Phänomen Prokrastination oder was Du heute kannst besorgen…

19. Juni 2018

Wer kennt sie nicht, die unangenehmen, aber notwendigen Aufgaben, Pflichten und Entscheidungen, die man am liebsten auf den Sankt Nimmerleinstag verschieben würde?

 

Mann an Tisch© Redaktionsbüro Schneider/Thinkstockfoto.de/siphotography

 

Jeder kennt sie und jeder hat die Erledigung wichtiger Dinge schon einmal aufgeschoben. Egal, ob es sich um die alljährliche Abgabe der Steuererklärung, den nächsten Zahnarztbesuch oder die PowerPoint-Präsentation für das bevorstehende Teammeeting handelt – der klassische Aufschieber geht keine unangenehme Situation sofort an, sondern lässt sich Zeit, schiebt auf die lange Bank und verdrängt.

 

Die meisten kriegen im letzten Moment noch die Kurve, wenn der Druck dann doch zu groß wird. Manche jedoch schaffen den Turnaround nicht mehr. Was auf den ersten Blick harmlos erscheint und fast ein wenig amüsant anmutet, kann sich verselbstständigen und sogar zur Krankheit werden – dann spricht man von Prokrastination, umgangssprachlich auch Aufschieberitis genannt.

 

Leiden Sie unter Prokrastination? Machen Sie den Selbsttest!

Der Begriff Prokrastination stammt vom lateinischen procrastinatio (Vertagung) und hat im Deutschen die gleiche Bedeutung. Von Prokrastination im soziologischen Sinne wird gesprochen, wenn eine anstehende Tätigkeit – zumeist eine unangenehme, aber notwendige Aufgabe – auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird. In Abgrenzung zum legitimen und sinnvollen Vertagen meint Prokrastination im Speziellen ein kontraproduktives und unnötiges Aufschieben, durch das Nachteile entstehen.

 

Was meinen Sie? Denken Sie, dass Sie vielleicht auch unter Prokrastination leiden oder zumindest eine dahingehende Tendenz aufweisen? Um das herauszufinden, brauchen Sie nur unseren Selbsttest "Leiden Sie unter Aufschieberitis" zu machen.

 

Sollten Sie nach Absolvierung des Selbsttestes zu dem Ergebnis gelangen, dass Prokrastination bereits ein akutes Problem in Ihrem Leben darstellt bzw. droht, ein solches zu werden, so empfehlen wir Ihnen den Beitrag „Die 10 häufigsten Fehler im Zeitmanagement“. Dort finden Sie eine Methode, mit deren Hilfe Sie Ihren Tagesablauf eingehend analysieren können, um festzustellen, mit was und warum Sie unnötig Zeit verlieren.

 

Wichtige Tipps für den Alltag, um das Phänomen Prokrastination zu besiegen, finden Sie in unserem Beitrag „Prokrastination besiegen: Wie selbst der Drucker helfen kann“. Klicken Sie sich rein – es lohnt sich.



 

Erschreckende Fakten zum Weltbummeltag: So teuer ist Prokrastination für Arbeitgeber

Am 19.06.2018 ist Weltbummeltag – der Büromittellieferant Viking hat dieses Ereignis zum Anlass genommen, im Rahmen einer Online-Umfrage unter Arbeitnehmern herauszufinden, wie viel Zeit an einem normalen Arbeitstag mit Prokrastination verloren geht und wie teuer dieser Umstand die Arbeitgeber zu stehen kommt. Die ersten drei Plätze belegen danach die folgenden Aktivitäten:

  • mit Kollegen tratschen (51%)
  • Kaffee oder Tee (außerhalb der Mittagspause) zubereiten (40%)
  • Social Media und andere Online-Aktivitäten (38%)

 

Doch damit nicht genug: Basierend auf dem Durchschnittsverdienst und der angegebenen Zeitdauer für die einzelnen Aktivitäten hat Viking für Sie errechnet, wie viel Beschäftigte in Deutschland am Tag verdienen, wenn sie

  • mit Kollegen quatschen (25,43€),
  • Kaffee/Tee zubereiten außerhalb der Pausenzeit (23,56 €),
  • Pipi-Pause machen (25,81 €),
  • Social-Media nutzen (25,43 €),
  • Raucherpause machen (24,63 €) oder
  • den Schreibtisch aufräumen (17,20 €).

 

Die den Arbeitgebern in Deutschland entstehenden Gesamtkosten durch Prokrastination belaufen sich auf sage und schreibe 783,7 Millionen € pro Jahr! Sicherlich fragen Sie sich jetzt, wie diese Zahl zustande kommt.

 

Die Antwort darauf lautet wie folgt: Bei einem durchschnittlichen Monatsgehalt von 3.771 € (laut Statistischem Bundesamt, 2017) und einer durchschnittlichen Prokrastinationsdauer von 47 Minuten täglich, bedeutet das einen Verdienst für die Zeit des Prokrastinierens in Höhe von rund ca. 369 € im Monat. Auf ganz Deutschland hochgerechnet entspricht dies einem Betrag in Höhe von 783.675.902 € pro Jahr.

 

Bezahlt werden fürs Aufschieben: So viel verdienen Arbeitnehmer durchs Nichtstun

Rechnen Sie doch mal aus, wie viel Sie in jeder kleinen Aufschieber-Pause verdienen:

 

Mehr Infos zu dieser Umfrage finden Sie auf dem Viking-Blog.

 

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