Verbale Kommunikation: Hören Sie beim miteinander reden mit dem Beziehungsohr

9. September 2011

Richtig kommunizieren, besser kommunizieren: Missverständnisse in Ihrer verbalen Kommunikation minimieren


Richtig kommunizieren, besser kommunizieren

Laut dem Kommunikationspsychologen Prof. Dr. Friedemann Schulz von Thun senden und empfangen wir innerhalb eines Gespräches mit vier Botschafts-Seiten – dem Kommunikationsmodell Schulz von Thun -:

  • Die Sachinhalts-Seite
  • Die Selbstoffenbarungs-Seite
  • Die Beziehungs-Seite
  • Die Appell-Seite.

 

Diese 4 Seiten sorgen oft genug für Missverständnisse und Konflikte, weil Sie als Sender nie wissen können, auf welcher Seite Ihr Gesprächspartner – der Empfänger – Ihre Aussage hören wird. Doch auch Sie als Sender werden innerhalb des Gesprächs zum Empfänger und hören vielleicht nur auf Ihrem Lieblings-Ohr. Dadurch entstehen beim Miteinander reden viele Ebenen der Kommunikation, die für Verwirrung und Meinungsverschiedenheiten sorgen können. Um innerhalb der verbalen Kommunikation diese unterschiedlichen Ebenen besser zu erkennen und zu verstehen, sollten Sie sich für die einzelnen Botschafts-Seiten gezielt sensibilisieren – mit der folgenden Übung gelingt Ihnen dies.

 

Kommunikationstraining: Hören Sie absichtlich mit Ihrem Beziehungsohr

Diese Übung führen Sie am besten zu zweit durch. (Sollten Ihnen aus zeitlichen Gründen niemand zum Üben zur Verfügung stehen, führen Sie die Übung alleine durch, indem Sie Ihre Antworten schriftlich fixieren.) Verteilen Sie die Rollen: Wer ist der Sender? Wer der Empfänger? Der Sender hat die Aufgabe mit Aussagen, die nur einen Satz beinhalten und belanglos sind, den Empfänger anzusprechen. Der Empfänger dagegen soll diese Aussage nur mit seinem Beziehungsohr hören, d.h.

  • alles auf sich beziehen.
  • alles persönlich nehmen.
  • sich angegriffen fühlen.
  • beleidigt reagieren.
  • die Aussage als Stellungnahme zu der eigenen Person bewerten.


Beispiele:

Sender: „Das hast du aber schnell erledigt.“

Empfänger: „Jaja, schon gut, du musst mir nicht immer unter die Nase reiben, dass ich sonst zu langsam bin.“

Sender: „Und hat sich der Kunde wieder beruhigt?“

Empfänger: „Als könnte ich nicht einmal die einfachste Beschwerde zufriedenstellend lösen. Nie wird mir etwas zugetraut. Weshalb versuche ich es überhaupt noch?“

 

Üben Sie mit folgenden Aussagen – und denken Sie sich selbst welche aus:

  • „Schönes Wetter heute.“
  • „Ihr Outfit gefällt mir.“
  • „Die Präsentation war spannend.“
  • „Wann haben Sie den Bericht fertig?“
  • „Kannst du mal ans Telefon gehen?“
  • „Im Meeting warst du heute so schweigsam.“


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