Einkaufsmanagerindex: Industrie kommt im Januar nur langsam in Schwung

4. Februar 2015

Aktuelle Zahlen des Einkaufsmanagerindex Januar 2015

Pünktlich zu Monatsbeginn wurden die aktuellen Zahlen zum Einkaufsmanagerindex für den Januar 2015 veröffentlicht. Sie sind ein Indikator für die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und können wichtige Hinweise für die Entwicklung an den Börsen geben.

 

Bedeutung des Einkaufsmanagerindex

Beim derzeitigen Niedrigzinsniveau bekommen Sie auf den Konten und Sparbüchern der Banken nicht mehr viel für ihr Geld. Wenn sich Ihr Vermögen vermehren soll, müssen Sie mehr Risiko eingehen und beispielsweise in Aktien investieren. Denn an den Börsen gibt es derzeit viel Bewegung. Diese wird auch vom Einkaufsmanagerindex (EMI) beeinflusst. Dieser wird für Deutschland seit 1996 herausgegeben und ist ein Indikator für die Wirtschaftsentwicklung und somit auch für die Entwicklung bestimmter Branchen und Unternehmen. Der EMI orientiert sich am US-amerikanischen Purchasing Mangers Index, kurz PMI. Er ermöglicht Ihnen den Überblick über die konjunkturelle Lage in der Industrie und setzt sich aus den folgenden Indizes zusammen (Gewichtung in Klammern):

  • Auftragseingang (30 Prozent)
  • Produktion (25 Prozent)
  • Beschäftigung (20 Prozent)
  • erhaltene Lieferungen (15 Prozent)
  • Lagerbestand (10 Prozent)

 

Die Referenzlinie des EMI liegt bei 50. Liegt der aktuelle Monatswert über 50, weist das daraufhin, dass die Geschäfte der Industrie im Vergleich zum Vormonat wachsen. Wird die Referenzlinie unterschritten, deutet dies auf ein Schrumpfen hin.

 

ein Containerhafen

 

Zaghafter Aufschwung der Industrie im Januar

Der Einkaufsmanagerindex für Deutschland wurde am Montagmorgen mit 50,9 angegeben, womit er den Stand von 51,0 im Dezember zwar unterschreitet, aber dennoch auf ein zaghaftes Wirtschaftswachstum hindeutet. Dabei hat sich die Aktivität im verarbeitenden Sektor nicht so gut entwickelt wie zunächst erhofft. Negative Auswirkungen auf den Gesamtindex hatte vor allem der zurückhaltende Stellenzuwachs. Finanzanalyst Richard Glöß vom internationalen Finanzdienstleister City Index bewertet den aktuellen Einkaufsmanagerindex für Deutschland als stabil. "Zwar erleben wir zu Beginn des Jahres immer höhere Auftragseingänge als am Ende eines Geschäftsjahres, allerdings spielten im Januar die Entwicklung des Euro-Wechselkurses und die Unsicherheit der Eurozone im Bezug auf Griechenland eine wichtige Rolle. Ein leichter Rückgang auf den Wert von 50,9 ist demnach keinerlei zu negativ zu bewerten, sondern es sollte auf die nächsten 2 Monate geschaut werden", sagt der Experte. In der Eurozone stieg der Index um 0,4 Punkte auf 51,0 Zähler und verzeichnet damit eine leichte Belebung. Anders sieht es hingegen in China aus. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt kletterte zwar von 49,6 im Dezember auf 49,7 Zähler im Januar, jedoch stehen die Zeichen damit weiterhin auf wirtschaftlichen Abschwung.

 

Auswirkungen auf die Börsen

Interessant werden die Ergebnisse des weltweiten Einkaufsmanagerindexes für die Börsen in den kommenden Tagen. Hier können Sie derzeit noch von einem hohen Kurs im Leitindex profitieren. In der vergangenen Woche erreichte der Deutsche Aktienindex mit 10.810 Punkten ein neues Allzeithoch. Das wurde vor allem durch die Geldschwemme der Europäischen Zentralbank (EZB) und ihrer Ankündigung, Staatsanleihen anzukaufen, beeinflusst. Doch für die kommende Zeit sollten Sie sich auf Veränderungen einstellen. Das geschwächte Wachstum in China und die Konjunktur-Krise in den USA werden in den Blickpunkt der Investoren rücken und die Börsenmärkte beeinflussen. An den asiatischen Börsen zeichneten sich bereits erste Enttäuschungen ab. Als Aktionär sollten Sie also wachsam sein und die Entwicklungen am Aktienmarkt gut beobachten.

 

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