Mitarbeiterbeurteilungen: 10 Fehler vermeiden - Teil 1

31. Juli 2014

Beurteilung von Mitarbeitern: Die Mitarbeiterbewertung als Risikofaktor

Mitarbeiter zu beurteilen, ist im Interesse aller Beteiligten. Das Unternehmen kann durch solch eine Personalbeurteilung das Leistungsniveau hoch halten und Personalentscheidungen leichter fällen. Der Mitarbeiter erhält durch seine Leistungsbeurteilung ein wichtiges Feedback, um sich weiterzuentwickeln und seine Chancen auf Beförderung zu stärken.

 

Allerdings kann dieses positive Ergebnis nur gelingen, wenn für die Mitarbeiterbeurteilung eindeutige Kriterien vorliegen, die transparent und nachvollziehbar sind. Oft genug fehlen jedoch der Führungskraft solche Beurteilungskriterien, um seine Mitarbeiter innerhalb eines Mitarbeitergespräches fair bewerten zu können. Deshalb geschieht es, dass sich typische Fehler bei der Mitarbeiterbeurteilung einschleichen.

 

Vermeiden Sie bei der Mitarbeiterbewertung 10 typische Fehler.

 

10 typische Fehler bei Mitarbeiterbeurteilungen vermeiden

 

Fehler Nr. 1: Der Halo-Effekt


Ein positives Merkmal überstrahlt alles andere


Ihr Fokus nimmt nur eine besondere Stärke Ihres Mitarbeiters wahr. Sie haben einen „blind spot“ entwickelt. Ein solches Ausblenden verhindert jedoch, dass Sie eine gezielte Mitarbeiterförderung durchführen können.

Tipps, wie Sie diesen Fehler unterlassen können

  • Erstellen Sie eine Liste aller Aufgaben und Tätigkeiten, die der Mitarbeiter ausführt. Notieren Sie zu jeder Aufgabe, die Fähigkeiten und Kompetenzen, die der Mitarbeiter zur Durchführung benötigt. Bewerten Sie die einzelnen Fähigkeiten auf einer Skala von 1 bis 10.
  • Rufen Sie sich in Erinnerung, ob Mitarbeiter Kritik über diesen Mitarbeiter geäußert haben. Oder wie dieser Mitarbeiter im Team wahrgenommen wird. Wird das positive Merkmal tatsächlich von allen als „positives Merkmal“ gesehen? Wann könnte es eher störend wirken?

 



 

Fehler Nr. 2: Der Mistgabel-Effekt


Ein negatives Merkmal des Mitarbeiters überstrahlt alles andere


Nun konzentriert sich der Fokus allein auf die Schwächen oder eine besondere Schwäche des Mitarbeiters. Es wird fast ausschließlich wahrgenommen, was negativ ist und stört.


Tipps, wie Sie diesen Fehler unterlassen können

  • Überprüfen Sie Ihre Glaubenssätze. Tut der Mitarbeiter etwas bzw. verhält er sich in einer Weise, durch das er gegen Ihre inneren Werte verstößt? Was konkret stört Sie an dieser Schwäche? Warum wird Sie von Ihnen so überbewertet?
  • Listen Sie auf, was er gut kann. Konzentrieren Sie sich auf die Stärken des Mitarbeiters. Schaffen Sie eine innere Balance.

 

 

Fehler Nr. 3: Der Vorrang- Effekt


Zeitlich neuere Informationen und erledigte Aufgaben überlagern vorangegangene


Sie beurteilen den Mitarbeiter in einem zu kurzen Zeitrahmen. Vergangene Leistungen, als auch Fehler werden ausgeblendet.


Tipps, wie Sie diesen Fehler unterlassen können

  • Erstellen Sie sich eine Time-Line, d.h. listen Sie alle Projekte, Aufgaben und delegierten Tätigkeiten auf, die der Mitarbeiter seit seiner letzten Beurteilung erledigt hat. Bewerten Sie schließlich die einzelnen Arbeiten. 
  • Machen Sie sich für die gesamte Zeitspanne bewusst, wie und auf welche Weise sich der Mitarbeiter weiterentwickelt hat.

 

 

Fehler Nr. 4: Der Kontakt-Effekt


Je mehr Kontakt zum Mitarbeiter besteht, umso positiver fällt die Mitarbeiterbewertung aus


Durch den häufigen Kontakt entsteht nicht allein Nähe. Sie nehmen den Mitarbeiter mit all seinen Fähigkeiten und Kompetenzen auch viel besser wahr. Dadurch fällt positiveres eher auf.


Tipps, wie Sie diesen Fehler unterlassen können

  • Bewerten Sie einmal die Leistungen Ihres Mitarbeiters aus den Augen Ihres Vorgesetzten, einer anderen Führungskraft oder eines Mitarbeiters, d.h. Kollegen des Mitarbeiters. 
  • Vergleichen Sie die Leistungen des Mitarbeiters mit den Leistungen eines Mitarbeiters in einer ähnlichen Position, zu dem Sie weniger Kontakt haben.

 

 

Fehler Nr. 5: Der Reue-Effekt


Gesteht der Mitarbeiter Fehler ein, zeigt er sich gar reuig, führt dies zu einer milderen Mitarbeiterbeurteilung


Durch die Reue scheint der Fehler wie „ausgebügelt“. Indem Sie jedoch das Bedauern so hoch bewerten, nehmen Sie dem Mitarbeiter die Chance, sich weiterzuentwickeln.


Tipps, wie Sie diesen Fehler unterlassen können

  • Bleiben Sie konsequent in Ihrer Bewertung.
  • Zeigen Sie die Auswirkungen des Fehlers auf. Besprechen Sie zusammen mit dem Mitarbeiter, wie er solche Fehler zukünftig unterlassen kann. Prüfen Sie, ob er über alle Ressourcen verfügt oder ob ein Coaching angebracht wäre.

Hier geht´s zu den Fehlern 6 - 10

 

Übersicht zum Download

In unserer Übersicht haben wir die wichtigsten Punkte zusammengestellt, auf die Sie bei der Mitarbeiterbeurteilung achten sollten


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