Interdisziplinär, experimentell und nutzerorientiert: Design Thinking in HR

24. März 2016

Design Thinking ist mittlerweile nicht nur ein Innovationsprozess zur Verbesserung von Produkten, sondern auch eine zunehmend populäre Methode, die Arbeitskultur in Unternehmen positiv zu beeinflussen. Die Kreativmethode stellt die interdisziplinäre Zusammenarbeit in den Mittelpunkt, um komplexe Herausforderungen im Unternehmen ganzheitlich und nutzerorientiert zu meistern. Dabei wird besonders das Potential von Teams genutzt und auch "out of the box" gedacht, um die Entstehung von Innovationen im Unternehmen zu fördern. Die Arbeit der HR spielt dabei eine wichtige Rolle.

 

Design Thinking im Personalmanagement© Flickr design thinking workshop protei IMG_7152smfx gabriella levine

 

Der Personaler als Designer – HR als Treiber von Innovationen

Design Thinking in der HR heißt, dass ein Personaler wie ein Designer denkt. Dies bedeutet, dass er einen viel stärkeren Fokus auf nutzerorientierte, kreative und innovative Lösungen in der HR-Arbeit richten muss. Statt unflexibler Strukturen und alter Verhaltensmuster, die die Innovationsprozesse aufhalten, sollen neue Ideen, Prototypen, Tests unterschiedlicher Modellen und eine größere Experimentierfreude die Personalarbeit prägen.

 

Standardisierte und verbindliche HR-Instrumente werden dagegen nur dort angewandt, wo sie unverzichtbar sind. Personalbereiche in Unternehmen spielen eine zentrale Rolle bei Innovationen, weil der "humane Faktor" der Schlüssel für echte Innovation sei, wie die Berater von "Dark Horse" Greta Konrad und Manuel Ott sowie der Zukunftsdesigner Ralf Albers in einem Artikel des Personalmagazins erklären.

 

Die Autoren sind davon überzeugt, dass mit dem Konzept des Design Thinking den HR ein Instrumentarium zur Verfügung steht, das sie zur Treibfeder von Veränderungen und Innovationen im Unternehmen werden lässt. "Doch die Realität in den Unternehmen sieht anders aus. Denn sie ist meist hierarchisch geprägt sowie prozess- und regelzentriert." Viele Innovationen würden scheitern, "wenn der humane Faktor außer Acht gelassen wird. Dadurch werden Produkte, Prozesse und Dienstleistungen auf den Markt gebracht, die an den Wünschen der Nutzer vorbeigehen".

 

Für eine bessere Integration der HR in den Innovationsprozess eines Unternehmens schlagen die Autoren u.a. folgende Punkte vor:

  1. HR muss den Fokus auf die aktive Gestaltung der Zusammenarbeit und den Zusammenhalt im Unternehmen legen.
  2. HR braucht einen anderen Blick auf die Funktion von Menschen im Unternehmen. Es geht darum, Unternehmen zu einem guten Ort zum Arbeiten und Leben zu machen. Nur so lassen sich dauerhaft erfolgreich innovative Produkte auf den Markt bringen.
  3. Die Konzentration der Arbeit von HR vor allem auf jene Menschen, die aktuell einen Arbeitsvertrag mit dem Unternehmen haben, ist zu eng. Die Gestaltung eines sozialen Ökosystems aller Menschen, die sich dem Unternehmen emotional verbunden fühlen – also auch Bewerber, Familienangehörige, Kunden, Lieferanten und Berater – muss HR-Aufgabe sein.
  4. Die Potenziale der Menschen rücken in den Vordergrund: Es geht um persönliche Potenzialentfaltung, um Gesundheit und um das Gelingen individueller Berufsbiografien.
  5. HR-Profis müssen aufhören, in Kategorien wie Zuständigkeit zu denken. Innovative Personalkonzepte entstehen künftig in interdisziplinären Teams.


     

Digitalisierung für innovative HR-Arbeit nutzen

Die Digitalisierung erleichtert die Arbeit der HR und räumt ihr mehr Raum für innovative und kreative Prozesse ein. Im Zentrum der Personalarbeit, die den Fokus auf die bestmögliche Teamförderung setzt, steht das Talentmanagement. Dazu stehen Führungskräften und Personalern benutzerfreundliche und effektive Lösungen in Form von Cloud-basierten HR-Tools wie zum Beispiel Talentsoft zur Verfügung. Die einzelnen Tool-Leistungen der HR-Software werden genau an die individuellen Bedürfnisse des Unternehmens und seiner Mitarbeiter angepasst. So finden Personaler beispielsweise die HR-Basisdaten aller Mitarbeiter auf einem Blick und an einem Ort, was die Personalarbeit effizienter gestaltet. Komplexe HR-Analysen übernimmt ein Programm und personalisierte HR-Beurteilungsformulare vereinfachen den Austausch zwischen Mitarbeiter und Vorgesetztem/n.

 

Design Thinking führt zum Umbruch in der Arbeitswelt

In den USA wird Design Thinking seit der Gründung der D-School Stanford ("D" steht für "Design Thinking") vor 13 Jahren praktiziert. Der SAP-Gründer Hasso Plattner implementierte die Methode in seinem Unternehmen. 2007 stiftete er die HPI School of Design Thinking in Potsdam. Die Akademie ist eine zentrale Forschungsstelle für Design Thinking in Deutschland. Hier wird erfinderisches und interdisziplinäres Denken geschult. Das steht in Kontrast zum schulmeisterlichen Bildungssystem, das nicht darauf hinzielt, im Team zu arbeiten, erklärt Prof. Ulrich Weinberg,

 

In den deutschen Unternehmen findet Design Thinking seit etwa 2012 zunehmenden Anklang und verändert die Arbeitskultur. Ganzheitliches, interdisziplinäres und vorurteilsfreies Denken statt Einzelkämpfertum steht dabei im Vordergrund. Wir-Intelligenz ist das Schlüsselwort, das das neue, zeitgemäße Arbeitsbewusstsein im 21. Jahrhundert beschreibt. Unterschiedliche Kompetenzen, Blickwinkel und Erfahrungen einzelner Mitarbeiter sollen ganz bewusst zu einer gemeinsamen Problemlösung führen. Der Lösungsprozess kann überraschend innovativ sein. Der Mensch steht zwar im Mittelpunkt des Ansatzes, doch stets im Zusammenhang mit anderen wichtigen Faktoren: "Der Lösungsraum der Design Innovation eröffnet sich in der Schnittmenge von Nutzerwunsch, Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit." – heißt es auf der Webseite des Hasso-Plattner-Instituts. Einen Einstieg in das Thema "Design Thinking" bietet das Video "Design Thinking – Entrepreneurship Summit 2012 in Berlin". Darin erläutert Prof. Weinberg vom HPI der Universität Potsdam in einem Workshop die Grundlagen der Methode.

 

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