Stressreport 2012: Psychische Belastung durch Stress am Arbeitsplatz

4. Februar 2013

Stressreport 2012: Psychische Belastung durch Stress am Arbeitsplatz

Das Thema psychische Belastung betrifft immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Viele Beschäftigte klagen zunehmend über Stress am Arbeitsplatz, der sie an die Grenzen ihrer Belastbarkeit führt.

Psychische Belastung durch Stress am Arbeitsplatz

Im vergangenen Jahr waren in Deutschland psychische Störungen für über 53 Millionen Krankheitstage verantwortlich. Für 41 Prozent der Frühberentungen sind psychische Belastungen ursächlich. Die Betroffenen sind im Durchschnitt erst 48 Jahre alt.

Multitasking, Zeitdruck, Termindruck, monotone Arbeitsabläufe sowie Störungen durch Telefonate und E-Mails sind die Hauptgründe für das Entstehen von Stress am Arbeitsplatz. Dies bestätigt auch der von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlichte „Stressreport Deutschland 2012“, der auf der Befragung von rund 20.000 Beschäftigten beruht. Es handelt sich hierbei um die wohl umfassendste Datenquelle zu diesem Thema.

58 Prozent der Befragten fühlen sich durch Multitasking belastet, 52 Prozent sehen sich starkem Termin- und Leistungsdruck ausgesetzt, 50 Prozent beschweren sich über ständig wiederholende Arbeitsvorgänge und 44 Prozent erleben häufige Störungen bei der Erledigung ihrer Aufgaben. Für 35 Prozent dauert die Arbeitswoche länger als 40 Stunden. 26 Prozent klagen darüber, dass sie keine Pausen machen können, rund 64 Prozent arbeiten auch Samstag und 38 Prozent an Sonn- und Feiertagen.

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So kamen die Ergebnisse des Stressreports 2012 zustande

Für den Stressreport wertete die BAuA in der Zeit von Oktober 2011 bis März 2012 die - u. a. telefonischen - Befragungen von rund 20.000 Beschäftigten aus. Den Schwerpunkt der Befragung bildeten Fragen zum Arbeitsplatz (Tätigkeitsschwerpunkte, Anforderungsniveau, Kenntnisanforderungen, Arbeitsanforderungen, Weiterbildungsbedarf, Arbeitsbedingungen, Arbeitsbelastungen usw.) sowie Fragen zu Beanspruchung und gesundheitlichen Beschwerden. In die Befragung wurden erwerbstätige Personen ab 15 Jahren mit einer bezahlten Tätigkeit von mindestens zehn Stunden pro Woche einbezogen. Ausländische Beschäftigte wurden nur bei hinreichenden Deutschkenntnissen befragt. Auszubildende sowie ehrenamtlich tätige Personen waren ausgenommen.



 

Gemeinschaftsgefühl und gutes Betriebsklima helfen bei der Bewältigung von Stress

Der aktuelle Stressreport der BAuA kommt zu dem Ergebnis, dass die psychische Belastung keine Hierarchiegrenzen kennt. Über Stress klagen Arbeiter, Angestellte, Fach- und Führungskräfte gleichermaßen. Neben beanspruchender körperlicher Arbeit sind die Beschäftigten insbesondere psychischer Belastung ausgesetzt. Allerdings helfen Faktoren wie ein gutes Betriebsklima oder Handlungsspielräume für die Beschäftigten, um ihre Arbeit zu planen und einzuteilen, die Belastungen zu bewältigen. So berichten 80 Prozent der Beschäftigten – unabhängig von Beruf und Branche - über ein gutes soziales Klima am Arbeitsplatz. Die gegenseitige Unterstützung unter Kollegen, eine gute Zusammenarbeit und ein herrschendes Gemeinschaftsgefühl trügen dazu bei, die psychischen Belastungen durch den Stress am Arbeitsplatz zu bewältigen.

 

Herausforderung ist gesund – Überforderung macht krank

Laut BAuA bestätigen die Zahlen des Stressreports die These, dass positiv herausfordernde Arbeit die Gesundheit fördert, indem sie das Wohlbefinden und die mentale Fitness steigert, während die dauerhafte Überforderung am Arbeitsplatz krank macht. So gehörten beispielsweise Ingenieure und Naturwissenschaftler zwar zu den Berufsgruppen mit der höchsten psychischen Belastung, hätten aber die wenigsten gesundheitlichen Beschwerden. Herausforderungen bei der Arbeit und deren erfolgreiche Umsetzung haben einen positiven Einfluss auf die Gesundheit. Diejenigen Beschäftigten, denen es an Ressourcen, Handlungsspielräumen oder sozialer Unterstützung mangelt, beklagen sich mehr über gesundheitliche Beschwerden und schätzen ihren Gesundheitszustand häufiger als schlecht ein.

 

Keine Erholung: Verzicht auf Pausen gefährdet Gesundheit

Akuter Handlungsbedarf besteht laut Stresstest beim Thema Erholung. Danach lässt mittlerweile jeder vierte Arbeitnehmer seine gesetzlich vorgeschriebene Pause ausfallen, obwohl Erholung wichtig für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten ist. Mit zunehmender Arbeitszeit steigt der Anteil der Beschäftigten, die ohne Pause durcharbeiten. Bei einer Wochenarbeitszeit von 48-Stunden arbeitet fast jeder Zweite ohne Einhaltung der Pausenzeiten. Deutliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben auch die vielen Restrukturierungsprozesse von Unternehmen, die besser durch das Management begleitet werden müssten.

 

Den kompletten „Stressreport Deutschland 2012“ der BAuA können Sie hier Stressreport 2012 downloaden

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