Industrie 4.0: Unverzichtbar für Unternehmen

19. September 2016

Smart ist der Begriff der Stunde, ob es sich um Telefone (Smartphones) oder das eigene Zuhause (Smart Home) handelt. Dem müssen sich auch Unternehmen anpassen, Stichwort: Industrie 4.0. Gemeint sind die Vernetzung einer Vielzahl von Geräten und die Analyse riesiger Datenmengen. Erst kamen Wasser- und Dampfkraft, dann Elektrizität, anschließend die Digitalisierung. Die vierte Revolution ist nun die smarte Intelligenz. 

 

Industrie 4.0 Bildrechte: Flickr DSC00448 Helge V. Keitel CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

 

Industrie 4.0: Das bedeutet cyber-physische Systeme und das Internet der Dinge.

Im Gegensatz zur Industrie 3.0, bei der es vorrangig noch um das Computer Integrated Manufacturing ging, kommen nun Internettechnologien zur Kommunikation zwischen Menschen, Maschinen und Produkten zum Einsatz. Während wir im Alltag mit digitalen Anwendungen längst vertraut sind, zieht die Industrie nach. Ziel ist es vor allem eine schnellere und effizientere Produktion. Nach Einschätzung des Bundesverband der Deutschen Industrie e.V (BDI) bietet die Digitalisierung die Chance, enorme wirtschaftliche Potenziale freizusetzen. Sie könnte allein in der industriellen Bruttowertschöpfung in Europa bis zum Jahr 2025 einen Zuwachs von 1,25 Billionen Euro bewirken. Für den Standort Deutschland wäre das ein Plus von 425 Millionen Euro.



Was bedeutet das konkret für Unternehmen?

Um Teil der Industrie 4.0 zu sein, muss ein Unternehmen moderne, smarte Technologien und neue, zeitgemäße Geschäftsmodelle einführen.

 

Auf moderne, smarte Technologien umrüsten

Grob gesagt, wird unter solchen Technologien Künstliche Intelligenz verstanden. Bereits jetzt spielt beispielsweise die Robotik in Bereichen wie Produktion (Automobilhersteller), Medizin und Gesundheit eine bedeutende Rolle. In Zukunft sollen intelligente Technologien aber auch in anderen Bereichen zum Einsatz kommen. Ziel ist es, diese so in die Arbeitsprozesse zu integrieren, dass sie

  • bestimmte Arbeiten selbstständig und voll automatisiert ausführen,
  • Abläufe untereinander kontrollieren und
  • flexibel auf individuelle Veränderungen reagieren können.

 

Umdenken und zeitgemäße Geschäftsmodelle annehmen

Die Einführung von intelligenter Technologie ist jedoch nicht die einzige Komponente. Unternehmer müssen ihre Geschäftsmodelle unter Umständen verändern und eine klare Prozessoptimierung durchführen. Das bedeutet: Alle Prozesse müssen automatisiert ablaufen. Dazu werden alle am Unternehmensprozess Beteiligten miteinander verknüpft. Vom Anlagenbauer über Zulieferer und Dienstleister bis zu betriebsinternen Prozessen und Marketingmaßnahmen findet eine digitale Zusammenarbeit statt. Dabei kommunizieren Menschen, Maschinen und Produkte miteinander – und das ganz natürlich über das Internet.

 

Provider bieten Geschäftskunden inzwischen Highspeed-Internet von bis zu 1000 MBit/s über moderne Glasfaserverbindungen an. Und der Netzausbau schreitet weiter voran. Ziel ist das sogenannte Echtzeit-Internet, in dem alle und alles ohne Verzögerung miteinander kommunizieren können. Die Folge: optimierte Durchlaufzeiten und reduzierte Kosten. Damit wird auch das Auslagern von unwirtschaftlichen oder hemmenden Prozessen problemlos möglich – die Lieferung per Post beispielsweise wird seit langem und selbstverständlich von Fremdfirmen ausgeführt. Im Zuge der Industrie 4.0 spielen aber auch Themen wie Cloud-Services und deren Möglichkeiten eine wichtige Rolle. Vor allem mittelständische Unternehmen haben diesem Bereich gegenüber noch zu große Vorbehalte.

 

Neuer Beschluss zum Netzausbau in Deutschland

Im digitalen Wandel ist ein schneller Internetanschluss für Unternehmen also von zentraler Bedeutung, wenn sie im internationalen (und nationalen) Vergleich bestehen wollen. Die derzeitige Breitbandausstattung in Deutschland liegt allerdings weit hinter den Erwartungen zurück. Aus einer Studie des Statistischen Bundesamts vom Dezember 2015 geht hervor, dass gerade einmal ein Drittel der deutschen Unternehmen über einen schnellen Internetanschluss von mindestens 30 MBit/s verfügt. Damit liegt Deutschland nur im europäischen Mittelfeld.

 

Die Regierung verfolgt mit ihrer digitalen Agenda dennoch weiter den Plan, bis 2018 alle Regionen in Deutschland mit einem Breitbandanschluss von mindestens 50 MBit/s auszustatten. Damit dieser Plan eingehalten werden kann, wurde nun der Ausbau der Vectoring-Technologie beschlossen. Sie ist neben VDSL und Glasfaser eine der neueren Technologien, die Highspeed-Internet ermöglichen. Kritiker befürchten allerdings, dass mit der Konzentration auf den Vectoring-Breitbandausbau der sinnvollere Ausbau des Glasfasernetzes verlangsamt würde. Glasfaserverbindungen würden nämlich die schnellsten Datenübertragungen ermöglichen: Bis zu 1 GB pro Sekunde. Wie sich der aktuelle Vectoring-Beschluss tatsächlich auf den Netzausbau und damit auf die Performance-Möglichkeiten von Unternehmen auswirkt, bleibt vorerst abzuwarten. 

Kommentare

The Time Is Now!

The Time Is Now!

Einer der meist diskutierten Themen in diesem Jahr in der Industrie und Wirtschaft (politische Themen ausgeschlossen). Aber kein Thema ist von solcher Wichtigkeit und Relevanz für den langfristigen Weitblick wie Industrie 4.0.
Die Digitalisierung hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht und sich in einem andauernden Prozess in den Mittelpunkt unserer Welt zentriert. Egal welchen Lebens- oder Arbeitsbereich man sich genauer anschaut, wird eins sofort deutlich: die im Zuge aller stattfindenden Prozesse der Digitalisierung lassen sich auffinden. Industrie 4.0 ist überall.

Die "smarten Technologien", wie sie im Artikel schön zusammengefasst und erklärt worden sind, müssen bei der Strategieplanung von Unternehmen auf jeden Fall beachtet werden. Globale Vernetzung - um es mal auf den Punkt zu bringen. Mittels des Internets ist es den Menschen möglich von überall mit jedem jederzeit zu kommunizieren. Nehmen wir als Beispiel wie ganz am Anfang des Artikels genannt das Smartphone. Mittlerweile hat ein Großteil der Menschen ein Smartphone mit der Möglichkeit zu surfen. Einer der bekanntesten Instant Messenger ist WhatsApp, über diese Plattform werden in kürzester Zeit Nachrichten ausgetauscht. Dabei denken sich viele, wie es früher ohne Smartphone ging... im Zuge der Entwicklung dieser Technik haben sich auch um das Smartphone herum die Bedingungen stark weiter entwickelt, so ist es heute gängig über einen LTE Datentarif zu verfügen. LTE ermöglicht es dem Benutzer recht schnell zu surfen.

Aber der Artikel ist deshalb so gelungen, da er einen Appel an die Unternehmen richtet, der auch umgesetzt werden sollte. Sollte man Industrie 4.0 und das IoT nicht beachten, können die Folgen verheerend sein. Daher sollte man sich dem ganzen Thema mal annehmen und sich einarbeiten!

Freundlichste Grüße!

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