Gericht bejaht Ansparabschreibung für Standardsoftware

23. März 2010

Die sogenannte Ansparabschreibung wurde zur Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen geschaffen. Nach einer Entscheidung des Finanzgerichts (FG) Köln ist eine solche Abschreibung auch für Standardsoftware möglich. Die kleineren Vertreter der IT- Branche sollen nicht mehr länger die „rote Laterne“ haben. (Finanzgericht Köln, Urteil vom 17.02.2009, Az.: 1-K-1171/06).

Gericht bejaht Ansparabschreibung für Standardsoftware auf www.business-netz.com 

Was ist eine Ansparabschreibung?

Als Ansparabschreibung wird eine den Gewinn mindernde Rücklage bezeichnet, die von Unternehmen für Wirtschaftsgüter gebildet werden kann, die erst in der Zukunft angeschafft werden. Mit der Unternehmenssteuerreform 2008 wurde der maßgebliche § 7g des Einkommensteuergesetzes (EStG) modifiziert und aus der „Ansparabschreibung“ wurde der „Investitionsabzugsbetrag“.

 

Welche Wirtschaftsgüter werden gefördert?

Zur Inanspruchnahme der Ansparabschreibung müssen die Wirtschaftsgüter besondere Voraussetzungen erfüllen. Das Wirtschaftsgut muss neu, beweglich und Teil des Anlagevermögens des Unternehmens sein bzw. werden.



 

Problem: Software ist keine „Sache“

Software ist im eigentlichen Sinne kein materielles, sondern ein immaterielles Wirtschaftsgut.

 

Wichtiger Hinweis

Unter materiellen Wirtschaftsgütern versteht man z. B. Gebäude und Maschinen, die dem Vermögen als Gesamtheit aller Güter als Teilvermögen zugerechnet werden. Im Gegensatz dazu gibt es auch immaterielle Wirtschaftsgüter, die z. B. Patente oder Markennamen umfassen.

 

Im Zuge der rasanten Entwicklung der Informationstechnik hat sich inzwischen auch der Bundesgerichtshof (BGH) bei der Bewertung von Software bewegt. Standardprogramme sollen im Gegensatz zu Individualprogrammen in Zukunft als materielles Wirtschaftsgut angesehen werden und damit ansparabschreibungsfähig sein.

 

 

Unterscheiden Sie Standardprogramme von Individualprogrammen

 Als Standardsoftware gilt eine vorgefertigte Software, die standardmäßig für eine Vielzahl von Nutzern gedacht ist. Es spielt dabei keine Rolle, ob es sich um Anwender- oder Systemsoftware handelt. Der materielle Inhalt des Wirtschaftsguts ist demnach in der Überlassung eines Datenträgers mit dem darin verkörperten Programm zu sehen.

Praxistipp

Es bleibt abzuwarten, wie sich der Bundesfinanzhof (BFH) zu der Problematik äußert. Denn gegen das Urteil des FG Köln wurde Revision eingelegt. Bisher kam es noch zu keiner Entscheidung.

 

Checkliste zum Download

Können Sie den Investitionsabzugsbetrag nutzen? Unsere Checkliste: Investitionsabzugsbetrag bringt Klarheit.

 

Prüfen Sie anhand unserer Checkliste, ob Sie die Anschaffung neuer Wirtschaftsgüter als Investitionsabzugsbetrag geltend machen können. mehr
Wer Rücklagen bildet, um in Anschaffungen für den Betrieb zu investieren, muss diese Wirtschaftsgüter zwar nicht genau bezeichnen, sie müssen aber beweglich sein und die Anschaffungsprognose darf auch nicht von nur allgemeiner Natur sein. mehr
Zum Anlagevermögen gehören nur Gegenstände, die dem Betrieb auf Dauer dienen sollen. Ob ein Wirtschaftsgut zum Anlagevermögen gehört, ergibt sich aus der Zweckbestimmung. Unser Schaubild hilft Ihnen bei der Bewertung Ihres Anlagevermögens. mehr
Bevor Sie sich für eine (E-)Recruiting Software entscheiden, bestimmen Sie mit Hilfe der Checkliste erst, welche Anforderungen diese innerhalb Ihres HR-Managements erfüllen soll. mehr
Apps, die sich im Ausland als nützlich erweisen, sei es im Urlaub oder auf Geschäftsreise, sind jene für Übersetzungen „on the go“. Wir stellen Ihnen die besten Apps und Software Anwendungen vor. mehr