Frauenfreundschaft - Frauenfeindschaft: Darauf sollten Sie achten

5. Oktober 2010

Auch im Beruf offenbaren Sie als Frau Ihre Beziehungsorientiertheit. Schnell wird aus der Kollegin eine Freundin – schlimmstenfalls eine Feindin. Achten Sie dabei auf 3 Spielregeln – und die Nähe im Job gelingt, wenn Sie diese Nähe denn wollen.

 

Frauenfreundschaft - Frauenfeindschaft

Und dies ist ein entscheidender Aspekt, den viele Frauen unbeachtet lassen: Sie können wählen, ob Sie im Beruf lieber distanzierter zu Ihren Kolleginnen auftreten oder Nähe suchen und schaffen wollen. Diese Wahl wird allerdings von Frauen oft selbst boykottiert. Denn die Beziehungsorientiertheit des weiblichen Geschlechts ruft (unbewusst) typische Verhaltens-Automatismen hervor:

  • Ganz selbstverständlich werden private Angelegenheiten an- und ausgesprochen.
  • Sie tauschen Intimes aus.
  • Sie lassen Ihren Gefühlen freien Lauf und suchen die Solidarität der Kollegin.
  • Sie fühlen sich verletzt, wenn Ihre Kollegin Distanz wahrt.
  • Sie fragen sich, was Sie falsch gemacht haben, weil Ihre Kollegin Ihnen nichts oder kaum etwas anvertraut, Ihnen aus dem Weg geht oder plötzlich anders reagiert als vorher.
  • Sie wollen auch in Ihrer Freizeit mit Ihrer Kollegin etwas unternehmen – wie essen gehen, etwas trinken oder der gemeinsame Kinobesuch.

 

Falls Sie diese oder ähnliche Handlungsmuster als korrekt, normal und erstrebenswert empfinden, fragen Sie sich einmal:

Würden Sie sich bei Ihrem männlichen Kollegen genauso verhalten? Warum tun Sie es dann bei Ihrer Kollegin?

 

Arbeits-Beziehungen im neuen Licht

Stärken Sie Ihre Kompetenz, zwischen Nähe und Distanz entscheiden zu können. Rücken Sie dafür Ihre Definition von Arbeits-Beziehungen zurecht. Die Falle, in die manche Frau sehr schnell tappt, ist die zeitliche Nähe, die Sie mit Ihren Kolleginnen am Arbeitsplatz miteinander verbringen. Acht Stunden, die dazu verführen können, auch eine private Nähe aufbauen zu wollen.

Nur bedenken Sie:

  • In der Arbeitswelt – somit auch in diesen Arbeits-Beziehungen – herrscht Sachlichkeit und das Leistungsprinzip. Diese Tugenden stehen im Gegensatz zu den Tugenden, die in einer Freundschaft gesucht werden – wie Gefühle und Anerkennung des eigenen Seins (und nicht der Leistung).
  • Um Ihre Karriere-Ziele zu erreichen, treten Sie grundsätzlich in Konkurrenz mit jeder Kollegin. Für eine enge Freundschafts-Beziehung kann dies zur großen Belastung werden. Fragen Sie sich auch, ob Sie es sich überhaupt erlauben würden, sich mit einer Freundin in Konkurrenz zu befinden.
  • Jede Beziehung lebt vom Vertrauen, enge Beziehungen noch mehr. Die Arbeitswelt wird jedoch allein schon durch den Aufbau von Hierarchien sowie auch Verpflichtungen gegenüber dem Unternehmen nur ein gewisses Maß an Vertrauen zu lassen.

 

Überlegen Sie einmal für sich, wo Sie die Trennlinie zwischen Freundschafts- und Arbeitsbeziehungen ziehen wollen. Sie erhalten so die notwendige Klarheit, um zu entscheiden, ob Sie den Weg der Nähe oder Distanz bei Ihrer Kollegin einschlagen möchten. Falls sich eine Freundschaft – trotz all der Widrigkeiten der Arbeitswelt – entwickeln sollte, genießen Sie diese. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit aber unbedingt auf die folgenden Spielregeln.

 

3 Spielregeln: Wenn aus der Kollegin eine Freundin wird

 

Spielregel 1: Trennen Sie Privates und Berufliches

Im Klartext: Im Unternehmen wird nur über die Arbeit gesprochen und nicht stundenlang die neuste Krise in der Liebesbeziehung erörtert. Treffen Sie klare Regeln, privates nur in der Mittagspause oder nach Dienstschluss zu besprechen.

 



Spielregel 2: Klären Sie gegenseitige Interessen

Ob es sich nun um die Verabredung zum Essen gehen handelt oder um Ihrer beider Karrieren, verschaffen Sie sich Klarheit darüber,

  • was Sie wollen.
  • was Ihre Freundin-Kollegin sich wünscht.
  • wo es Interessenüberschneidung gibt.
  • wo sich Differenzen offenbaren und was diese für Ihre Freundschaft und Ihre Arbeit bedeuten.

 

Dies sollten Sie nicht nur einmalig besprechen, sondern im Grunde bei jedem Anlass, bei dem Sie Ihre Freundin-Kollegin sehen wollen und werden. Denn bei der Zusage zu einem gemeinsamen Essen sollte jede von Ihnen wissen, ob es privat ist – und auch mal kurz über die Arbeit gesprochen werden kann – oder ob es ein Geschäftsessen ist – und auch mal kurz nach den Kindern oder der Partnerschaft gefragt werden darf.

 

Spielregel 3: Hierarchien und Führungsverantwortung geht vor Freundschaft

Erwarten Sie keine Sonderrechte, wenn Ihre Freundin-Kollegin Ihre Vorgesetzte ist oder Abteilungsleiterin in einer anderen Abteilung des Unternehmens. Kommunizieren Sie diese relevante Regel unbedingt nach außen, um Gerüchten und Unterstellungen vorzubeugen.

 

3 Spielregeln, wenn die Kollegin zur Feindin wird

 

Spielregel 1: Gestehen Sie sich Verletzungen ein

Seien Sie nicht nur gekränkt und schmollen Sie still vor sich hin. Bestimmen Sie so präzise wie möglich, worin für Sie der Verrat oder Vertrauensbruch bestand, der Sie verletzt hat. Vielleicht besteht in einem klärenden Gespräch die Möglichkeit, mit Ihrer Ex-Freundin eine Versöhnung einzuleiten. Vielleicht müssen Sie aber jetzt auch um den Verlust trauern und sich gleichzeitig eine neue, professionelle Umgangsweise mit der Ex-Freundin überlegen.

 

Spielregel 2: Bekommen Sie Ihre Emotionen in den Griff

Hüten Sie sich vor Rachegedanken, Gerüchten und Intrigen. Was zwischen Ihnen beiden vorgefallen ist, darf nicht Ihre Leistungen und Ihr professionelles Auftreten gefährden. Im Klartext: Starten Sie keinen Zicken-Krieg, indem Sie vielleicht gegenüber Ihrer Ex-Freundin, die nun Ihre Feindin ist, punkten können, aber bei Ihrem Vorgesetzten ins Minus geraten. Schreiben Sie lieber Tagebuch, um Ihre Gefühle zu verarbeiten.

 

Spielregel 3: Konzentrieren Sie sich auf Ihre Arbeit

Suchen Sie sich neue Aufgaben. Schaffen Sie sich so eine Arbeits-Basis, die nichts mehr – oder so wenig wie möglich – mit Ihrer Ex-Freundin zu tun hat. Bauen Sie so auch den Kontakt zu anderen Kollegen aus. Dies unterstützt Sie dabei, Ihre innere Balance wieder zu erlangen, Ihre Selbstachtung zu steigern und sich gleichzeitig vor Ihrem Vorgesetzten zu profilieren.

 

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