Übersetzungen juristischer Schriftstücke: Darauf sollten Sie achten!

1. Juli 2015

Unternehmen sind schon lange nicht mehr nur im Binnengeschäft tätig. Inzwischen müssen auch Kleinunternehmer über den Tellerrand – und damit Landesgrenzen – schauen, um gegen ihre Konkurrenten wettbewerbsfähig zu bleiben. Einer Studie des IfM-Bonn zufolge arbeiten von mehr als drei Millionen betrachteten Betrieben knapp 490.000 Unternehmen mit Importen zumindest aus der EU. Die stärkere Verflechtung der Märkte wird in alle Branchen hinein immer deutlicher spürbar. Allerdings bringt die verstärkte Internationalisierung der Märkte nicht nur eine neue Dynamik und neue Möglichkeiten für Sie als Unternehmer mit sich. 

Vorsicht vor den juristischen Hürden bei internationalen Geschäften 

Wenn Ihr Betrieb im Ausland aktiv wird, müssen Sie sehr häufig auch juristische Hürden nehmen. Hier geht es beispielsweise um die Ausfertigung von Unternehmensmitteilungen oder Anlagebroschüren. Genauso wichtig ist auch die Übersetzung von Verträgen in die jeweilige Amtssprache, wenn diese beispielsweise beurkundet oder beglaubigt werden müssen. Einfachstes Beispiel ist der Erwerb von Grundbesitz zum Aufbau einer Produktionsstätte im Ausland. Es reicht nicht mehr, nur Englisch zu beherrschen. Sehr oft kommen Sie ohne Profis – sprich Fachübersetzer – nicht mehr aus.

 

Was zeichnet einen Fachübersetzer aus?

Texte und Dokumente für den internen Gebrauch kann ein Unternehmen oft ohne Fachpersonal lokalisieren bzw. übersetzen lassen. Geht es um:

  • Wirtschaftsberichte
  • Bilanzen
  • Fachpublikationen
  • Vertragstexte usw.

 

reicht dies nicht aus – hier sind Fachübersetzer der jeweiligen Landessprache gefragt. Deren Kennzeichen ist ein hoher Spezialisierungsgrad auf das jeweilige Fachgebiet – also beispielsweise die:

  • Wirtschaftswissenschaften oder
  • Rechtssachen.


     

Dabei muss der Übersetzer nicht zwingend ein breites Fach-/Branchenspektrum abdecken. Viel wichtiger ist die kontinuierliche Weiterbildung, um in den Arbeitsbereichen immer aktuelle linguistische Fertigkeiten anbieten zu können.

 

Wichtiger Hinweis:

In verschiedenen Situationen ist selbst ein Fachübersetzer nicht mehr der richtige Ansprachpartner. Je nach Land ist es möglich, dass Urkunden und andere notariell bearbeitete Schriftstücke durch einen sogenannten Urkundenübersetzer bearbeitet werden müssen, der von Behörden offiziell hierfür bestellt wird. In Deutschland gilt dies für verschiedene Dokumente in fremder Sprache vor Gericht, die nach §142 Abs. 3 ZPO von einem staatlich bestellten Urkundenübersetzer vorgelegt werden müssen.

 

Juristische Texte

 

Welche Folgen können schlechte Übersetzungen in Verträgen haben?

Mangelhafte Übersetzungen können im Alltag durchaus ernsthafte Konsequenzen haben. Handelt es sich beispielsweise um eine schlecht lokalisierte Gebrauchsanleitung, besteht die Gefahr eines Bedienfehlers – der unter Umständen sogar einen Regress gegen Ihr Unternehmen rechtfertigen kann.

 

Ähnlich schwerwiegend sind Übersetzungsfehler im Zuge der Ausgestaltung von Verträgen. Wenn hier versehentlich falsche Fachtermini genutzt werden, sind Missverständnisse genauso vorprogrammiert wie Streit zwischen Ihnen und Ihrem Vertragspartner. Noch dramatischere Formen kann das Ganze annehmen, wenn juristische Sachen durch die falsche Person übersetzt werden. Hier kann es dazu kommen, dass Unterlagen keine Gültigkeit bzw. Rechtskraft besitzen und damit die Aufnahme der unternehmerischen Tätigkeit im Ausland komplett ausgeschlossen wird. Wenn Sie ein Schriftstück selbst aufgesetzt haben, aber dieses rechtssicher in den Verkehr bringen möchten, können Sie auch auf ein Lektorat setzen. Dabei wird auf folgende Aspekte besonderer Wert gelegt:

  • Sachlicher Stil
  • Terminologietreue (Fachbegriffe oder Rechtsbegriffe richtig verwendet)
  • Absolute Inhaltliche Korrektheit

 

Fazit: Fehler in Übersetzungen unbedingt vermeiden

Unternehmen jeglicher Branche und Größenordnung stehen heute im internationalen Wettbewerb. Wenn Sie hier überzeugen wollen, müssen Sie nicht nur mit einer Idee hervorstechen und hochwertige Produkte am Markt etablieren. Ohne korrekte und in sich schlüssige Übersetzungen geht nicht nur ein Teil der potenziellen Zielgruppe verloren. Vielmehr riskiert Ihr Betrieb im schlimmsten Fall einen Prozess oder muss mit Problemen wie dem Versagen der Betriebserlaubnis rechnen. Es gehört daher unbedingt zu den ersten Schritten im internationalen Business, sich mit dem Thema Fach- und Urkundenübersetzung auseinanderzusetzen.

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