Bitcoin: Anlage mit Zukunftspotenzial?

28. August 2018

In den letzten Jahren hat die Kryptowährung Bitcoin einen starken Aufschwung erfahren. Zwischenzeitlich durchbrach sie sogar die 20.000 Dollar-Marke. Nicht wenige, die in der Entstehungszeit auch nur wenige Euro investiert haben, sind heute steinreich. Doch in letzter Zeit ist der Hype um die Währung deutlich abgeklungen. Hat der Bitcoin überhaupt noch eine Zukunft oder ist er bereits über seinen Zenit hinaus?

 

bitcoin



Von 0,08 Cent auf 20.000 US-Dollar

Im Jahre 2010 konnte man für einen US-Dollar etwa 1310 Bitcoins kaufen. Die ersten Produkte, die mit Bitcoins gekauft wurde, waren dann Mitte des Jahres zwei Pizzen, die für 10.000 Bitcoins den Besitzer wechselten. Bis Ende 2011 verzeichnete der Bitcoin ein Wachstum in den höheren, einstelligen Bereich - ein Bitcoin war also noch für unter 10 US-Dollar zu haben. In den Folgejahren erfuhr die Kryptowährung dann einen rasanten Aufschwung. Verstärkt durch Bankenkrisen und das damit verbundene Misstrauen in reale Währungen und Geldhäuser rückten Bitcoins immer mehr in den Fokus von Investoren und Anlegern. Zusammen mit einer verstärkten medialen Aufmerksamkeit erreichte der Kurs Ende 2013 erstmals die 1.000 US-Dollar Marke. Bis 2015 sank er allerdings wieder auf etwa 250 US-Dollar. 



Das Jahr 2017 gilt als das Jahr des Bitcoins. Startete er noch mit einem Wert von etwa 1.000 US-Dollar, sahen Anleger in ihrem Bitcoin Rechner den unglaublichen Wechselkurs von 20.000 US-Dollar. Bitcoins verzwanzigfachten ihren Wert damit in weniger als 365 Tagen. Einer der Gründe dafür war die steigende weltweite Akzeptanz für die neue Art der Währung. Führende Bänker und aufstrebende Startups lobten das hinter dem Bitcoin steckende Prinzip der Blockchain. Nach und nach beschäftigten sich auch Regierungen mit dem Bitcoin, bis er schließlich jedem bekannt war. Durch immer größere Investitionen von Profis und Privaten gelang dem Bitcoin schließlich der Durchbruch im Mainstream, was schlussendlich in dem Rekordkurs mündete.



Regulation des Bitcoins - China und Südkorea greifen ein

Nach dem fulminanten Jahr 2017 folgte 2018 der Absturz der Kryptowährung und der Fall weit unter die 10.000 US-Dollar Marke. Bei vielen Anlegern brach im Laufe des Jahres Panik aus, was den Kurs immer weiter abstürzen ließ. Grund hierfür waren auch die Regierungen Chinas und Südkoreas. Während China mittlerweile eine der wichtigsten Wirtschaftsmächte der Welt ist, gilt Südkorea als einer der größten Umschlagplätze für Bitcoins. Das Problem ist, dass Südkorea erwägt, Investments in Bitcoins komplett zu untersagen. China hingehen plant, den hohen Stromverbrauch im eigenen Land durch Mining (kurz gesagt das "Erschaffen" der Bitcoins) einzudämmen. Beide Ankündigungen führten zu Verunsicherung unter den Anlegern, denn ein wichtiges Argument für Bitcoins war immer die Hoffnung, dass Bitcoins zu einem echten und weltweit akzeptierten Zahlungsmittel heranwachsen könnten.



Hedgefonds wetten auf Verluste

Dies alleine kann jedoch nicht Grund für den rasanten Kursverfall sein, schließlich bleiben die beiden größten Bitcoin Märkte (die Vereinigten Staaten und Japan) bestehen. Das größere Problem, welches allerdings gleichzeitig erst das Hoch von 20.000 US-Dollar ermöglichte, ist die Einführung der Bitcoin-Futures. Seit dem 10. Dezember 2017 ist es möglich, auf zukünftige Trends der Währung zu setzen. In den letzten Monaten zeigte sich allerdings, dass große Hedgefonds überwiegend auf einen Kursverfall der Kryptowährung setzen. Dass sie den Optimismus der kleinen Anleger nicht teilen, spricht nicht für eine rosige Zukunft des Bitcoins.



Die akuten Probleme des Bitcoins - Hacker und Spekulanten

Aktuell verliert der Bitcoin stündlich etwa eine Milliarde US-Dollar an Wert und steht mittlerweile bei einem Kurs von nur noch etwa 6000 US-Dollar. Die Tendenz ist dabei nach wie vor sinkend. Die Gründe dafür sind vielseitig. Durch die große Aufmerksamkeit kommt es in der letzten Zeit vermehrt zu Hackerangriffen auf Handelsplätze. Alleine an einem Wochenende wurden von einer südkoreanischen Börse Coins im Wert von über 30 Millionen Euro gestohlen. Dies führt natürlich zu einiger Verunsicherung unter den Anlegern. 



Das weitaus größere Problem liegt allerdings in dem vergangen Kurshoch. Viele der Bitcoin-Pioniere nutzen die Gunst der Stunde, um die eigenen Bitcoins abzustoßen. Viele langfristige Anleger verdienten damit Millionen, insgesamt wurden dem Markt so mehrere Milliarden entzogen. Ersetzt werden sie durch Spekulanten, die auf schnelle und kurzfristige Kursanstiege setzen. Somit entsteht aktuell viel Bewegung an den Märkten, was die Kursschwankungen noch verstärkt.



Fragwürdige Zukunftsaussichten

Viele Finanz-Experten prophezeien der Kryptowährung mittlerweile eine düstere Zukunft. So ist sich Börsen-Guru Warren Buffet nahezu sicher, dass Bitcoins ein böses Ende nehmen werden. Einige Beobachter ziehen zudem Parallelen zum Tulpenboom im Holland des 16. Jahrhunderts. Einzelne Tulpenzwiebeln waren damals mehr wert als ganze Häuser. Letztlich platze die Blase, denn der eigentliche Wert einer Blume konnte dem gehandelten natürlich niemals gerecht werden. Ähnlich wie die Tulpe damals ist der Bitcoin mittlerweile zu einem reinen Spekulationsobjekt geworden. Stand zu Beginn des Booms noch die Hoffnung auf eine von Banken und Regierungen unabhängige Währung im Vordergrund, ist mittlerweile mehr als zweifelhaft, dass der Bitcoin dies leisten kann. Der Grund dafür liegt im festgelegten Zuwachs an Bitcoins. Dies würde zum einen zu einer dauerhaften Deflation führen, zum anderen könnten auftretende Krisen nicht durch die Änderung der Geldmenge bewältigt werden. 



Kursschwankungen als Chance

Sollte nun also gar nicht mehr in Bitcoins investiert werden? Diese Frage ist schwierig mit einem klaren Ja oder Nein zu beantworten. Der große Boom um die digitale Währung ist erstmal vergangen und der aktuelle Trend zeigt auch deutlich nach unten. Hinzu kommt, dass Bitcoins wahrscheinlich niemals eine weltweite Währung werden können. Dennoch kann durch Bitcoins nach wie vor Geld verdient werden. Anlegern sollte allerdings bewusst sein, dass Bitcoins ein hoch spekulatives Geschäft sind. Durch sprunghafte Kursänderungen kann viel Geld gewonnen, aber auch viel verloren werden. Wer auf langfristige, sichere Renditen aus ist, ist deshalb mit Bitcoins schlecht bedient. Für Risikoliebhaber ist die Kryptowährung jedoch auch heute noch eine Überlegung wert.

 

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