Setzen Sie unangenehme Kollegen schachmatt

6. Juni 2015

Ihre Arbeit macht Ihnen Spaß, wäre da nicht dieser Kollege, der sie Ihnen viel zu oft vermiest. Denn dieser Kollege stichelt, behandelt Sie herablassend, verärgert Sie oder tritt Ihnen gegenüber aggressiv auf. Lassen Sie sich das nicht länger gefallen. Setzen Sie unangenehme Menschen außer Gefecht.

 

Setzen Sie unangenehme Kollegen schachmatt 

Unangenehme Kollegen sollten Sie niemals unterschätzen

Oft erscheinen die Verhaltensweisen, die ein unangenehmer Kollege zeigt, als Kleinigkeiten. Sei es der zornige Blick, eine gemeine Antwort oder eine Frage, auf die er gar nicht reagiert. Es sind nur Kleinigkeiten, doch diese haben oft eine große Wirkung:

  • Es verschlägt Ihnen die Sprache.
  • Sie fühlen sich gedemütigt.
  • Sie fühlen sich behandelt, als wären Sie ein kleines Kind.
  • Sie ärgern sich.
  • Sie fühlen sich angegriffen.

 

Zusätzlich wirkt die Begegnung mit diesem unangenehmen Kollegen nach – manchmal über Stunden:

  • Sie fühlen sich plötzlich müde und ausgelaugt.
  • Sie haben plötzlich Heißhunger auf etwas Süßes, müssen eine Zigarette rauchen oder einen Kaffee trinken.
  • Sie sind ganz durcheinander.
  • Sie fühlen sich nicht mehr Wohl in Ihrer Haut.
  • Ihnen ist die Lust auf das Projekt mit diesem Kollegen vergangen.
  • Sie werden richtig wütend – meist leider auf sich selbst, weil Sie glauben, nicht richtig Paroli geboten zu haben.



  

Häufen sich Begegnungen solcher Art mit diesem Kollegen, in denen sich negative Erfahrungen wiederholen, kann es zu chronischen Reaktionen kommen:

  • Sie bekommen Kopfschmerzen, wenn Sie nur daran denken, ihn etwas fragen zu müssen.
  • Ihnen wird flau im Magen oder Sie spannen sich an, wenn der Kollege sich Ihnen nähert.
  • Sie reagieren extrem gereizt, wenn Sie mit diesem Kollegen sprechen.
  • Sie ertappen sich dabei, dass Sie allem, was Sie dieser Kollege sagt, widersprechen.

 

Klären Sie einmal für sich, auf welche Weise, Sie auf einen unangenehmen Kollegen reagieren. Unser Fragebogen: Unangenehme Menschen und deren Wirkung auf Sie unterstützt Sie dabei. Denn je besser Sie einschätzen können, ob das Verhalten eines Kollegen negative Auswirkungen auf Sie hat, umso besser und auch schneller können Sie gegensteuern.

 

5 Strategien im Umgang mit unangenehmen, unerträglichen Kollegen

 

Strategie Nr. 1: Spiegeln Sie das Verhalten des Kollegen

Eine wirkungsvolle Methode, mit der Sie Ihrem Gegenüber aufzeigen, wie sein Verhalten auf Sie wirkt ist das Spiegeln, d.h. sollte er Sie im aggressiven Ton ansprechen, antworten Sie ebenfalls aggressiv. Oder Sie schauen ihn von oben bis unten herablassend an, wenn er Ihnen gegenüber überheblich auftritt. Wenn Sie wollen – und dies ist durchaus sinnvoll -, können Sie Ihr eigenes Auftreten kurz kommentieren. „In so einem Kasernenton wenden Sie sich an mich und wundern sich, dass ich kein großes Interesse habe, mich mit Ihnen auszutauschen. Wenn Sie mit mir Ideen zur effizienteren Zusammenarbeit erörtern möchten, ändern Sie erst einmal Ihren Tonfall.“

 

Strategie Nr. 2: Konfrontieren Sie ihn direkt

Schlucken Sie Ihre Reaktion nicht hinunter. Hat Ihr Kollege etwas Hässliches, Kränkendes oder Beleidigendes über Sie geäußert, ist es wichtig, dass Sie sich nicht zum Opfer machen lassen.

  • Sagen Sie ihm unmissverständlich, welche Gefühle und Gedanken seine Bemerkung bei Ihnen hervorgerufen haben.
  • Reden Sie dabei klar und deutlich.
  • Blicken Sie ihm im in die Augen.
  • Zeigen Sie Ihre Selbstsicherheit. Indem Sie ihn auf diese Weise in die Schranken weisen, verschaffen Sie sich Respekt.

 

Strategie Nr. 3: Fragen Sie ruhig nach

So mancher Kollege fällt deshalb unangenehm auf, weil etliche seiner Aussagen einfach nur verallgemeinernd, dumm und lächerlich sind. Statt diese zu ignorieren oder im Raum stehen zu lassen, machen Sie es sich zur Gewohnheit, solche Meinungsäußerungen und Kommentare zu hinterfragen. Haken Sie also gezielt nach.

Am besten gelingt dies mit dem geschlossenen Fragetypus, d.h. Fragen, die als Antwort nur ein „Ja“ oder „Nein“ zulassen, weil Ihr Kollege so nicht mit einem weiteren Schwall dummer Kommentare aufwarten kann.

 

Beispiel:

„Das Meeting war wieder einmal langweilig. Deine Quartalsausführung haben mich nur zum Gähnen verleitet.“

Hinterfragen Sie:

„Tatsächlich? War wirklich das gesamte Meeting so langweilig? War nicht gerade der Besprechungspunkt Überstundenausgleich von besonderem Interesse für dich?“

„Hast du nicht gerade durch die Quartalsausführungen erfahren können, welche Verkaufsquoten du zukünftig erbringen musst?“

„Hast du dir nicht bei den Tipps zur Optimierung der Verkaufsgespräche etliche Notizen gemacht?“

 

Strategie Nr. 4: Geben Sie sich sanften Rachephantasien hin

Manchmal sind Sie vielleicht einfach zu sprachlos oder die Situation ergab keine Gelegenheit Ihren Unmut zu äußern. Dennoch sollten Sie Ihre inneren Spannungen, die durch die Begegnung mit diesem Kollegen entstanden ist, abbauen. Dafür dürfen Sie für eine Weile in Rachephantasien schwelgen – allerdings wirklich nur Rachephantasien, die im Reich Ihrer Gedankenwelt bleiben.

Stellen Sie sich vor, wie der Kollege in eine schwierige und prekäre Lage gerät. Malen Sie sich aus, wie ihn alle auslachen und seine Argumente zerpflücken. Alternativ können Sie auch auf ein Blatt Papier eine Fratze malen, die diesen Kollegen darstellt. Streichen Sie diese Fratze durch. Setzen Sie ihr Hörner auf. Geben Sie ihr Vampirzähne. Zerreißen Sie schließlich das Blatt Papier in tausend Stücke, Wenn Sie wollen, können Sie bevor Sie es zerreißen, auch erst noch eine Weile auf ihm herumtrampeln.

 

Strategie Nr. 5: Distanzieren Sie sich

Reduzieren Sie die Beziehung zu diesem Kollegen auf das Allernotwendigste. Wenn es sich um einen Kollegen, aus einem anderen Team oder einer anderen Abteilung handelt, mit dem Sie nicht zusammenarbeiten müssen, können Sie den Kontakt auch ganz abbrechen. Sie sind nicht verpflichtet, zu grüßen oder sich mit ihm zu unterhalten. Lassen Sie diesen Kollegen in jedem Falle sowohl mental, als auch auf der realen Ebene los und kümmern Sie sich nicht länger darum, wie er sich verhält oder was er tut.

 

Kommentare

Der unangenehme Kollege

Man stelle sich vor, alle würden die Ratschläge umsetzen... welch unangenehme Kollegialität

naja

also ich glaube mit diesen Methoden schießen sich die meisten "Opfer" selber ab...
Erstmal muss das eigene Empfinden gegenüber dem vermeintlichen Aggressor der Realität entsprechen, dass ist ja all zu oft gar nicht der Fall. Ist es doch der Fall dann sollte man sich auch bewusst sein, dass man den Krieg auch verlieren kann, der hier von der "Ratgeberin" empfohlen wird. Brauch man wirklich Krieg, kann man ihn selber durchziehen, hat man genug Sympathien auf seiner Seite oder steht man alleine da weil man vielleicht sogar in Unrecht ist... manchmal ist es das beste Unrat vorbeischwimmen zu lassen...

Hallo, wie denn z.B.? Der

Hallo,

wie denn z.B.?
Der Kellege/die Kollegin muß dies am Ende auch wirklich verstehen was man meint.

Bewusstmachen und abgrenzen

Lieber Gast,

danke für Ihr ausführliches Feedback.
Sie haben Recht. Das Spiegeln dient zur Abgrenzung. Sie setzen Grenzen "So nicht - und nicht weiter". Und in diesem Moment darf es dann ruhig im gleichen Tonfall des unangenehmen Kollegen sein.

Gleichzeitig halten Sie dem anderen wirklich einen "Spiegel" vor, sprich, Sie zeigen ihm, wie Sie gerade sein Verhalten und Auftreten wahrnehmen. Denn oftmals haben unangenehme Kollegen ja auch ein völlig anderes Selbstbild und können nicht nachvollziehen, warum es Spannungen gibt. Manches Mal kann dies zu einer Auflösung führen - und falls nicht, hilft es Distanz zu wahren, ohne die Rachefantasien als "verdeckte Maßnahmen" auszuleben. Denn dann, da gebe ich Ihnen Recht, wird wenig aus der inneren Stärke agiert.
Gruß, Brigitte Miller

Ansichtssache

Ich sehe es anders!
Wenn man die Situation spiegelt zeigt man dem anderen das du das nicht mit dir so machen lässt,
und du Selbstbewusstsein hast. Das macht er dann bestimmt nicht mehr bei dir,da du im zeigst dad du über ihm stehst!
Suchst du andere Möglichkeiten in später zu diskreditieren befindest du dich in der Opferrolle und ergreifst Maßnahmen die unterstes Niveau sind und Schwäche zeigen indem du der Situation nicht gewachsen bist und nun "verdeckt" operierst um DEINEN verletzten Selbstwert mit etwas Balsam zu befriedigen.
Sorr, aber ich finde so ein Verhalten traurig,da feige und verlogen (sich selbst gegenüber).

Ihr Kommentar

Lieber Gast, vielen Dank für Ihre Rückmeldung zu unserem Artikel.
Wir freuen uns sehr über konkrete Vorschläge von Ihnen, die wir, wenn wir das dürfen, auch gerne in den Artikel aufnehmen.
Ich freue mich auf Ihre Antwort,
herzliche Grüße
Ulla Schneider
Geschäftsleiterin Business-Netz.com

Nicht zu empfehlenende Strategie

Ich finde diese Ratschläge persönlich sehr unangemessen. Bei einer Spieglung des Verhaltens begibt man sich auf das gleiche Niveau. Man sollte überlegen wie man am Ende selber dastehen möchte. Man kann solchen Menschen auch anders begegnen und diese damit diskreditieren.

Nummer 4 ist sehr lustig :D

Nummer 4 ist sehr lustig :D

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