Aufgaben, die Sie noch erledigen müssen. Ich kann und will deshalb keinesfalls Ihre kostbare Zeit in Anspruch nehmen.“ Oder „Nein, danke. Das ist nicht nötig. Ich schaffe es auch alleine.“
  • Lassen Sie sich auf keine Gespräche ein. Sagen Sie, was Sie zu sagen haben und gehen Sie dann zu Ihrem Schreibtisch zurück oder Sie wenden sich demonstrativ Ihrer Arbeit zu.
  • Bleiben Sie hartnäckig, auch wenn die Glucke sich zu beschweren beginnt „Ich habe es überhaupt nicht böse gemeint“ oder „Ich wollte nur meine Unterstützung anbieten.“ Antworten Sie „Dafür sage ich ‚Danke schön‘. Nur jeder von uns hat seinen Aufgabenbereich. Und meinen kann ich sehr gut alleine bewältigen.“

 

Machtspiel Nr. 2: Die Bewertung

So ganz nebenbei wird die Kollegin, die dieses Machtspiel bevorzugt, in Ihrem Beisein eine Bemerkung über Sie fallenlassen. Dabei kann es sich um Ihr Aussehen handeln, Ihre Kleidung, Ihr Auftreten, Ihr Arbeitsstil, Ihre Aufgabenbewältigung, Ihre Kommunikation oder Ähnliches – jede Angriffsfläche, die Sie möglicherweise bieten, wird aufgespürt und mit verbaler Munition beschossen.

  • „Ach, waren Sie schon wieder im Nagel-Studio.“
  • „Also in diesen Schuhen könnte ich nicht laufen. Tut das nicht weh?!“
  • „Wie Sie sich bei den Meetings immer in den Vordergrund spielen müssen. Wirklich peinlich.“
  • „Wenn ich meine Aufgaben so erledigen würde – aber naja, wer sich beim Chef anbiedert, dem wird viel nachgesehen.“

 

Solche Aussagen zielen darauf ab: Sie

  • herabzusetzen,
  • zu beleidigen,
  • zu verunsichern,
  • anzugreifen,
  • in ein negatives Licht bei Ihren Kollegen und Ihrem Vorgesetzten zu rücken.

 

Durch dieses Machtspiel fühlt sich Ihre Gegnerin überlegen und in einer (scheinbaren) Position der Stärke.

 

So werden Sie aktiv:

  • Achten Sie bewusst darauf, welchen Bereich diese Kollegin bei Ihnen auf dem Kicker hat. Treten Sie in diesem unsicher auf? Holen Sie sich in diesem oft Feedback? Zeigen Sie beispielsweise durch Äußerungen Ihre Selbstzweifel? Fragen Sie zu oft nach, wie beispielsweise Ihr Kleid an Ihnen wirkt oder ob Ihr Vorschlag wirklich gut sei? Solche Unsicherheiten bieten derjenigen, die gerne dieses Machtspiel anwendet, gute Angriffsziele. Gewöhnen Sie sich deshalb an, gerade gegenüber dieser Kollegin in jedem Bereich selbstbewusst aufzutreten.
  • Stärken Sie in jedem Falle Ihre Schlagfertigkeit. Schlagen Sie gezielt verbal zurück.
  • Lernen Sie unbedingt sich von solchen Aussagen zu distanzieren, unabhängig davon, ob diese einen Nachhall in Ihnen auslösen sollten oder nicht. Nehmen Sie diese niemals persönlich.
  • Verdeutlichen Sie sich: Solche Bewertungen und Angriffe sagen mehr über die Frau aus, die sie macht, als über Sie.

 

Machtspiel Nr. 3: Soziale Ausgrenzung

Demonstrativ wird sich abgewandt, wenn Sie vorbeigehen, ins Zimmer kommen oder zu einem Gespräch hinzustoßen möchten. Der Small-Talk im Gang wird blitzschnell aufgelöst und alle eilen wieder zur Arbeit, kaum erscheinen Sie auf der Bildfläche. Vielleicht werden Sie auch beim Gang zum gemeinsamen Mittagessen oder Spaziergang übersehen. Bei der sozialen Ausgrenzung sind stets mehrere Frauen beteiligt. Obwohl es durchaus sein kann, dass eine Frau die Rädelsführerin ist. Ziel ist es: Sie aus der (weiblichen) Gemeinschaft – wie groß die Gruppe auch sein mag – auszuschließen. Schlimmstenfalls kann es eine Ausgrenzung innerhalb des gesamten Teams bedeuten. Weitere typische Anzeichen solch einer Ausgrenzung sind:

  • Ihre Ideen stoßen (stets) auf taube Ohren.
  • Ihre Vorschläge werden zerpflückt.
  • Ihr Engagement wird ausgebremst.
  • Informationen werden nicht oder nur unzureichend an Sie weitergeleitet.
  • Die Weiterleitung von Teilaufgaben wird blockiert oder es wird Ihnen erst zu spät zugearbeitet.

 

So werden Sie aktiv:

  • Überlegen Sie, ob Sie bestehende Gruppenrituale wie morgendliches Begrüßen, Blumen gießen, Kaffee kochen, Kuchen mitbringen, Witze erzählen etc. missachtet haben. Falls ja, versuchen Sie durch das Einhalten solcher Rituale eine soziale Akzeptanz zu finden.
  • Analysieren Sie genauestens ob und auf welche Weise diese soziale Ausgrenzung Ihre Karriere und Ihr Wohlbefinden gefährdet.
  • Falls kein Schaden durch diese Ausgrenzung entsteht, fragen Sie sich, ob Sie großen Wert auf eine verbesserte Beziehung zu diesen Frauen legen. Gibt es stattdessen vielleicht sogar bessere Beziehungs-Alternativen im Unternehmen – auch zu männlichen Kollegen -, die Sie ausbauen und pflegen können, da diese wirklich Ihre Karriere fördern würden?
  • Suchen Sie sich innerhalb des Teams eine Verbündete oder einen Verbündeten, der Ihre Ideen und Meinungen unterstützt.
  • Lernen Sie Ihre Vorschläge und Argumente stichhaltiger und sachlicher vorzutragen. Denken Sie daran: Letztlich geht es darum Ihren Vorgesetzten zu überzeugen, nicht Ihre Kolleginnen, die Sie ausgrenzen.
  • Fühlen Sie sich bereits gemobbt? Dann sollten Sie entsprechende Maßnahmen ergreifen. Protokollieren Sie die Vorkommnisse. Suchen Sie sich Beistand beim Betriebsrat –und bei Ihrem Vorgesetzten, wenn er die Lage ähnlich sieht wie Sie. Holen Sie sich Unterstützung bei Mobbing-Beratungsstellen.

 

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