Man nehme … 20 Zutaten für ein deftiges Konfliktsüppchen

9. Dezember 2013

 

Gastbeitrag von Kati Schmitt-Stuhlträger

 

Ja, Sie lesen richtig. Wenn Sie einen Streit mal so richtig anheizen wollen, dann suchen Sie sich einen oder besser gleich mehrere Tipps aus der unten stehen Liste heraus und würzen Sie Ihr Konfliktsüppchen damit. Welche Zutaten Sie auswählen und wie viel Sie davon in Ihr Konfliktsüppchen geben, richtet sich nach Ihrem persönlichen Geschmack.

 

Eins ist jedoch sicher: Es wird ganz schön brodeln!

 

20 Zutaten für ein deftiges Konfliktsüppchen

 

  1. Schreien Sie Ihr Gegenüber aus vollem Herzen an.

  2. Argumentieren Sie „unter der Gürtellinie“.

  3. Machen Sie dabei eine abwertende Handbewegung.

  4. Reden Sie heimlich hinter dem Rücken schlecht über die Person, mit der Sie im Clinch liegen.

  5. Reden Sie hinter dem Rücken schlecht über die Person und zwar so, dass sie es mitbekommt.

  6. Behalten Sie wichtige Informationen für sich.

  7. Greifen Sie Ihr Gegenüber persönlich an.

  8. Benutzen Sie Schimpfwörter.

  9. Fordern Sie Ihren Streitpartner zum Kampf auf oder werden Sie gleich handgreiflich.

  10. Grinsen Sie süffisant.


  11. Beleidigen Sie Ihr Gegenüber.

  12. Geben Sie auf jedem Fall ihm/ihr die Schuld.

  13. Lassen Sie ihn/sie nicht zu Wort kommen.

  14. Hetzen Sie andere gegen die Person auf.

  15. Ziehen Sie die Augenbrauen hoch und geben abschätzige Laute, wie „Ts!“, von sich.

  16. Drehen Sie sich einfach um und lassen Sie ihn/sie stehen.

  17. Werten Sie das von ihm/ihr Gesagte ab, z. B. Jetzt übertreiben Sie aber. Sooo schlimm ist das nun auch nicht!

  18. Belehren Sie ihn/sie (Hätten Sie mal besser zugehört!)

  19. Befehlen Sie (Sie müssen halt mal mehr mitdenken!)

  20. Lachen Sie Ihr Gegenüber herzhaft aus.

 

 

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Kati Schmitt-Stuhlträger  

Zur Autorin:

Kati Schmitt-Stuhlträger ist Hotel-Betriebswirtin und Diplom-Betriebswirtin (Internationale Betriebswirtschaftslehre und Marketing) und war 10 Jahre bei einem internationalen IT-Dienstleister tätig, bevor sie sich 2009 selbstständig machte. Ihr Unternehmen Wortmarketing & Training steht auf zwei Säulen:

 

  • Wortmarketing heißt Klartext schreiben für Papier und Internet, in der Sprache ihrer Kunden und für verschiedene (Werbe)medien. 
  • Im Training unterstützt sie Führungskräfte, Teamleiter und Mitarbeiter dabei, sich konstruktiv zu streiten und gemeinsam Lösungen zu finden.

 

Ihr erklärtes Ziel ist, dass die Mitarbeiter im Unternehmen wieder effizient im Team arbeiten.

2009 veröffentlichte sie das Business-Kartenset Konfliktmanagement im Heragon-Verlag.

Mehr Informationen zu Kati Schmitt-Stuhlträger und ihrer Arbeit finden Sie unter Kochen im Team und Wortmarketing & Training.

Kartenset Konfliktmanagement von Kati Schmitt-Stuhlträger

Autor: Gastbeitrag

Kommentare

Öffentlich Bloßstellen

Meine Suppe wird so richtig würzig, wenn ich meinen Gegenüber öffentlich bloß stelle.

Außenstehende einbeziehen

Scharfes Gewürz für jede Konfliktsuppe sind die Außenstehende. Unbeteiligte aktiv einbeziehen, um Meinung bitten, auf die eigene Seite ziehen und dann wüst beschimpfen.

Hilft ungemein die Suppe gut zu würzen. Dann einmal umrührend, aufkochen und noch Schweigen hinzufügen. Dabei jegliche Schuld am Streit abstreiten und frisch servieren. Wird dann allen Köchen wohl munden.

Ich empfehle folgendes Kochbuch

Ich empfehle das Buch "Anleitung zum Unglücklich sein" von Paul Watzlawick. Studieren Sie das Buch gründlich, es finden sich ganz herrliche Strategien um einen Streit vom Zaun zu brechen, sowohl für Anfänger, als auch für fortgeschrittene Unglücksaspiranten. Einer meiner Favoriten ist die Geschichte mit dem Hammer. Die Geschichte und einen schönen Überblick bietet Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Anleitung_zum_Ungl%C3%BCcklichsein
Das schöne an der Strategie ist, daß der andere Mensch erst am Streit beteiligt wird, wenn man selbst schon auf 180 ist und man nimmt ihm auch das mühseelige aufstacheln ab. Ein wirklich tolles Kochbuch für Streiterein.

Gute Erfahrungen habe ich

Gute Erfahrungen habe ich gemacht mit --> Arme vor der Brust verschränken, den anderen anstarren und nichts mehr sagen.

Eine weitere Zutat ist der Satz: "Darüber will ich nicht reden!" Bzw. "darüber diskutiere ich nicht!" Oft wiederholt, ist er das Salz in der Konfliktsuppe ;-)

Der Klassiker: "... Du/Sie Depp"-Aussagen

Manchmal kann eine gut platzierte "Du/Sie Depp"-Formulierung einem guten Konfliktsüppchen noch etwas Würze verleihen. So eine Formulierung klingt zunächst harmlos, hat es aber in sich. Zu erkennen ist sie daran, dass die Anwesenden problemlos ein "Sie/Du Depp ..." einfügen können.

Ein Beispiel: "Für Sie erkläre ich das gern noch einmal ausführlich [, Sie Depp, dann begreifen Sie das vielleicht auch irgendwann]."

Mein Geheimtipp: Das große ABER

Ich gebe erst eine (scheinbar) wertschätzende Zusammenfassung der Argumente meines Gegenübers und sage dann AAAAAAABER (womit ich alles vorher gesagte wieder "durchstreiche") und bringe dann mein Argument :-)

Außerdem garniere ich dies dann noch mit Aufforderungen wie "Du musst"...

Zutat "immer" oder "nie"

Die Zutaten "immer" oder "nie" dürfen bei uns in keinem Konfliktsüppchen fehlen.

Nie ... räumst Du die Geschirrspülmaschine aus,...
Immer .... denkst Du nur an Dich,...

Damit kocht das Süppchen erst so richtig auf.

Zutat 21

Große Erfolge erlebe ich beim Einsatz der Zutat "Unsachlichkeit". Gerne tarne ich diese auch als persönlichen Angriff: "Was sagen Sie als Nichtbetroffene(r) zum Thema Intelligenz?"

Auch Angriffe auf das optische Erscheinungsbild kommen immer wieder gut an: "Gab es das Jackett auch in Ihrer Größe?"

Kurzum: Die Vernebelungstaktik aus der Schlagfertigkeit einfach mal geschickt "umdrehen" und schwupps ... ein gelungener Konfliktanheizer ist geschaffen.

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