Die gefährlichsten Tücken der Selbständigkeit

28. April 2014

Stolpersteine der Selbständigkeit

Selbständigkeit, das klingt erst einmal gut, nach flexiblen Arbeitszeiten, einer Menge Freiheiten und entspanntem Arbeiten im Home Office oder eigenem Büro als Chef eines Unternehmens. Für Existenzgründer gibt es jedoch eine ganze Reihe von Stolpersteinen, die in jedem Fall bedacht werden sollten; denn nicht jeder Mensch ist gleichermaßen dafür geeignet, die nötige Eigeninitiative zu entwickeln, seinen Arbeitsalltag komplett eigenständig zu planen oder mit hohem persönlichen Engagement Schwierigkeiten zu entwickeln, um die ein Angestellter sich keinerlei Sorgen machen muss.  

 

1. Finanzen stets im Blick behalten

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Sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitssuchende ist der Schritt in die Selbständigkeit durchaus verlockend, denn freie Entfaltung und die Einbringung der persönlichen Fähigkeiten werden hier gefordert und stellen damit einen Traum für viele dar. Doch nur allzu schnell kann sich die Existenzgründung in einen echten Albtraum verwandeln, denn einige grundlegende Voraussetzungen und wichtige Schritte sollten trotz des anfänglichen Enthusiasmus zur Selbstständigkeit nicht fehlen. Eine der wohl größten Hürden für Gründer ist die Tatsache, dass viele Kosten nicht berücksichtigt oder einkalkuliert werden. Eine umfassende Planung sollte daher Pflicht sein, denn sonst kann dem Kontostand schnelle eine böse Überraschung drohen. Unter anderem sollten folgende Kosten in jedem Fall bedacht werden:

  • Steuern (Einkommenssteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, …)
  • Versicherungen (Krankenversicherung, Altersvorsorge, …)
  • Laufende Kosten (Miete für Büroräume, Strom, Inventar, …)
  • Externe Dienstleistungen (Grafikdesigner, Steuerberater, PR-Agenturen, …)

 



Zu bedenken gilt außerdem, dass in jedem Fall auch Rücklagen gebildet werden sollten, denn je nach Branche könnten die Geschäfte auch einmal schlechter laufen oder die Einnahmen schwanken. Darüber hinaus ist es anders als im Angestelltenverhältnis üblich, dass Zahlungen nicht pünktlich zum Monatsende auf dem Konto eingehen – schließlich möchten die Auftraggeber ebenfalls so lange wie möglich mit ihrem Geld arbeiten und reizen Zahlungsziele daher gerne einmal aus.

 

  

2. Die zündende Idee

Damit eben jene Ausgaben gedeckt werden, ist ein passendes Konzept notwendig, um sich auf dem Markt zu etablieren. Das kann eine passende und erfolgversprechende Nische, aber auch ein bereits gedeckter Bereich kann mit passendem Businessplan, Knowhow und Durchsetzungsvermögen durchaus erfolgversprechend sein. Förderstellen wie Banken oder Kreditinstitute benötigen ein solches Konzept ohnehin, sollten entsprechende Mittel von ihnen beantragt werden. Die eigene Qualifikation ist allerdings mindestens genauso wichtig wie eine grundlegende Idee von der Unternehmensform, der Finanzierung oder den möglichen Risiken, denn ohne die nötige Kompetenz kann es schnell eng werden.

Zudem genügt es nicht, wenn lediglich das eigene Handwerk beherrscht wird, denn Selbständige sollten stets auch über ein gewisses kaufmännisches Geschick verfügen, da schließlich auch die Buchhaltung und das Marketing wichtige Faktoren für den Erfolg sind. Zwar lässt sich hier ganz nach Belieben auch vieles extern an andere Dienstleister übergeben, das sorgt jedoch andererseits für weitere Kosten, die womöglich gerade am Anfang der Karriere doch eher klein gehalten werden sollen.

 

3. Konkurrenz nicht unterschätzen

Je belebter die gewählte Branche ist, desto härter ist in der Regel auch der Wettbewerb. Gerade als Einsteiger kann es dann neben den alteingesessenen Profis schwer werden, denn Stammkunden fehlen zu diesem Zeitpunkt zumeist noch und viele Kunden greifen lieber auf etablierte Größen des Marktes zurück. Vor der Gründung sollten Selbständige sich daher fragen, ob auch wirklich eine hohe Nachfrage für das eigene Angebot besteht oder ob der Markt gesättigt und ein Einstieg daher doch eher schwer oder vielleicht sogar unmöglich ist.

 

4. Der Sprung ins kalte Wasser

Auch wenn zunächst sicherlich Euphorie aufgrund der spannenden, neuen Tätigkeit herrscht, der eine oder andere Fehlschlag kann folgen und führt bei einigen Menschen schnell zu Entmutigung oder sogar Frustration. Dass zu Beginn nicht alles glatt läuft, kann aber durchaus normal sein, sodass etwaige Startschwierigkeiten nicht sofort zum Anlass genommen werden sollten, um die Selbständigkeit wieder zu beenden. Hilfreich ist diesbezüglich auch ein kompetenter Ansprechpartner, der bei Schwierigkeiten und Problemen Rat weiß.

 

5. Aufgeben – wann und wie ein Schlussstrich gezogen werden sollte

Es ist sicherlich bitter, doch nicht jede Idee zeigt sich im Nachhinein als profitabel und nicht jede Marktnische will auch wirklich bedient werden. Wenn sich über kurz oder lang zeigt, dass das eigene Unternehmen nicht mehr rentabel wirtschaftet und Verbindlichkeiten nicht mehr bedient werden können, dann ist es womöglich Zeit, die Segel zu streichen. Damit der Ausstieg und auch der darauf folgende Neustart optimal vonstattengehen, können jedoch einige Ratschläge beherzigt werden:

 

  • Unbedingt einen Plan ausarbeiten: Ein geordnetes Vorgehen ist nun wichtig, hektischer Aktionismus kann die Situation nur weiter anheizen.
  • Nicht aufgeben: Es ist leichter gesagt als getan, doch Selbstvorwürfe und Versagensängste sind nicht angebracht. Selbständige sollten sich nun vor Augen halten, dass ein unternehmerisches Handeln stets ein Risiko birgt und dies leider auch im Scheitern eines Unternehmens enden kann. Gespräche mit eingeweihten Freunden und Familie sollten gesucht werden, denn diese können einerseits entlasten, andererseits aber auch neue Wege aufzeigen.
    Wichtig: Unter allen Umständen und trotz der möglichen Niedergeschlagenheiten sollten eingehende Briefe und Post in jedem Fall weiterhin geöffnet werden.

 

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  • Betroffene informieren: Nicht nur die Vertrauten, auch Bürgen, Gläubiger und natürlich das Personal müssen rechtzeitig informiert werden. Geht es um die Schuldenregulierung, so sollten Versprechungen an Gläubiger möglichst realistisch gehalten werden, für rückständige Löhne der Angestellten kann außerdem womöglich Insolvenzgeld infrage kommen.
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