Wahrnehmung: Wenn Probleme einfach ausgeblendet werden

12. Mai 2010

Gibt es in Ihrem Team Schwierigkeiten, von denen Ihnen Ihre Mitarbeiter immer wieder berichten? Sind Sie der Meinung, das Team sollte diese selbst lösen? Ist es gar ein ungeschriebenes Gesetz der Unternehmenspolitik sich nicht in zwischenmenschliche Konflikte einzumischen? Falls Sie mit Ja antworten, stecken Sie in der Führungs-Falle.

Denn Sie blenden bestimmte Probleme einfach aus – unbewusst und ohne böse Absicht. Die Ursache ist einfach: Sie sehen das Problem nicht, das für Ihr Team oder für Ihre Mitarbeiter existiert, weil Sie zu einer völlig anderen Einschätzung – einer Fehleinschätzung – der Situationen gelangen. Oft verbergen sich hinter diesen Einschätzungen Glaubenssätze, die auch von der Unternehmensleitung gefördert werden, wie beispielsweise

  • „Die sollten sich lieber auf ihre Arbeit konzentrieren.“
  • „Es ist nicht Aufgabe der Führungskraft sich in die Konflikte der Mitarbeiter einzumischen.“
  • „Zuviel Ursachenforschung ist bloß ein Zeichen der Schwäche.“

 

Solche Einschätzungen dienen dazu, die Fülle der Informationen und täglichen Erfahrungen, die auf Sie einstürmen, zur Verarbeitung zu selektieren. Nur – und dies ist ganz wichtig – sollten Sie sich ab heute eins eingestehen:

Die Realität sieht anders aus.

 

Im Klartext:

Sollten Ihre Mitarbeiter wieder und wieder mit den gleichen oder ähnlichen Schwierigkeiten bei Ihnen vorsprechen – gibt es ein Problem, das Sie beachten sollten.

Beginnen Sie in einer Diskussion oder einem Gespräch die Meinung des anderen vehement als unzutreffend zu deklarieren – steckt dahinter ein Problem, das Sie wahrnehmen und beachten sollten.

Tendieren Sie dazu, sich über Kollegen, Mitarbeiter oder Abteilungen lustig zu machen – weist dies auf Ihre selektive Wahrnehmung hin und auf (potenzielle) Probleme, die unbeachtet bleiben.

Weisen Sie die Ansichten Ihrer Mitarbeiter mit Killerphrasen wie „Darüber wissen Sie nicht Bescheid“ von sich – werden Sie nie verstehen, was Ihren Mitarbeitern wichtig ist und Probleme sind vorprogrammiert.  

 

Mein Tipp:

Es geht nicht darum, dass Sie die Auffassungen und Einschätzungen Ihrer Mitarbeiter teilen. Sie müssen diese verstehen – lernen-, um so Ihre Führung ausrichten zu können und die Leistungsfähigkeit auf hohem Niveau zu halten. Deshalb nehmen Sie die Anliegen Ihrer Mitarbeiter ernst.



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