Digitaler Nachlass – besser zu Lebzeiten regeln

20. November 2014

Sorgen Sie vor - auch beim digitalen Erbe!

Die digitale Kommunikation ist fester Bestandteil unserer Lebenswelt. Wer etwas wissen möchte, recherchiert im Internet. Wir schreiben E-Mails, kaufen online ein, nehmen an Internetauktionen teil, machen Online-Banking und schließen auf digitalem Weg Verträge ab. Selbst mit Behörden, Versicherungen oder anderen Institutionen kommunizieren wir online. Viele haben eine eigene Website, einen Blog oder einen You Tube Kanal. Die meisten sind in den sozialen Medien, auf XING, Facebook, Google, Twitter & Co. aktiv.

 

Digitaler Nachlass, digitales Erbe

 

Wir hinterlassen tagtäglich etliche Spuren im Netz!

 

Doch was passiert mit meinen Daten, wenn ich sterbe? 

Darüber macht sich kaum jemand Gedanken. Ende Oktober hat der Bundesverband Verbraucherzentrale (vzbv) eine Sensibilisierungskampagne unter dem Titel „Machts gut“ gestartet. Ein spielerischer Online-Test weckt das Bewusstsein für das Ausmaß der eigenen Internet-Aktivitäten. Zudem gibt er Usern erste Impulse, wie sie ihr digitales Erbe regeln können. Neben einigen Checklisten (siehe unten) kann man sich auch ein „digitales Vermächtnis“ ausdrucken, in dem man die Namen der Personen vermerkt, die sich im Todesfall um Mails, Fotos, Facebook, Twitter, Bank und Verträge kümmern sollen. Das entspricht keiner vollständigen digitalen Vorsorgevollmacht, ist aber ein erster Schritt in die richtige Richtung.

 

 

“Wer den Zugriff auf Passwörter und den Umgang mit Profilen und Inhalten in sozialen Netzwerken vorab regelt, macht es Erben leichter, den Nachlass im Sinne der Verstorbenen zu verwalten.“

Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband 

 

Persönliche Daten sicher verwalten, aber wie?

  1. Machen Sie eine Liste mit den Zugangsdaten Ihrer Online-Konten!
  2. Nutzen Sie einen Passwortmanager und legen Sie ein Masterpasswort fest!
  3. Bestimmen Sie eine Vertrauensperson, die sich im Todesfall um Ihre Daten kümmert!
  4. Erstellen Sie eine Übersicht, was mit Ihren Spuren im Netz (E-Mails, Online-Konten, Social Media Profile, Bilder, Videos, Kontaktdaten etc.) nach Ihrem Tod passieren soll!
  5. Hinterlegen Sie Ihre Zugangsdaten oder Ihr Masterpasswort an einem sicheren Ort (verschlüsselter USB-Stick, gesicherte externe Festplatte, Bankschließfach oder beim Notar)!
  6. Denken Sie daran, Ihre Zugangsdaten regelmäßig zu aktualisieren!

 

Die Verbraucherinitiative „Surfer haben Rechte“ hat das Wichtigste in Checklisten zusammengefasst.

 

Das Projekt „Machts gut“, das finanziell vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gefördert wird, richtet sich in erster Linie an die Internet-User. In größeren Firmen ist der „Daten-Nachlass“ verstorbener oder ausgeschiedener Mitarbeiter hoffentlich professionell geregelt.



 

Übernehmen Sie Verantwortung für das, was Sie hier auf der Erde hinterlassen möchten!

Sie haben es in der Hand. Bestimmen Sie selbst, was mit Ihren Werken, Texten, Bildern, Videos, Online-Accounts etc. nach Ihrem Tod geschehen soll. Insbesondere Einzelunternehmer, Selbstständige und Freiberufler sollten rechtzeitig festlegen, wer persönliche und geschäftliche Daten in die Hände bekommt und wie nach dem Tod damit umgegangen werden soll.

 

Profile endgültig löschen oder in Gedenkmodus setzen?

Das sollte zunächst Jeder für sich selbst und dann mit den Personen klären, die das digitale Erbe verwalten sollen. Wer bei der Entscheidungsfindung Hilfe braucht, sollte sich fachkundig vom Verbraucherschutz oder Fachanwälten beraten lassen und vor allen Dingen offen mit Personen seines Vertrauens über die gewünschte Vorgehensweise reden. Es hilft allen Beteiligten, bereits vor dem Tod über den Tod und die Zeit danach zu sprechen. Man kann sicher nicht alles im Vorfeld klären, aber jede gemeinsame Absprache erleichtert im Fall der Fälle den Umgang mit dem digitalen Nachlass.

 

Ergänzend ein aktueller Artikel über „Digital Leben – digital sterben“, Thema einer Expertenrunde der Plattform Digitales Salzburg vom 13.11.2014 

 

Autor: Andrea Stanke

Kommentare

Toller Artikel: auch für Manager u. deren Unternehmen

Danke, genau den Fall hatten wir vor 2 Wochen und es hat schon was mit detektivischer Arbeit zu tun wenn man die digitalen Spuren finden will.

Das schlimme dabei ist, die wenigsten Unternehmen denken daran, dass ihre Manager ebenfalls ein digitales Leben haben und das dessen digitaler Nachlass auch verwaltet werden muss.

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