Möchten Sie gern gesehene Weihnachtspost schreiben?

4. Dezember 2015

Gastbeitrag von Kerstin Boll

 

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Ihre Weihnachtskarte kann die Beziehung zu Ihrem Kunden stärken. Oder sie kann ihn verstimmen. Treffen Sie Ihre Entscheidung.

 

Mit Ihrer Post können Sie einen geheimen, aber starken Wunsch erfüllen

 

In vielen Unternehmen geht es schon im Herbst los: Führungskräfte und Mitarbeiter unterschreiben Hunderte von Weihnachtskarten. Keiner hat Spaß daran. Wie immer ist die Zeit knapp.

Weshalb eigentlich unterziehen wir uns im Kollektiv dieser Übung? Wie sinnvoll ist sie?

 

Mit einer Standard-Karte sagen Sie Ihrem Kunden ...

Seit zehn Jahren bin ich Kundin bei einer Versicherungsagentur. Zweimal im Jahr bekomme ich Post: einmal zum Geburtstag, einmal zu Weihnachten. Ohne den Umschlag zu öffnen, kann ich Ihnen den Text aufsagen – weshalb die Karte direkt in den Papierkorb wandert.

 

Die Agentur ist erfolgreich. Vermutlich stellt die Assistentin jeden Monat 150 Geburtstagskarten fertig. Zu Weihnachten organisiert sie einen Massenausstoß von 2.000 Stück. Ich bin eine Nummer dazwischen. Wenn ich Weihnachtspost bekomme, weiß ich, dass jemand versucht, seine Pflicht zu erfüllen. Keiner hat mich gesehen. Keiner wünscht mir ernsthaft schöne Feiertage.

 

Für die Agentur bin ich eine kleine Kundin, ziemlich unbedeutend, um genau zu sein. Das macht nichts. Aber muss es sein, mich zweimal im Jahr so direkt mit der Nase darauf zu stoßen?



  

Mit Ihrer Post können Sie einen geheimen, aber starken Wunsch erfüllen

Karten gehören so selbstverständlich zu Weihnachten wie der Stau zum Hamburger Elbtunnel. Beides braucht eine Veränderung, finde ich.

 

Wobei – im Vergleich zur Hamburger Verkehrsführung ist das Problem mit den Karten leicht zu lösen. Im Grunde ist es sogar sehr einfach. Eine Kundin von mir hat es auf den Punkt gebracht: Der Zeitgeist huldigt der Selbstverwirklichung. Für die meisten liegt der Bezug auf dem „Ich“. Für Selbstlosigkeit und Zuwendung ist deshalb wenig Platz – und umso größer ist die Sehnsucht danach.

 

Alle reden, alle wollen gehört werden. Kaum einer nimmt Anteil. So ist am Ende jeder mit sich alleine.

 

Vier alternative Textvorschläge

Mit Ihrer Weihnachtspost können Sie das Muster durchbrechen. Das Zauberwort heißt Zuwendung. Überlegen Sie doch einmal, was Sie mit Ihrem Kunden verbindet:

 

  Worüber haben Sie im vergangenen Jahr gemeinsam gelacht?
„... mit Ihrer Bemerkung über …. haben Sie mich sehr zum Lachen gebracht. Ich habe noch ein paar Mal geschmunzelt …“
     
 

Vielleicht hat Ihr Kunde einen Satz fallen lassen, der Sie bis jetzt inspiriert?
„Einmal haben Sie gesagt: … Ich glaube, für Sie war es ein Nebensatz. Mir ist er hängen geblieben. Vielen Dank dafür, er hat mich zum Nachdenken angeregt.“

     
  Welche privaten oder beruflichen Ziele stehen für Ihren Kunden im nächsten Jahr an?
„... Sie hatten mir erzählt, dass Sie im nächsten Jahr … Ich wünsche Ihnen das Beste: Ein gutes Händchen (… verlässliche Partner, die richtige Nase, die notwendige Geduld … ) und das Stück vom Glück, das jeder von uns brauchen kann.“
     
   Welche Hürde haben Sie gemeinsam genommen? Was haben daraus gelernt?
„... Unser Projekt XYZ hat mich sehr gefordert. Ich fand es großartig, wie Sie mir die Bälle zugespielt haben. Am Ende haben wir die Aufgabe gut in den Griff bekommen. Für meinen Teil kann ich sagen: Es hat Spaß gemacht. Und ich freue mich, wenn Sie das auch so sehen. Zugleich habe ich aus unserer Zusammenarbeit etwas mitgenommen: … Vielen Dank dafür!“

 

Was zählt: Grüße, die Nähe schaffen

Wenn die Post die Beziehung zum Kunden stärkt, ist sie ihren Aufwand wert. Wenn nicht, können Sie sie sich schenken.

 

Grundsätzlich stimmen Sie meinem Gedanken vermutlich zu. Allerdings haben die meisten von uns ein enges Zeitkorsett: 500 Karten in diesem Stil zu schreiben, schafft kaum einer.

 

Meine Lösung heißt: Weg mit der gesichtslosen Massen-Post. Setzen wir lieber auf Qualität und gestehen dem Kunden wirtschaftliche Kompetenz und Realitätssinn zu. Denn auch er weiß: Von Hundert Euro Jahresumsatz wird ein Unternehmen weder reich noch arm. Wie so oft ist weniger mehr. Schreiben Sie lieber weniger und dafür persönlich. Denn persönliche Post macht Freude und schafft Nähe. 

 

Kerstin Boll auf www.business-netz.com

 

Zur Autorin:

Kerstin Boll arbeitet seit 10 Jahren für Trainer und Coachs: stets online, stets mit Tastatur und Telefon – und zwei Fragen im Sinn: Wie finden Ihre Kunden den Weg zu Ihnen? Und: Was macht Sie für Ihren Kunden gleichermaßen interessant wie sympathisch? Zu ihrem Portfolio gehören Websites, Online-Texte und Positionierungsberatung

Mitte Dezember erscheint ihr neues Buch: „Der Website-Coach: Profi-Tipps für einen starken Website-Auftritt– das Herzstück Ihres Trainermarketings"

 

Autor: Gastbeitrag
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