Parkinsonsches Gesetz: Wie Ihre persönliche Neigung Ihren Arbeitsstil beeinflusst

7. April 2010

 

 

Wenn Sie Ihre Zeit, Ihr Unternehmen oder sich selbst managen wollen, sollten Sie sich mit den Gesetzmäßigkeiten des Arbeitens beschäftigen. Dabei werden Sie früher oder später über Cyril Northcote Parkinson (1909 bis 1993) stolpern.

 

Parkinsons Studien über die Arbeit aus den 1930er Jahren sind insofern interessant, da damals vieles noch nicht so straff durchorganisiert und reglementiert war. Dadurch konnte er gut die natürlichen Neigungen des Menschen herausarbeiten und den Faktor Mensch berücksichtigen. Prüfen Sie selbst, wie viel Wahrheitsgehalt auch heute noch in seinen Gesetzen steckt. Die drei wichtigsten Parkinson´schen Gesetze lauten:

 

Parkinson´sches Gesetz: Für eine Arbeit brauchen Sie so lange, wie Ihnen Zeit dafür zur Verfügung steht (Work expands so as to fill the time available for its completion)

 

Als Beispiel hierfür wird von einer Großmutter berichtet, die einen halben Tag benötigte, um eine Geburtstagskarte an die Enkelin zu schreiben.

Sie ging erst in ein spezielles Geschäft, um eine wirklich gute Auswahl an Karten zu haben. Zu Hause überlegt Sie stundenlang, wie sie die Grüße besonders nett formulieren konnte und schließlich benötigte sie ein passendes Kuvert und eine ausgefallende Sondermarke.

Der vielbeschäftigte Manager erledigt die gleiche Aufgabe in drei Minuten und kommt zu einem unwesentlich schlechteren Ergebnis (lesen Sie hierzu auch Pareto-Prinzip).

 

Diese Gesetzmäßigkeit zeigt sich besonders bei

  • Besprechungen, die mit Open End angesetzt werden
  • unseren Lieblingsaufgaben, in die wir uns gern vertiefen
  • Projekten, die gegen Ende zeitlich meist eng werden, egal wie großzügig der Zeitrahmen angesetzt war

 

Nach Parkinsons Berechnungen nimmt das Personal übrigens jährlich um 5,17 bis 6,56 % zu, auch wenn sich die Arbeitsmenge nicht erhöht. Welch paradiesische Zustände!

 

Parkinson´sches Gesetz:

In Diskussionen werden nicht die wichtigsten Themen diskutiert, sondern die, von denen die Teilnehmer am meisten Ahnung haben (The matters most debated in a deliberative body tend to be the minor ones where everybody understands the issues)

 

Ein Bekannter von mir, der im Kundenauftrag EDV-Projekte durchführt, macht sich diese Parkinson´sche Gesetzmäßigkeit wie folgt zu Nutze: In all seinen Konzepten, die er bei Kunden abgibt, sind einige Rechtschreib- und Kommafehler enthalten. Ein großer Teil der Kunden stürzt sich gerne darauf. Die Mäkeleien bei fachlichen Details halten sich dann entsprechend in Grenzen.

Um der Tendenz zum Lieblingsthema entgegenzuwirken, sollen Sie vor Besprechungen klare Ziele formulieren. Überlegen Sie, welche Knackpunkte Sie lösen müssen, um am meisten voranzukommen.

 

Parkinson´sches Gesetz: Entscheidungsgremien werden weniger effektiv, wenn sie mehr als fünf bis acht Mitglieder haben (Deliberative bodies become decreasingly effective after they pass five to eight members)

Jetzt wissen Sie, woher die Forderung kommt, dass Projektgruppen fünf bis acht Mitglieder haben sollten!

 

 


Autor: Josef Maiwald

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