Was wir von Amazon und Uber lernen können

13. April 2018

Die aus dem Silicon Valley stammenden Unternehmen Amazon und Uber sind weltweit bekannt. Jeff Bezos hat Amazon 1994 gegründet, was inzwischen über 500 Milliarden Dollar wert ist und den Gründer zum reichsten Mensch der Welt gemacht hat. Uber ist zwar noch nicht ganz 10 Jahre alt, ist in den letzten Jahren aber enorm gewachsen und inzwischen das höchstbewertete, private Tech-Unternehmen, das die Welt jemals gesehen hat. Irgendetwas scheinen die beiden Unternehmen also richtig gemacht zu haben. Was kann der Rest der Welt von den Erfolgen lernen?

 

Disruptive Angreifer

Disruptive Technologien, Geschäftsmodelle oder Dienstleistungen sind solche, die einen Bereich der Gesellschaft oder der Wirtschaft betreffen und diesen komplett umkrempeln (bzw. zerstören). Solche umwälzenden Veränderungen führen dazu, dass bestehende Produkte in diesem Bereich obsolet werden. Amazon und Uber sind somit disruptive Angreifer. Uber hatte sich den Personentransport zum Ziel gemacht: Mit der Taxi-App, bei der private Fahrer mit ihren eigenen PKWs andere Menschen mitnehmen bzw. von A nach B transportieren können, wurden die bis dahin für gewöhnlichen Taxis unnötig. Ähnliches Phänomen bei Amazon: Gestartet als Online-Buchhandel machte Amazon zunächst den stationären Buchhandel quasi unnötig. Mit der Ausweitung der Produktpalette sind immer mehr Branchen (z.B. Beauty) betroffen. Laut aktuellen Berichten ist Amazon’s nächstes Angriffsfeld das Gesundheitswesen.

 

Aus Unternehmersicht gibt es eigentlich zwei Möglichkeiten: Auf die Veränderung warten und dann reagieren oder die Veränderungen mitgestalten! Letzteres ist offensichtlich vielversprechender. Und es stehen noch einige Branchen auf der Warteliste für Disruption.

 

Reihenfolge der digitalen Disruption Quelle: netzoekonom.de

 

 

Mehr als die Kernkompetenz

Amazon und Uber ruhen sich nicht darauf aus, in einem Bereich besonders gut bzw. der Beste zu sein, sondern möchten sich immer weiterentwickeln. Lassen sich Technologien auf andere Industrien übertragen? Sind unsere Kunden auch anderen Produkten oder Dienstleistung interessiert? Wofür können wir unsere Daten nutzen? Lässt sich ein anderer Markt erschließen? Die beiden Unternehmen sind experimentierfreudig! Und natürlich hat es auch mal nicht geklappt, wie Amazons Ausflug ins Smartphonegeschäft. In anderen Bereichen zeigt sich Erfolg, wie zum Beispiel in der Logistik. Wird ein neuer Bereich erschlossen, entstehen natürlich auch neue Wettbewerber. Auf den ersten Blick scheinen Amazon – als traditioneller Online-Einzelhändler – und Uber – die Taxi-App – nicht miteinander zu tun zu haben. Je mehr sie sich jedoch vom Kerngeschäft entfernen, desto mehr werden sie zu direkten Konkurrenten: in der Logistik. Die Motivation ist unterschiedlich: Amazon möchte damit immer mehr Teile der eigenen Lieferkette selbst in die Hand nehmen. Das spart Kosten, garantiert Unabhängigkeit und verbessert Zustellraten. Uber überträgt sein erfolgreiches Geschäfftsmodell von Taxi auf andere Bereiche (mit UberRush  (siehe unten)auf den Paketmarkt und UberFreight auf den LKW-Güterverkehr).

 

 

Shared Economy: Das „Uber“ für ...

Die sogenannte Sharing Economy beschreibt Modelle, die darauf ausgerichtet sind ungenutzte Ressourcen anderweitig zu verwenden. Dadurch kann die Nutzung von Sachgütern durch Vermittlungsplattformen erhöht werden. Ganz nach dem Prinzip „Teilen statt besitzen“ fördern digitale Plattformen und Geschäftsmodelle die Entwicklung verschiedene Branche. Uber ist dafür ein klassisches Beispiel. Zunächst beim Personentransport, inzwischen aber auch in der Logistik. Das „Uber“ der Pakete hat Uber selbst mit dem Dienst UberRush bereits 2015 ins Leben gerufen. Dabei werden freiberufliche Fahrer eingesetzt, die Waren mit ihren privaten Fahrzeugen ausliefern. UberRush kooperiert dabei mit Drittanbietern. Amazon bietet mit Amazon Flex einen gleichen Service an – einziger Unterschied: Bislang werden nur Pakete, die auf der eigenen Plattform erworben werden, ausgeliefert.



 

Während es Uber Rush bislang nur in den USA und UK gibt, ist Amazon Flex letzten Herbst in Berlin gestartet. Das System ist vielversprechend: Es spart Kosten, garantiert Unabhängigkeit und verbessert die Servicequalität.

 

Amazon vs Uber 

Amazon und Uber sind beide auf ihre Art einzigartig und können auf ihre eigne Erfolgsgeschichte zurückblicken. Bestehende Unternehmen und StartUps müssen das Rad nicht immer neu erfinden, sondern können ruhig mal auf die Großen schauen und sich inspirieren lassen. Man muss ja nicht die gleichen Fehler machen, die andere schon gemacht haben!

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