Elternzeit: Den Wiedereinstieg in den Beruf erfolgreich bewältigen

8. September 2011

Elternzeit: Wiedereinstieg nach Elternzeit

Planen Sie Ihren beruflichen Wiedereinstieg. Mit der Inanspruchnahme der Elternzeit, die für jedes Elternteil grundsätzlich bis zum dritten Lebensjahr des Kindes besteht, haben Sie Ihren Fokus auf das Wohlergehen Ihres Kindes gerichtet, das natürlich Ihre volle Aufmerksamkeit fordert und erhält. Dennoch sollten Sie während Ihrer Elternzeit auch Ihren Beruf und Ihre Karriere nicht außer Acht lassen.

 

Wiedereinstieg nach Elternzeit 

Elternzeit: Familie und Beruf in Einklang bringen

Bereits während Ihres Mutterschutzes haben Sie sich mit dem Wiedereinstieg in Ihren Beruf beschäftigt und eine wichtige Entscheidung getroffen: Die der Elternzeit. Denn Sie wollten so lange wie möglich Ihre Zeit der Familie und Ihrem Neugeborenen widmen. Damit der Wiedereinstieg nach Ihrer Elternzeit - ob Sie nun eine Elternzeit Verlängerung nach dem zweiten Jahr in Erwägung ziehen oder nicht - erfolgreich gelingt, sollten Sie sich während Ihrer Elternzeit mit drei grundsätzlichen Fragen auseinandersetzen:

  • Welche langfristigen Effekte die familienbedingte Auszeit – auf Ihren Beruf, Ihre Karriere, Ihre Partnerschaft, Ihr Leben hat.
  • Wie Sie sich Erwerbstätigkeit und Familienarbeit in Ihrer Partnerschaft teilen wollen.
  • Welche Möglichkeiten der Kinderbetreuung es gibt, die Sie in Anspruch nehmen können und möchten.

 

Elternzeit: Karriere als mittelfristiges Ziel einplanen

Bleiben Sie während Ihrer Elternzeit auf dem Laufenden. Sie wissen aus eigener Erfahrung nur zu gut, wie schnelllebig die Zeit ist, gerade was berufliche Belange angeht. Kollegen wechseln in andere Abteilungen oder gar den Arbeitgeber. Ihr Vorgesetzter findet vielleicht neue Managementaufgaben im Unternehmen. Ganz zu schweigen davon, dass jedes Jahr eine Optimierung und Aktualisierung der Computersoftware auf den Markt kommt. Deshalb müssen Sie während Ihrer Elternzeit auch Ihrem Beruf Ihre Aufmerksamkeit schenken, damit Ihnen die Rückkehr aus der Elternzeit ohne Probleme und mühelos gelingt.

 

Tipps, wie Sie dies erreichen:

  • In Kontakt bleiben. Melden Sie sich regelmäßig bei Ihrem Vorgesetzten, auch um sich über unternehmerische Entwicklungen zu informieren. Besuchen Sie Ihre Kollegen – falls möglich mit dem Kind. Verabreden Sie sich mit einer Kollegin, zu der Sie ein freundschaftliches Verhältnis haben, zum Kaffee und tauschen Sie sich aus – über Ihr Baby und das Neueste an der Arbeitsstelle. Vermerken Sie unbedingt die Geburtstage sowohl die Ihres Teams, als auch den Geburtstag Ihres Vorgesetzten in Ihrem Kalender. Falls Sie Gelegenheit haben persönlich zu erscheinen tun Sie es, ansonsten gratulieren Sie per Telefon.
     
  • Nehmen Sie an betrieblichen Veranstaltungen teil. Besprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten, ob Sie die Möglichkeit erhalten an betrieblichen Veranstaltungen teilzunehmen. Sei es das Betriebsfest, die Weihnachtsfeier oder auch wichtige jährliche Kick-offs. Dies stärkt die sozialen Bindungen, die Sie im Unternehmen geknüpft haben. Gleichzeitig erhalten Sie so Informationen, die Sie für Ihren Beruf benötigen.
     
  • Innerbetriebliche Kommunikation nutzen. Bitten Sie darum die Mitarbeiterzeitung oder andere regelmäßige Mitarbeiterinformationen nach Hause gesandt zu bekommen. Falls es ein Intranet gibt sollten Sie klären, wie Sie einen Zugang auf Ihrem privaten Computer erhalten können.
     
  • Weiterbildung und Weiterqualifizierung. Obwohl Ihr Kind Ihre Zeit und Ihre Aufmerksamkeit benötigt, werden Sie immer wieder ein oder zwei Stunden pro Tag oder einige Stunden pro Woche finden, in der Sie sich beruflich weiterbilden können.
     
  • Entwicklungen im Beruf. Recherchieren Sie über Ihren Beruf und dessen Aufgabenbereich im Internet – und bringen Sie sich so auf den neusten Stand der Entwicklungen. Vielleicht gibt es auch aktuelle Studien und Forschungsergebnisse zu entdecken, die Sie gebrauchen können. Lesen Sie Fachpublikationen.
     
  • Persönliche Profilierung. Vielleicht wollen Sie auch vorhandene Kenntnisse und Fähigkeiten ausbauen, beispielsweise im Bereich Computer, Englisch oder Kommunikation. Erstellen Sie sich am besten einen Plan, der sowohl Ihre inhaltlichen, als auch zeitlichen Ziele umfasst.
     
  • Weiterqualifizierung. Überlegen Sie, ob Sie einen Fernkurs belegen möchten und können, um sich beruflich weiter zu qualifizieren. Sprechen Sie auch mit Ihrem Vorgesetzten und Arbeitgeber, welche Qualifizierungsmaßnahmen er vorschlägt und finanziert. Erkundigen Sie sich darüber hinaus über staatliche Förderungen unter Lasa-Brandenburg oder WDB-Brandenburg. Beide informieren über Möglichkeiten der Qualifizierung und Fortbildung in der Elternzeit.
     
  • Kurzeinsätze. Geht ein Kollege in Urlaub oder wird eine Kollegin krank sollten Sie, soweit Sie die Betreuung des Kindes geregelt haben, als Vertretung agieren. So entlasten Sie die Firma, zeigen Engagement und bleiben mit den Arbeitsabläufen vertraut. Sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten diese Möglichkeit an.

 

 

Elternzeit: Arbeitszeit mit Familie in Einklang bringen

Überlegen Sie zusammen mit Ihrem Partner, wie die zeitliche Rückkehr in den Beruf konkret für Sie aussehen soll. Denn es gibt viele Optionen, die eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern – sofern Ihr Arbeitgeber diese anbietet.



 

Überlegen Sie welche Arbeitszeitmodelle Sie gerne nutzen würden:

  • Gleitzeit. Gleitzeitregelungen legen im Regelfall eine Kernzeit fest, in der alle Mitarbeiter anwesend sein müssen. Meist beginnt diese Kernzeit um 9.00 Uhr und endet um 15.00 Uhr. Ob Sie nun früher kommen oder länger bleiben ist Ihnen überlassen. Sie müssen nur die vereinbarte Wochenarbeitszeit einhalten.
     
  • Teilzeit. Eine Teilzeitarbeitsstelle muss nicht gleichbedeutend mit einer Halbtagsstelle sein, sondern kann sich auch im Bereich von beispielsweise 80% der Regelarbeitszeit bewegen.
     
  • Arbeitszeitkonto: Mit diesem Zeitkontenmodell, ob Jahreszeitkonten oder Kurzzeitarbeitszeitkonto, wird Ihre tatsächliche Arbeitszeit von der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit festgehalten. So können Sie sich beispielsweise erbrachte Mehrarbeit nicht auszahlen lassen, sondern in Form von Freizeit ausgleichen.
     
  • Vertrauensarbeitszeit. Es wird auf die formale Zeiterfassung verzichtet. Was zählt ist das Ergebnis und nicht die Anwesenheit.

 

Überlegen Sie auch, ob Telearbeit für Sie und Ihren Beruf in Frage käme:

  • Teleheimarbeitsplatz. Ihr Arbeitsplatz befindet sich dann regulär und dauerhaft in Ihren Wohnräumen, d.h. Sie kommunizieren mit Ihrem Vorgesetzten und Kollegen nur über die technische Infrastruktur oder wenn Sie mal an Meetings teilnehmen.
     
  • Alternierende Telearbeit. Sie arbeiten teils von zu Hause aus und teils in den Räumen des Unternehmens. Welche zeitliche Regelung gefunden wird, müssen Sie mit Ihrem Vorgesetzten besprechen.

 

Hinweis:

Teilen Sie Ihrem Arbeitgeber drei Monate vor Ihrer Rückkehr in den Beruf schriftlich mit, dass Sie in Ihre bisherige Tätigkeit zurückkehren möchten oder einen Antrag auf Teilzeitarbeit nach der Elternzeit stellen. Vereinbaren Sie gleichzeitig ein Planungsgespräch mit Ihrem Vorgesetzten, um die Gestaltung Ihres Wiedereinstiegs zu besprechen.

 

Elternzeit: Kinderbetreuung sicherstellen

Für Ihren beruflichen Wiedereinstieg müssen Sie eins in jedem Falle regeln: Die Betreuung des Kindes. Schließlich wollen Sie Ihr Kind in den besten Händen wissen. Auch hier gibt es viele Optionen, die sich Ihnen bei der Kinderbetreuung bieten und Ihnen so den Wiedereinstieg erleichtern:

  • Die Kindertagesstätte betreut die Kinder ganztägig meist von 6.00 bis 18.00 Uhr.
  • Der Kindergarten nimmt Kinder ab 3 Jahren bis zum Schuleintritt auf. Allerdings variieren die Öffnungszeiten – einige ganztägig, einige nur vormittags oder nachmittags.
  • Die Kinderkrippe nimmt Kinder im Alter bis zu 3 Jahren auf. Auch hier gibt es unterschiedliche Betreuungszeiten.
  • Im Kinderhort können Kinder zwischen 6 und 12/13 Jahren vor oder nach der Schule untergebracht werden.
  • Tagesmütter betreuen nach individueller Absprache Ihr Kind entweder im eigenen Haushalt oder auf Wunsch auch bei Ihnen zu Hause. In der Regel kümmert sich die Tagesmutter um bis zu fünf Kinder.
  • Mit Hilfe eines Au-Pairs können Ihre Kinder zu Hause betreut werden. Denn das Au-Pair wohnt bei Ihnen im Haushalt. Es unterstützt Sie durch eine stundenweise Betreuung Ihrer Kinder und durch das Erledigen leichter Hausarbeiten.
  • Zusätzliche Dienste wie Zeitbörsen oder eine ehrenamtliche Leihoma sollten Sie in jedem Falle ausfindig machen, um Ausfallzeiten der Tagesmutter oder des Kindergartens (Urlaub oder Krankheit) durch Babysitter auffangen zu können. Recherchieren Sie auch unter http://www.lokale-buendnisse-fuer-familie.de. Hier finden Sie Informationen, was in Ihrer Stadt zur Unterstützung von Familien geboten wird.

 


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