Lachyoga: Wer lacht, setzt noch Reserven frei

28. April 2014

Zum Weltlachtag 2014 ein Interview mit Cornelia Leisch zum Thema Lachyoga

Am 4. Mai ist Weltlachtag. Ein guter Zeitpunkt, sich einmal dem Thema Lachyoga zu widmen. Aus diesem Grund treffe ich mich mit Cornelia Leisch, der 1. Vorsitzenden des Europäischen Berufsverbandes für Lachyoga und Humortraining e.V. Ich möchte erfahren, warum man das Lachen trainieren sollte. Ich weiß nicht genau, was ich erwartet hatte: einen lauten Menschen, der mir mit lautem Lachen entgegentritt…

Ich bin angenehm überrascht! Cornelia ist eine ganz natürliche, ausgeglichene fröhliche Person, die mich herzlich empfängt. Jetzt will ich es erst recht wissen!

 

Lachyoga im Westpark München mit Cornelia Leisch - www.business-netz.com 

 

Business-Netz: Cornelia, Lachyoga verbinde ich immer automatisch mit Lachen ohne Grund – kann mir aber gar nichts richtiges darunter vorstellen. Was verbirgt sich hinter dem Begriff Lachyoga?

 

Cornelia Leisch: Lachyoga ist eine Kombination aus Klatschen, Atem- und Lachübungen. Der indische Arzt Madan Kataria hat diese Technik 1995 entwickelt, und hat mit seiner Lachclub-Bewegung einen weltweiten Boom ausgelöst. 

Manche nennen es Lachen ohne Grund, weil wir ohne Witze und Comedy lachen. Für mich haben wir aber sehr wohl einen Grund, warum wir lachen sollten. Mit einem Lachen geht nämlich alles leichter!

 

Business-Netz: Wenn man nun aber nicht als Frohnatur geboren ist?

 

Cornelia Leisch: Man kann sich verändern. Ich war früher ein überkritischer Mensch. An mir und an anderen hatte ich immer etwas auszusetzen. Nie war ich zufrieden. Keiner konnte mir etwas recht machen. Meine eigene Messlatte lag unerreichbar hoch. Das ging so lange, bis ich vor Überforderung eine schwere Krise bekam. Entspannung konnte ich kaum finden, denn die Stimme in meinem Kopf, die ständig am Bewerten, Vergleichen und Beurteilen war, war nie still.



 

Business-Netz: Und was haben Sie dann gemacht?

 

Cornelia Leisch: Ich hatte das große Glück, Lachyoga kennenzulernen. Und schon nach der ersten Lach-Session hatte ich den Kopf frei. Ich hatte zum ersten Mal seit langer Zeit wieder Momente, in denen ich nicht an meine Sorgen und Probleme denken musste. Das war für mich wie eine Offenbarung. Heute weiß ich, woran es liegt:

Wir können nämlich nicht gleichzeitig Lachen und Denken. Je länger wir lachen, desto mehr Pause und Entspannung passiert in unserem Kopf.

 

Business-Netz: Und das funktioniert, auch wenn einem nicht nach Lachen zumute ist?

 

Cornelia Leisch: Ja, es ist ein Training. Wir machen Übungen, und es ist egal, welche Laune du hast. Wie gesagt,  keine Witze, du brauchst nicht lustig sein, ja du brauchst nicht einmal Humor.

 

Business-Netz: Und wie soll das gehen?

 

Cornelia Leisch: Wir starten mit rhythmischem Klatschen, Atemübungen und simuliertem Lachen. In wissenschaftlichen Untersuchungen wurde entdeckt, dass unser Körper nicht unterscheiden kann zwischen echtem und simuliertem Lachen. Die positiven Effekte auf unseren Organismus sind dieselben, auch wenn wir nur so tun als ob.

 

Business-Netz: Welche positiven Effekte kann man bemerken?

 

Cornelia Leisch: Der Volksmund sagt nicht umsonst 'Lachen ist die beste Medizin'.

Das Immunsystem wird gestärkt, Bluthochdruck normalisiert sich und Verspannungen lösen sich. Stresshormone werden abgebaut und nach einiger Zeit Endorphine ausgeschüttet. Nach einer Lach-Session kann man ein richtiges Glücksgefühl haben.

 

Business-Netz: Interessieren sich deshalb nicht nur Privatpersonen sondern auch Unternehmen für das Lachtraining?

 

Cornelia Leisch: Ich denke, fortschrittliche Unternehmen haben erkannt, dass gut gelaunte Mitarbeiter bessere Mitarbeiter sind. Sie sind produktiver und weniger krank. Es herrscht bessere Kommunikation, weniger Stress und mehr Kreativität.

 

Business-Netz: Aber hat man nicht Hemmungen, so grundlos zu lachen?

 

Cornelia Leisch: Ja, da gibt es am Anfang bei vielen eine Hürde. Sie können sich nämlich nicht vorstellen, dass es funktioniert. Zumindest bei ihnen nicht. Und dann bringe ich sie ganz achtsam und behutsam über diese Hemmschwelle hinweg. Ganz spielerisch und unauffällig locke ich ihr Lachen hervor. Und dann erleben sie, dass sie etwas schaffen, von dem sie dachten, es wäre unmöglich. Das lässt gleich mehrere Schranken im Hirn purzeln.

 

Business-Netz: Und wie funktioniert das?

 

Cornelia Leisch: Der Fokus liegt auf dem Wohlfühlen. Jeder soll sich gut fühlen, bei dem was wir machen, keiner muss lachen. Ein- und Ausatmen, Mundwinkel hochziehen und hahahaha aussprechen kann jeder. Nach wenigen Aufwärmübungen hat sich die Chemie im Körper schon so verändert, dass sich das eigene, innere Lachen ganz natürlich zeigt. Bei den meisten geht das sehr schnell, und Dank der Spiegelneuronen werden die anderen davon auch gleich angesteckt.

 

Business-Netz: Wer bucht bei Ihnen das Lachtraining?

 

Cornelia Leisch: Firmen, die ihre Mitarbeiter motivieren oder belohnen möchten. Vertrieb und Verkauf profitieren genauso wie die IT-Branchen oder soziale Einrichtungen.

Unternehmen möchten ihre Mitarbeiter binden. Wo viel gelacht wird, herrscht gute Laune, was die beste Voraussetzung für gutes Betriebsklima ist. Lachtraining öffnet den Blick für die positiven Seiten, während Stress eine Negativspirale auslöst. Deshalb ist Lachen für mich der beste Stress-Killer. Regelmäßig miteinander zu lachen verbessert die Kommunikation unter den Kollegen über alle Hierarchien hinweg. Es hilft, die Denkweise zu verändern. Neue neuronale Vernetzungen werden im Gehirn angelegt. So entsteht mehr Kreativität.

Aber es kommen auch Einzelpersonen zu mir, deren Leben zu ernst geworden ist, die Krisen überwinden möchten oder die sich persönlich weiterentwickeln möchten.

 

Business-Netz: Das klingt, als könne man Probleme einfach weg lachen?

 

Cornelia Leisch: Nein, so einfach geht es doch nicht. Aber durch das Lachen bekommt man Abstand, eine andere Perspektive und findet dadurch leichter eine Lösung.

 

Business-Netz: Wie kann man das Lachtraining kennen lernen?

 

Cornelia Leisch: Für Firmen biete ich einen Impulsvortrag an. Da kann man in kurzer Zeit die tiefgreifende Wirkung des Lachens zu erfahren. Ich veranstalte regelmäßig Lachseminare: Kurse, Halbtages- oder Tages-Workshops und Ausbildungsmodule zum Lachtrainer.

In München kann man auch in den Westpark kommen. Seit 9 Jahren leite ich dort den Lachclub München und gebe jeden Sonntag eine kostenlose Schnupper-Session für alle, die mehr Lebensfreude wollen.

 

Business-Netz: Wirklich kostenlos?

 

Cornelia Leisch: Ja, das ist die Idee der Lachclubs. Ich mache das gerne, denn ich habe durch das Lachyoga mein Leben so verändern können. Und das ist mein Beitrag, die Welt ein wenig freundlicher zu machen.

 

Business-Netz: Das macht neugierig. Vielleicht lachen wir mal gemeinsam im Westpark! Cornelia Leisch, vielen Dank für das interessante Gespräch!

 

Cornelia Leisch auf www.business-netz.com  

Zur Interviewpartnerin:

Cornelia Leisch ist die 1. Vorsitzende des Europäischen Berufsverband für Lachyoga und Humortraining e.V. Sie setzt sich dafür ein, dass das Lachen ernst genommen wird. Sie weiß, dass Lachen ein Leben verändern kann. 

 

Zum Weltlachtag am 04.Mai 2014 organisiert sie auf dem Münchner Odeonsplatz einen Lachflashmob. Ab 13 Uhr gibt es einfache Lachyoga-Übungen, um die Lachmuskeln aufzuwärmen. Höhepunkt ist um 14 Uhr, da wird für drei Minuten weltumspannend gelacht. Unter dem Motto „Lachen verbindet die Menschen“ feiern die Lachclubs in vielen deutschen Städten und in über 70 Ländern.

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