Outplacement - lässt sich so sozialverträglich Personal abbauen?

6. Juni 2017

Die aktuelle Lage am Arbeitsmarkt ist – zumindest aus Sicht der Beschäftigten – gut. Unternehmen haben mitunter eine etwas andere Sicht. Wie aus der aktuellen Berichterstattung wie zum Beispiel von Magazinen wie Spiegel Online hervorgeht, sind mehr als eine Million Stellen in Deutschland derzeit nicht besetzt. Diese Entwicklung ist für den deutschen Arbeitsmarkt einzigartig. Unternehmen tun sich in einige Branchen schwer, freie Positionen zu besetzen. Dieser Aspekt wird zum Problem, da Altersrente oder Jobwechsel so zu einer echten Herausforderung werden. Der Blick in die Vergangenheit zeigt aber auch, dass Unternehmen wie Beschäftigte mit anderen Zeiten rechnen müssen.

 

Outplacement kann für Ihren betrieb eine große Hilfe darstellen  

Sich verändernde Nachfragemuster der Verbraucher oder Umstrukturierungen aufgrund von Veränderungen innerhalb der Produkt- und Dienstleistungspalette führen immer wieder dazu, dass in Firmen bestimmte Stellen nicht mehr benötigt werden. Und ein Anhalten der guten Konjunktur auf Jahre ist ebenfalls keineswegs sicher. Egal, wie die Gründe am Ende aussehen: Unternehmen stehen im Zusammenhang mit Maßnahmen zum Stellenabbau immer vor der Herausforderung, diesen sozialverträglich zu gestalten. Welche Möglichkeiten bieten sich in diesem Zusammenhang?

 

Immer wieder taucht an diesem Punkt der Begriff Outplacement auf. Im ersten Moment – so zumindest der Eindruck vieler Arbeitnehmer – klingt das Ganze nach Outsourcing. In der Praxis steckt dahinter aber eine vollkommen andere Idee. Was ist Outplacement überhaupt? In diesem Artikel möchten wir Ihnen die Bedeutung sowie die Vorteile etwas näherbringen.

 

Was ist Outplacement genau?

Der Begriff Outplacement lässt sich ins Deutsche mit Außenvermittlung übersetzen. Während Outsourcing darauf abzielt, Kosten durch die Verlagerung von Leistungen nach außen zu senken, zielt Outplacement in eine andere Richtung.

 

Im Outsourcing werden beispielsweise Teile der Fertigung an Drittfirmen vergeben – und nur noch deren Produkte übernommen. Der Vorteil: Als Unternehmer können Sie sich so die Personalausgaben sparen und müssen sich auch keine Gedanken mehr in Bezug auf die Personalverwaltung machen. Beim Outplacement geht es letztlich um die Unterstützung für ausscheidende Mitarbeiter.

 

Wie die Unterstützung eines Unternehmens im Detail aussieht, richtet sich nach verschiedenen Faktoren. Outplacement kann beispielsweise in Form von Schulungen für den Bewerbungsprozess stattfinden. Oder ins Outplacement werden Maßnahmen für den begleiteten Bewerbungsprozess eingebunden, wie der Outplacement-Anbieter Hofmann erklärt. Die Rahmenbedingungen legen am Ende Sie als Unternehmer – meist in Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmervertretung fest.

 

Outplacement Maßnahmen im Überblick:

  • Potenzialanalyse
  • Bewerberschulung/Training
  • Bewerbungsstrategie
  • Optimierung Bewerbungsunterlagen
  • Steuerrechtliche Hilfestellung

 

Die Reichweite des Outplacements kann sich unterschiedlich erstrecken. Über längere Zeit eher den Führungskräften vorbehalten, nutzen Unternehmen entsprechende Beratungs- und Dienstleistungen auch für Fachkräfte der unteren Personalebenen.



 

Worin liegen die Vorteile für alle Beteiligten?

Das Outplacement ist ein zeit- und kostenintensiver Prozess. Entwickelt haben sich hier zwei wesentliche Maßnahmenbereiche: befristetes und unbefristetes Outplacement. Letzteres endet, wenn ausscheidende Beschäftigte eine neue Stelle antreten. Befristete Maßnahmen sind in ihrer Zeitdauer von vornherein beschränkt.

 

Profitieren können vom Outplacement am Ende alle Beteiligten. Aus Sicht der ausscheidenden Mitarbeiter liegt ein Pluspunkt in der Verkürzung des Zeitfensters für die Stellensuche. Zumal die professionelle Outplacement-Beratung in der Potenzialanalyse zu teils neuen Erkenntnissen führt. Gleichzeitig lassen sich mithilfe der Beratung Fehler vermeiden, die in der Vergangenheit immer wieder zu negativen Erfahrungen geführt haben.

 

Vorteile Outplacement für Beschäftigte:

  • Beratung im Bewerbungsprozess
  • Potenzialanalyse/Bestimmung der Entwicklungsfelder
  • Schulungen
  • Verkürzung der Stellensuche

 

Wie sieht der Nutzen des Outplacements aus Sicht Ihres Unternehmens aus? Die Außenvermittlung ist in der Lage, eine „saubere Trennung“ zu unterstützen. Leider kommt es in der Praxis immer wieder vor, dass sich zwischen den Beteiligten – sprich Betrieb und betroffenen Mitarbeitern – die Fronten verhärten. Die Folge: Betroffene nutzen jede Möglichkeit (Kündigungsschutzklage etc.), um dem Ausscheiden Steine in den Weg zu legen. Dieses Vorgehen führt am Ende dazu, dass Ressourcen – sowohl in Bezug auf Arbeitsaufwand und Kosten – gebunden werden.

 

Dieser Aspekt ist am Ende aber nur eine Seite der Medaille. Durch das Outplacement beeinflussen Unternehmen aktiv die Außendarstellung. Es entsteht der Eindruck, dass im Betrieb vom ersten bis zum letzten Tag Beschäftigte nicht nur als austauschbare Ressource wahrgenommen werden. Dieser Punkt berührt nicht nur das Image. Mit dem Outplacement steigt die Motivation der Arbeitnehmer. Und als Unternehmen können Sie auch die eigene Attraktivität für künftige Bewerber verbessern.

 

Was ist beim Outplacement zu beachten?

Outplacement kann – wenn alles glatt läuft, zu einer Win-win-Situation für alle Beteiligten werden. Damit sich der gewünschte Erfolg einstellt, müssen Sie als Unternehmer sowie Ihre Beschäftigten einige Punkte im Auge behalten.

 

Zur Herausforderung können die unterschiedlichen Zielvorstellungen der Arbeitnehmer werden. Während ein Teil der betroffenen Belegschaft eher Wert auf eine psychologische Betreuung legt, geht es anderen Arbeitnehmer eher um die Marktbearbeitung. Geben Sie als Unternehmen die Beratung vor, fühlt sich ein Teil der ausscheidenden Mitarbeiter mitunter schnell missverstanden.

 

Betriebe können hier eine andere Lösung beim Outplacement anstreben: Es wird jedem Betroffenen einfach ein Budget zur Verfügung gestellt, welches selbständig im Rahmen der Außenvermittlung verwendet werden darf. Mit diesem Budget im Rücken kann jeder Mitarbeiter selbst entscheiden, welche Aspekte in der Beratung zum Outplacement eine besonders große Rolle spielen sollen.

 

Achtung:

Die Kosten für eine Outplacement-Beratung können sowohl für Ihren Betrieb als auch den Beschäftigten steuerrechtlich relevant sein. Wie genau die Kosten zu berücksichtigen sind, hängt vom konkreten Einzelfall ab.

 

Fazit: Mit dem Outplacement von Mitarbeitern trennen

Es gibt Situationen – wie Restrukturierungen oder Insolvenzen - in denen müssen sich Unternehmen von Mitarbeitern trennen. Nicht selten kommt es vor, dass die Trennung alles andere als friedlich verläuft. Schöpfen Betroffene juristische Möglichkeiten aus, wird es teuer. Unternehmen können mithilfe des Outplacements dafür sorgen, dass dies nicht passiert. Mit deren Hilfe werden Mitarbeiter auf ihrem Weg in eine neue Beschäftigung begleitet. Auf diese Weise reduziert sich nicht nur die Gefahr einer Auseinandersetzung. Kümmert sich Ihr Betrieb um ausscheidendes Personal, ist dies gut fürs Image. Und die Reputation beim Kunden wie auch künftigen Arbeitnehmern ist heute ein Faktor, den es sich kein Unternehmen leisten kann zu verspielen.

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