Vom Umgang mit der Imperfektion

5. Dezember 2018

Advent. Oh weh – schon der 5. Dezember! Nur noch 19 Tage bis Weihnachten.

Und was tun wir? Statt zur Ruhe zu kommen, arten wir in hektische Betriebsamkeit aus. Denn zum Fest ... soll ja bitte alles perfekt sein. Da kommen Kinder und Eltern zusammen - und sitzen bitte wohlgelaunt und einander zugetan vor dem festlich geschmückten Christbaum. Es ertönen kleine Glöckchen im Hintergrund und es säuselt Weihnachtsmusik. Der Braten duftet und schön verpackte Geschenke schaffen eine vorfreudige Neugierde....

 

© Bettina Schöbitz

 

Echt jetzt???

Wenn das bei Dir in der Familie so klappt, dann von mir ein von Herzen kommendes "herzlichen Glückwunsch". In 99,9 % der Familien sieht das allerdings ganz anders aus: Wir verspüren massiven Druck, den Erwartungen anderer gerecht zu werden. Und sind enttäuscht, wenn unsere eigenen Wünsche und Vorstellungen dahinter zurückbleiben. Am Ende ...  alle enttäuscht. Oder - auch das sehr häufig - verkracht. Ach - und die Weihnachtslieder, die Oma gut findet, gehen für unsere Ohren ja schon mal gar nicht. Wie immer...hilft hier gute Kommunikation.

 

Lasst uns über Erwartungen reden...

Für mich gehört zu einem gelungenen Weihnachtsfest daher als erstes ein offenes Gespräch. Bei dem alle möglichst gemütlich an einem Tisch sitzen, die miteinander feiern. Wollen, sollen, dürfen oder müssen.

Am besten direkt zu Beginn des Advents....also jetzt.





Wie das am besten abläuft? Kaffee, Tee und die ersten selbst gebackenen Plätzchen kommen liebevoll auf den Tisch. Dazu ein Stapel Papier und einige Stifte. Und – je nach Größe der Gruppe – bis zu einer Stunde Zeit.

Jeder darf dann auf seinem - namentlich markierten - Zettel genau drei Dinge äußern, die für ihn zu einem wirklich gelungenen Fest gehören. Ja, nur drei - denn sonst würde das Ganze unüberschaubar. Und ein kleiner Grad der Bescheidenheit gehört eben auch zum festlichen Miteinander.

Die fertigen Zettel kommen dann in die Tischmitte und werden nacheinander gemeinsam geöffnet...und schon zeigt sich, wie extrem unterschiedlich die Prioritäten für ein gelungenes Fest sind. 

 

Wertschätzung  + Kompromissbereitschaft

Jetzt werden die verschiedenen Punkte auf große Stapel sortiert: Essen, Musik, Erlebnisse, Geschenke, Baum, Dekoration, Zeiten, Bekleidung, Sonstiges...

Schnell wird erkennbar, wo es Einigkeit gibt - und wo Diskussionsbedarf herrscht. Wichtig ist es an dieser Stelle, alle daran zu erinnern, dass JEDER angemessen zu seinem Recht kommen soll. Damit auch wirklich alle ein schönes Fest haben. So ist jeder gefragt, Kompromisse zu schließen - von jung bis alt, von Mann bis Frau. Wer sich hier am falschen Ende zurücknimmt, ist selber Schuld - doch wer alle dominieren will, bekommt auch sein Fett weg.

Wenn jeder schon an einem so frühen Zeitpunkt einen Teil seiner eigenen Erwartungen "verschenkt", um anderen eine Freude zu machen, stimmt er sich auf ein friedliches Fest ein. Alle können dem entspannt begegnen, was sie erwartet. Das nimmt den Beteiligten den Druck. 

 Engel, Elch, Tannenbaum und Rudi© Bettina Schöbitz

                           


So entsteht mehr Raum für Vorfreude. Die Hausfrau braucht nicht mehr um 5 Uhr früh die Gans in den Ofen zu schieben, die Kinder dürfen um 22 Uhr mit den Freunden in die Disco und für Oma singen dann auch alle mal ein oder zwei Weihnachtslieder. Weil es sie glücklich macht.  

Wichtig ist dabei, dass jeder sich gesehen und wahrgenommen fühlt - und sich niemand "nur für die anderen" komplett verbiegt.  Bedeutsam ist auch, dass sich auch alle an die Vereinbarungen halten - ob es um Zahl und Wert der Geschenke, Essensabsprachen oder den Besuch der Christmette geht. Ohne Wenn und Aber. Vereinbart ist vereinbart. Es sei denn, am Festabend wollen es dann doch alle einstimmig anders. Doch peinliche Momente in „wir schenken uns nichts“-Familien, wo dann doch einer ein Präsent hinterm Rücken vorzaubert, gilt es zu vermeiden.

Das Einzige, worüber wir im Vorfeld zwar Einigkeit erzielen, es aber in keiner Weise bestimmen können, sind die von den meisten dann doch erwünschten

Schneeflöckchen zum Fest.

Von der weißen Weihnacht träumen wir jedes Jahr wieder. Die Realität sieht jedoch meist vollkommen anders aus. 

Deshalb habe ich dieses Jahr für Dich ein wundervolles und langjährig familienerprobtes Rezept für butterzarte Schneeflöckchen zum Selberbacken. Die Dinger zerschmelzen auf der Zunge. Halt wie echte Schneeflocken.

 

Hier findest Du das Rezept, ganz traditionell oder als Sketchnote zum Download.

Rezept für butterzarte Schneeflöckchen zum Selberbacken 

 

Ich lade Dich ein, Dein Weihnachten 2018 mit weniger Perfektionsdrang zu feiern. Und statt des Stresses ein wenig mehr Vorfreude und Wertschätzung zu entwickeln. Dann ... haben alle - zusammen mit Dir - ein schöneres Fest.

Weil es Menschen einfach sein lässt. In all ihrer individuellen Imperfektion.

Ich wünsche Dir und Deinen Lieben eine 
fried- und sehr genussvolle Weihnachtszeit.

 


Wenn Du bis dahin noch ein paar Tage lang weitere besinnliche Momente erleben willst: Melde Dich noch flugs bei meinem kostenfreien Visuellen Weihnachtsworkshop an. Du bekommst dann sechs Tage lang je eine Mail mit einem Link zu meinen kurzen Videos - mit täglich mindestens zwei weihnachtlichen Visuals. Du brauchst nur ein paar Blätter Papier und einen Stift (ideal ist ein schwarzer Fineliner) für Deine Teilnahme. 

Damit kannst Du dann Dein Geschenkpapier selber gestalten, Geschenkanhänger selber zeichnen, Pakete verschönern oder auch die Menuekarte zum Weihnachtsabend. Oder auch nächstes Jahr einfach Deinen indivisuellen Adventskalender selber machen....

 

© Bettina Schöbitz

 

Nachtrag:

Dies ist mein Beitrag zum Adventskalender 2018 von Ulla Schneider von Business-Netz - die mich jedes Jahr mit neuen, kreativen Ideen überrascht und sehr wertschätzend mit ihren Kunden und Kollegen umgeht. 

Danke, Ulla, dass es Dich gibt. 

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