Handwerkerkosten absetzten – Auftraggeber haben keinen Anspruch auf Rechnung mit getrennt ausgewiesenen Arbeitskosten

27. Dezember 2010

Der ZDH (Zentralverband des Deutschen Handwerks) weist auf einen Sachverhalt hin, der immer wieder zu Streit zwischen Auftraggeber und Handwerkern bezüglich der Rechnung führt. Seit 01.01.2009 können 20 % von maximal 6.000 € der Handwerkerkosten - also bis zu 1.200 € pro Jahr und Haushalt von der Einkommensteuer abgesetzt werden. Die Aufwendungen für Handwerkerleistungen werden dabei durch die Handwerkerrechnung nachgewiesen. Da Materialkosten nicht begünstigt sind, gibt es den Steuerbonus nur für die Arbeitskosten sowie Fahrtkosten einschließlich darauf entfallender Mehrwertsteuer - ein gesonderter Ausweis der Mehrwertsteuer ist dabei nicht erforderlich. Der Anteil der Arbeitskosten muss jedoch zur Geltendmachung des Steuerbonus grundsätzlich gesondert in der Rechnung ausgewiesen sein. Lediglich bei Wartungsverträgen, bei denen sich die Arbeitskosten pauschal aus einer Mischkalkulation ergeben, genügt eine Anlage zur Rechnung, aus der die Arbeitskosten hervorgehen. 

Obgleich somit der Auftraggeber grundsätzlich eine Handwerkerrechnung mit separatem Ausweis der Arbeitskosten für das Finanzamt benötigt, hat er zivilrechtlich gegen seinen Auftragnehmer lediglich Anspruch auf eine "prüfbare" Rechnung. Es gibt allerdings keine abstrakten Anforderungen, denen die Schlussrechnung genügen muss. Was die VOB unter einer „prüfbaren Abrechnung“ versteht, wird aus § 14 Nr. 1 S. 2 - 4 deutlich: Danach hat der Unternehmer die Rechnungen übersichtlich aufzustellen und dabei die Reihenfolge der Posten entsprechend dem Auftrag einzuhalten und die in den Vertragsbestandteilen enthaltenen Bezeichnungen zu verwenden. Es ist aber zivilrechtlich nicht zu beanstanden, wenn die Arbeits- und Materialkosten nicht getrennt ausgewiesen sind. Es besteht keine gesetzliche Pflicht zur Aufschlüsselung der Arbeitskosten.

Rechnung schreiben leicht gemacht –ab dem 01.07. können Rechnungen elektronisch per E-Mail als sogenannte Elektronische Rechnung bzw. E-Rechnung ohne weitere bürokratische Hürden übermittelt werden. mehr
Erfüllt Ihre Rechnung nicht alle Anforderungen des UStG (Umsatzsteuergesetz), sieht es mit dem Vorsteuerabzug schlecht aus. Überprüfen Sie anhand unserer Checkliste, ob Ihre Rechnungen alle Pflichtangaben enthalten. mehr
Haben Sie schon mal über die Vorteile von Online-Rechnungen nachgedacht? Eine Rechnung online schreiben und verwalten entlastet Sie, Ihre Mitarbeiter, Ihre Registratur und die Umwelt. mehr
Handwerkerleistungen steuerlich absetzen können Sie nur, wenn Sie die Handwerkerrechnung nicht in bar bezahlt haben. mehr
Nicht nur zwischen Autoren und Verlagen, sondern auch bei Übersetzern kommt es in letzter Zeit immer wieder zu Streit über die Frage, ob ein Anspruch auf eine Vertragsanpassung wegen Unangemessenheit der vereinbarten Vergütung besteht. mehr