Probleme und Konflikte im Team lösen: Die Stolperstein-Methode setzt Ideen frei

16. Januar 2013

Probleme und Konflikte im Team lösen: Von der Blockade zur Lösung gelangen

Jedes Team kennt sie: Probleme und Konflikte. Umso wichtiger ist es, dass jedes Team mit unterschiedlichen Methoden zur Konfliktbewältigung im Team ausgestattet wird. Denn unterschiedliche Probleme und/oder Konflikte im Team benötigen auch unterschiedliche Konfliktlösungsstrategien, damit die Lösungen auch wirklich und nachhaltig greifen können. Eine solche Strategie, die sich zur Konfliktbewältigung im Team anbietet, ist die Stolperstein-Methode.

 

Mit Hilfe der Stolperstein-Methode werden die Probleme und Konflikte im Team visuell erfasst. Dabei werden das Problem und/oder der Konflikt als Stolperstein dargestellt – und zwar Stein für Stein die einzelnen Aspekte des Problems, bis es einer Mauer gleich an der Pinnwand visuell für das Team erkennbar ist. Durch diese visuelle Darstellung gelingt es leichter, Stolpersteine – also Hindernisse – zu erkennen, an denen das Team für die Lösung ansetzen kann. Und genau dies ist das Ziel: Von der Blockade zur Lösung zu gelangen.

 

Probleme und Konflikte im Team lösen: Schritt für Schritt mit der Stolperstein-Methode

Um die Stolperstein-Methode durchführen zu können, benötigen Sie mindestens eine Pinnwand – optimaler sind zwei Pinnwände -, als auch Moderationskarten in Form von Rechteck-Karten, die ja allein durch deren Umriss an einen Stolperstein erinnern. Reservieren Sie sich für die Durchführung eine Stunde, damit in Ruhe mit dem Team das Problem besprochen und gelöst werden kann.



 

Schritt 1: Benennen Sie das Problem oder den Konflikt

Notieren Sie als Moderator das Problem oder den Konflikt als prägnante Überschrift oben auf dem Pinnwand-Bogen. Dies dient der Fokussierung.

 

Schritt 2: Die Stolpersteine werden benannt

Bitten Sie nun jedes einzelne Teammitglied die Aspekte zu benennen, aus denen sich für ihn das Problem oder der Konflikt zusammensetzt – die Stolpersteine. Verteilen Sie hierfür ausreichend Moderationskarten, damit jeder Mitarbeiter seine Aspekte notieren kann. Auf einer Moderationskarte wird stets nur ein Aspekt notiert. Fordern Sie die Mitarbeiter auf, ihre beschrifteten Moderationskarten an die Pinnwand zu heften - auch doppelte Nennungen desselben Aspekts.

 

Beispiel: Das Leistungsniveau im Team ist deutlich abgerutscht – erste Stolpersteine

Die Stolpersteine werden benannt

Schritt 3: Eine Stolperstein-Mauer bilden

Fordern Sie die Mitarbeiter auf, aus den Stolpersteinen eine Mauer zu bilden (Hinweis: Doppelte Nennungen werden jetzt natürlich nur einmal verwendet). Ziel ist es, dass sich die Mitarbeiter darüber bewusst werden, welche Aspekte wie miteinander zusammenhängen und/oder aufeinander aufbauen. Dadurch können Lösungsansätze gefunden werden, mit denen das Problem schneller aufgelöst werden kann.

 

Beispiel: Das Leistungsniveau im Team ist deutlich abgerutscht – Zusammenhänge darstellen

eine Stolperstein-Mauer bilden


Schritt 4: Einfluss bestimmen

Eine Mauer – und somit auch die Mauer der Stolpersteine - kann an verschiedenen Stellen zu Fall gebracht werden. Es muss nicht immer die unterste Reihe sein, es kann auch in der Mitte mit dem Abriss – also der Suche nach einer Lösungsstrategie - begonnen werden. Verankern Sie dies im Bewusstsein Ihrer Mitarbeiter. Denn die Lösungsstrategie, die gewählt wird, muss das Team alleine bewältigen können. Nur so gelangt es zu einer Handlungsfreiheit.

 

Bitten Sie deshalb das Team die Stolpersteine auszuwählen, auf die das Team wirklich Einfluss hat. Entfernen Sie diese aus der Problemmauer. Kleben Sie jeden einzelnen Stolperstein untereinander auf eine freie Stelle der Pinnwand. Zwischen diesen sollte ausreichend Platz für die Sammlung von Ideen sein.

 

Schritt 5: Lösungsideen freisetzen

Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter bei der Lösungsfindung. Stellen Sie Fragen, die Ideen freisetzen, wie dieser Stolperstein aufgelöst werden kann:

  • Welche Möglichkeiten hat das Team, um beispielsweise fehlende Absprachen zu verhindern?
  • Was wäre eine Möglichkeit, an die Sie bisher nicht gedacht haben?
  • Woran würden Sie alle erkennen, dass Sie eine gute Lösung gefunden haben?
  • Was sind aus Ihrer Sicht Eigenschaften einer guten Problembewältigung bzw. Konfliktbewältigung?
  • Welche Kriterien müsste Ihre Lösung erfüllen, damit diese für Sie eine erfolgreiche Lösung wäre?
  • Angenommen, Sie hätten eine gute Idee für eine Lösung gefunden: Was müssten Sie alle aktiv tun, um diese Lösung wieder zu sabotieren?
  • Angenommen, Sie hätten eine gute Idee für eine Lösung gefunden: Was müssten Sie alle aktiv tun, damit diese Lösung realisiert werden kann?

 

Schreiben Sie alle Ideen neben den jeweiligen Stolperstein. Wiederholen Sie diese Ideenfreisetzung für jeden Stolperstein, der ausgewählt wurde. Bitten Sie das Team, die Idee bzw. die Ideen auszuwählen, die zur Lösung des Problems genutzt werden sollen.

 

Beispiel: Das Leistungsniveau im Team ist deutlich abgerutscht – Lösungsideen freisetzen:

Realisierungsschritte festlegen                                                           

Schritt 6: Realisierungsschritte festlegen

Listen Sie gemeinsam mit dem Team auf, welche Schritte zur Realisierung der einzelnen Ideen unternommen werden sollen. Dabei sollte präzise benannt werden,

  • welche Schritte bis wann zu erledigen sind.
  • wer für die Realisierung verantwortlich ist.
  • wie die Ergebnisse kontrolliert werden.
  • welche Ressourcen für die Realisierung aktiviert werden.
  • wie sichergestellt wird, dass diese Lösung als Standard im Team übernommen wird.
  • wie der Erfolg gemeinsam gefeiert wird.

 

Schritt 7: Verbleibende Stolpersteine hinterfragen

Oftmals bleiben ein, zwei oder mehrere Stolpersteine in der Problemmauer bestehen, weil diese außerhalb des Einflusses des Teams liegen. Sprechen Sie diese ruhig im Anschluss an die Lösungsfindung an. Diskutieren Sie mit Ihrem Team,

  • wie dieses besser mit diesen Stolpersteinen umgehen könnte. Beispielsweise den Frust im Team zu verbalisieren.
  • ob es nicht doch einen gewissen Einfluss auf diesen Stolperstein nehmen kann. Beispielsweise der Geschäftsleitung mitzuteilen, welche Kriterien die Vorgaben erfüllen sollten, damit es zu keinen Missverständnissen bei der Umsetzung kommen kann.

 

Verankern Sie durch diese Diskussion, dass zwar nicht jeder Stolperstein aktiv vom Team aufgelöst werden kann, dass aber bei jedem Stolperstein ein gewisser Einfluss, wenn vielleicht auch ein geringer, besteht. Und dieser sollte genutzt werden, um die eigene Motivation auf einem hohen Niveau halten zu können. 

Kommentare

Interessanter Ansatz

Cooler Ansatz. Ich finde, Probleme aufzuschreiben und visuell darzustellen hilfreich. Erstens hat man so eine konkrete Übersicht und fühlt sich nicht mehr überfordert. Zweitens wird so die Kreativität angesprochen, die einem bei der Generierung von Ideen zur Problemlösung weiterhilft.Eine weitere spaßige Art, die Kommunikation und die kooperative Problemlösungsfähigkeit in einer Gruppe zu steigern, sind Escape Room Spiele. Sie fördern die offene Kommunikation und werden deshalb gerne als Firmenevent eingesetzt.

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