Wie der Geruch den ersten Eindruck beeinflusst

11. Oktober 2017

Der erste Eindruck zählt. Das ist nicht nur eine weit verbreitete Annahme im Alltag und im Berufsleben, sondern tatsächlich wissenschaftlich belegt. Wer auf unbekannte Personen trifft, bildet sich innerhalb von wenigen Sekunden eine Meinung über die Person, bewusst wie unbewusst. Studien zeigen, dass dieser Eindruck im Nachhinein nur schwer zu verändern ist.

 

© Flickr Handshake - 2 men Flazingo Photos CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

 

Bewertung einer Person innerhalb weniger Sekunden

Noch bevor Sie ein Gespräch mit Ihrem Gegenüber beginnen, haben Sie die Person schon anhand verschiedener Kriterien eingeschätzt und beurteilt. Wenige Millisekunden sind dabei ausreichend, damit sich Ihr Unterbewusstsein aufgrund von Aussehen, Kleidung und Körpersprache ein Bild von der Person macht und diese bewertet.

 

Dass es bei der Bewertung einer Person kaum einen Unterschied macht, ob man sein Urteil intuitiv innerhalb weniger Sekunden oder erst nach einem halbstündigen Gespräch trifft, zeigt eine Studie der Princeton University. Laut den US-amerikanischen Forschern Janine Willis und Alexander Todorov ändert sich nämlich auch bei längerer Zeit nicht das Urteil über die Person, sondern nur die Sicherheit, mit der man es fällt.



 

Forscher der Universität Cornell untersuchten dieses Phänomen näher. In einem Experiment zeigten sie 55 Probanden Bilder von Frauen, die entweder einen neutralen Gesichtsausdruck hatten oder lachten. Die Versuchspersonen sollten die Gesichter dann nicht nur als sympathisch oder unsympathisch kategorisieren, sondern auch einschätzen, wie sie die Persönlichkeit der Frauen empfinden. Nach ein paar Monaten trafen sich die Probanden persönlich mit den Frauen, ohne dass ihnen bewusst war, dass sie diese anhand der Fotos bewertet hatten. Nach der Interaktion sollten sie erneut die Persönlichkeit der Frauen beurteilen. Die Auswertung der Antworten zeigte deutliche Übereinstimmungen in der Einschätzung durch die Teilnehmer: Haben sie die Frau auf dem Foto als sympathisch und offen eingeschätzt, so wurde dieser Eindruck in der persönlichen Interaktion gefestigt. Gleiches gilt für einen negativen ersten Eindruck.

 

Olfaktorische Botschaften in der sozialen Interaktion

Den Einfluss des ersten Eindrucks auf die Beziehung zu einem Menschen sollten Sie also nicht unterschätzen – vor allem im Berufsleben. Dass sowohl der Händedruck als auch der Blickkontakt bei der Beurteilung von Personen wichtig sind, ist kein Geheimnis, denn mit ihnen beginnt in unserem Kulturkreis fast jede soziale Interaktion. Ein fester Händedruck verstärkt die positive Wirkung einer Person, während der Augenkontakt Interesse signalisiert. Anstarren sollten Sie jedoch Ihr Gegenüber auch nicht. Forscher des University College London fanden kürzlich heraus, dass der Blickkontakt nicht länger als 3,2 Sekunden dauern sollte, denn danach stellte sich bei den Probanden Unbehagen ein.

 

Doch auch der Geruch ist für den ersten Eindruck ausschlaggebend, denn Düfte beeinflussen Ihre Wahrnehmung mehr, als Sie es zunächst vermuten würden. Ein Duft erreicht das limbische System im Gehirn, lange bevor der Mensch diesen überhaupt bewusst wahrnimmt. Jedes Lebewesen sondert nämlich kleine Duftmoleküle ab, die durch das Einatmen den Weg zur Riechschleimhaut finden. Die Rezeptoren erkennen die Moleküle und lösen einen Reiz aus, der im Gehirn weiterverarbeitet wird und bestimmte Reaktionen in Gang setzt. Relevant für den ersten Eindruck sind vor allem die Gerüche, die der Körper über den Schweiß abgibt. Pheromone und Soziohormone senden Botschaften aus, die das Gehirn Ihres Gegenübers zu Informationen weiterverarbeitet. Durch das Pheromon Androstenol beispielsweise werden Menschen als intelligenter, vertrauenswürdiger und freundlicher wahrgenommen.

 

Übermäßiger Schweißgeruch hingegen trübt den ersten Eindruck merklich. Die Assoziationen, die jemand mit einem bestimmten Geruch verbindet, lassen sich zwar nicht steuern, doch mit dem richtigen Duft können Sie ein persönliches Statement setzen. Generell sollten Sie Düfte auswählen, die nicht zu schwer oder zu süßlich sind, damit Sie weiterhin als souverän und dynamisch wahrgenommen werden. Parfüms mit Zitrus- und Holznoten, wie es beispielsweise bei den Kompositionen von Kenzo der Fall ist, unterstützen Ihre positive Wirkung auf die Menschen in Ihrem Umfeld. Außerdem sind ein gepflegtes Erscheinungsbild und die richtige Körperhaltung wichtig.

 

Der erste Eindruck zählt, der letzte bleibt. In diesem Podcast verrät Ihnen Heike Holz, von welchen Faktoren die gute Chemie zwischen Ihnen und Ihrem Gesprächspartners abhängig ist. mehr
Wir alle besitzen Wertvorstellungen – die sich allerdings durchaus unterschiedliche Ausprägungen besitzen können. Werte geben uns nicht nur eine Orientierung, wie wir uns selbst in Beziehung zu anderen verhalten wollen und sollen, sie bestimmen auch... mehr
Fehler sind menschlich. Doch in einem Vorstellungsgespräch tödlich. Erfahren Sie jetzt, welche 10 Fehler Ihnen im Vorstellungsgespräch nicht unterlaufen sollten. mehr
Hält Ihr Unternehmen beim ersten Besuch das, was es in seiner Außendarstellung verspricht? Wechseln Sie einmal die Perspektive und entdecken Sie Ihren Betrieb durch die Brille Ihrer Gäste. mehr
Vor lauter Angst sich zu irren versuchen wir immer, Recht zu haben. Doch irren ist menschlich und durchaus positiv. 3 Gründe, warum dies so ist. mehr