Vorweihnachtsstress – ohne mich! Das KISS-Prinzip für Führungskräfte

16. November 2018

Wie Sie mit dem KISS-Prinzip als Führungskraft entspannt die Vorweihnachtszeit genießen können

 

Ein Tannenbaum mit 5 Christbaumkugeln und einem Kalender, der den Dezember darstellt
© Bianca Fuhrmann

 

Die Vorweihnachtszeit ist schon eine verrückte Zeit. Eigentlich sollten wir uns freuen, dass bald Weihnachten ist und die Zeit zwischen den Jahren still zu stehen scheint. Aber das Gegenteilige ist oft der Fall. Hektik, Stress und Arbeitsmarathons bestimmen diese Wochen. Erst recht, wenn Sie Führungskraft sind. Dann werden Sie mit Verpflichtungen einfach überhäuft. Eine Weihnachtsfeier jagt die andere. Die Geschenke für unsere Lieben, aber auch für wichtige Geschäftspartner oder Kollegen müssen besorgt werden. Meetings werden auf den Weihnachtsmarkt ausgelagert oder finden dort ihren obligatorischen Jahresausklang. Ganz zu schweigen von den geschäftlichen Dingen wie dem Jahresabschluss, der Mitarbeiterjahresbeurteilung oder der Budgetplanung für das kommende Jahr, die noch finalisiert werden muss. Mir geht es seit Jahren auch so. Bereits ab Mitte November sind bei mir alle Weihnachtsmarktbesuchstermine vergeben. Danach geht dann nichts mehr. Das ist schon alles irgendwie seltsam.



 
Aber dieses Jahr wird alles smarter – das verspreche ich Ihnen, wenn Sie sich die folgenden Tipps zu Herzen nehmen.


Das KISS-Prinzip für die Vorweihnachtszeit

KISS ist ein vielbeachtetes Prinzip, das gerne im Management, im Marketing oder in der Software-Entwicklung angewendet wird. Hinter KISS verbirgt sich das Akronym „keep it short and simple“, was frei übersetzt bedeutet, Komplexität zu vermeiden und die Vereinfachung zu suchen, denn kompliziert wird es schon von allein.
Einige kennen KISS auch als Kommunikationsformel, nach der man sich „einfach“ ausdrücken soll, also ohne Fremdwörter und verschachtelte Sätze.
Ich benutze statt des Worts SHORT lieber das Wort SMART, was so viel wie schlau oder clever bedeutet. Und genau dies sollte unser Vorsatz in der Vorweihnachtszeit sein:

 

„Keep it simple and smart!“ – „Mach es einfach und schlau!”

 

Und was bedeutet das nun in der Praxis? Das ist ganz einfach. Werden Sie wieder Herr Ihrer Zeit und führen Sie diejenigen, die über Sie verfügen wollen. Wie? Das erfahren Sie anhand dieser 5 Schritte:

  

Schritt Nr. 1: Was muss ich beruflich noch tun und wie viel Zeit bleibt mir für sonstige Dinge?

Erstellen Sie eine Liste und stellen Sie sich dabei die Fragen, was Sie eigentlich in den verbleibenden drei Wochen beruflich noch alles zusätzlich zum Tagesgeschäft tun müssen und wie viel Zeit Sie dafür veranschlagen sollten. Schlagen Sie am besten jeweils den Faktor 1,25 an Zeit drauf, der durch Verzögerungen und Sonderwünsche meist zu Buche schlägt. Die Erfahrung zeigt, dass gerade in dieser Zeit wegen der vielen Verpflichtungen und zusätzlichen Aufgaben zum Jahresende erhöht Überstunden anfallen. Am Ende ziehen Sie Bilanz und ermitteln die Zeit pro Tag, die Ihnen neben dem Job noch zur Verfügung steht. Und dabei fällt einem meistens auf, dass diese Wochen eh schon übervoll sind.

 

Schritt Nr. 2: Was will ich während der Vorweihnachtszeit noch nebenbei tun?

Listen Sie alle Dinge inklusive der Zeitaufwände auf, die Sie in den drei Wochen tun wollen, wie beispielsweise Geschenke kaufen, Urlaub planen, Weihnachtsmarktbesuche mit Menschen und Kollegen, die Sie wirklich mögen, …

 

Schritt Nr. 3: Welchen Verpflichtungen muss ich vor Weihnachten nachgehen?

Machen Sie eine Liste mit allen Verpflichtungen, die Ihnen aufs Auge gedrückt wurden und wahrscheinlich noch werden, inklusive der Zeitaufwände. Verteilen Sie diese Verpflichtungen auf die entsprechenden bzw. bereits abgestimmten Tage.

 

Schritt Nr. 4: Das „Keep it simple and smart“-Prinzip anwenden

Atmen Sie tief durch und erholen Sie sich von dem Schock, dass die Vorweihnachtszeit eigentlich 48-Stunden-Tage benötigt, und wenden Sie nun das KISS-Prinzip an.
Das heißt: Jetzt ist der Moment gekommen, in dem Sie klare Ja- oder Nein-Entscheidungen für sich selber fällen müssen. Spitzen Sie den Rotstift und werden Sie wieder Herr Ihrer Zeit. Gehen Sie dabei wie folgt vor: 

SIMPLE: 
Streichen Sie rigoros all die Dinge von der Verpflichtungsliste, die Ihnen Stress verursachen oder die pure Zeit- oder Nervendiebe sind.

SMART: 
Vereinfachen Sie und entzerren Sie die Zeit. 

Kurz: Seien Sie clever und überlegen Sie sich, welche der Verpflichtungen Sie zwar wahrnehmen müssen, aber nicht so, wie es sonst üblich ist, und vor allem nicht jetzt. Listen Sie Alternativen auf und entscheiden Sie sich für den Weg, der für Sie am einfachsten ist.

 

Es ist beispielsweise üblich, vor Weihnachten noch eine Abteilungsweihnachtsfeier zu arrangieren. Wie wäre es, wenn Sie stattdessen im Januar eine Neujahrsfeier machen.
Oder es ist üblich, Weihnachtskarten an alle Geschäftskontakte zu versenden. Aber ist diese Aktion, die übrigens immer richtig viel Zeit und Nerven in Anspruch nimmt, sinnvoll? Eigentlich nicht, denn Ihre Geschäftspartner werden eh zu Weihnachten mit Karten überhäuft, sodass Sie sich schon besonders anstrengen müssen, wenn Sie mit Ihren Grüßen aus der Masse herausragen wollen. Warum verschicken Sie also nicht im Januar Neujahrsgrüße. Bingo, und wieder jede Menge Zeit gespart. Und außerdem ist Ihnen auf diese Weise im Januar auch die volle Aufmerksamkeit für Ihre Karte gewiss.
Oder Geschenke kaufen. Überlegen Sie sich genau, welchen Partnern Sie wirklich etwas Individuelles schenken wollen, oder wem Sie einfach mit einem Gutschein eine Freude machen können. Und schon wieder haben Sie Zeit gespart.

 

Schritt Nr. 5: Umsetzen und sich von der allgemeinen Hektik nicht anstecken lassen.

Nun kommt der härteste Schritt: Bleiben Sie Ihrem Vorhaben treu. Werden Sie nicht weich und halten Sie sich an Ihre erarbeitete „Smart und Simple-Vorgehensweise“. Sie brauchen kein schlechtes Gewissen zu haben, dass Sie manche Dinge erst im Januar erledigen. Wenn Sie dies bei Ihren Kollegen und Mitarbeitern gut begründen können, freuen auch diese sich über die gewonnene Zeit. Und ein besseres Geschenk als Zeit können Sie vor Weihnachten einem Kollegen kaum machen. 

 

Der Zauber einer entspannten Vorweihnachtszeit liegt in der klaren Ja-/Nein-Entscheidung zur eigenen Zeit, zu den eigenen Wünschen und im Vereinfachen der Dinge.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine entspannte und smarte Vorweihnachtszeit.

 

Ihre Bianca Fuhrmann

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