Nur für Frauen: So kontern Sie schlagfertig

5. Dezember 2018

Verbalattacken oder Anzüglichkeiten müssen Sie nicht teilnahmslos hinnehmen.  Weisen Sie den Angreifer mit einer zielsicheren Antwort in die Schranken. Verschaffen Sie sich Respekt, statt in die typisch weibliche Nettigkeitsfalle zu tappen. 5 Tipps verraten Ihnen, wie Sie Ihre Schlagfertigkeit steigern.

 

Verbalattacken sind Angriffe auf Ihre Person, Ihre Fähigkeiten oder Ihr Tun. Ob Ihnen nur Ihr Kollege plötzlich im Meeting antwortet „Strengen Sie nicht Ihr schönes Köpfchen an“. Oder Ihnen vorgeworfen wird „Sie haben ja Haare auf den Zähnen“. Wenn Sie mit Schein-Schmeicheleien wie „Sie sind doch eine intelligente Frau, deshalb müssen Sie meinen Argumenten zustimmen“ mundtot gemacht werden sollen müssen Sie reagieren. All diese Verbalattacken haben eins gemeinsam: Sie kommen unerwartet und treffen Sie völlig überraschend. Kein Wunder, dass Sie oft erst einmal sprachlos sind.

 

Mit dieser Sprachlosigkeit ist ab heute Schluss. Kontern Sie. Schlagen Sie verbal zurück. Antworten Sie schnell, denn darauf kommt es bei der Schlagfertigkeit an. Sie müssen den Überraschungsmoment, den Ihr Gegenüber erzeugt, nicht nur blitzartig überwinden, sondern auch für sich nutzen. Dies gelingt, indem Sie mit einer spontanen Antwort sofort parieren.

 

Falls Sie bisher eher zu den Frauen gehörten, denen erst Stunden später die passende Erwiderung einfällt (wie es vielen anderen auch ergeht), verzagen Sie nicht: Denn Schlagfertigkeit ist erlernbar.


Techniken für Schlagfertigkeit

Schlagen Sie verbal zurück: 5 Tipps

Tipp 1: Raus aus der Nettigkeitsfalle

Rollenklischees beeinflussen auch im 21.Jahrhundert negativ das Verhalten der Frau. Eine streitende, kämpfende, schlagfertige Frau ist unattraktiv, unweiblich und charakterschwach. Eine Einstellung, die während der Sozialisation Mädchen nicht nur beigebracht wurde, sondern leider auch heute noch vielerorts gilt.

 

Bevor Sie also Ihre Schlagfertigkeit trainieren, setzen Sie sich erst einmal mit Ihrem inneren Bild des Frau-Seins auseinander:

  • Befürchten Sie als aggressiv oder zickig bezeichnet zu werden, wenn Sie schlagfertig kontern?
  • Bleiben Sie lieber stumm, als anzuecken?
  • Fragen Sie sich, was die anderen über Sie denken würden?
  • Was hält Sie davon ab, Verbalattacken mit gleichem Kaliber zurückzugeben?
  • Was würde Ihrer Meinung nach passieren, wenn Sie schlagfertig auftreten würden?
  • Wer würde Ihnen anerkennend auf die Schultern klopfen? Wer würde es Ihnen vorwerfen bzw. sich von Ihnen abwenden?

 

Ihre Antworten zeigen Ihnen Ihre inneren Glaubenssätze und die Erwartungen, die Sie an sich und Ihr Verhalten stellen. Überlegen Sie, welchen Preis Sie bisher zahlen mussten, um diesen brav zu folgen. Denn der Preis der Nettigkeitsfalle ist oftmals hoch:

  • Ihr Selbstbewusstsein leidet.
  • Sie stimmen den Herabsetzungen oder Beleidigungen stumm zu.
  • Sie lassen sich zu viel gefallen – und werfen es sich selbst noch vor.
  • Sie erhalten nicht den Respekt, der Ihnen gebührt.
  • Ihr Image und Ansehen sinkt.
  • Längerfristig werden Sie sich ausgelaugt, müde, demotiviert und unzufrieden fühlen.

 

Wandeln Sie deshalb Ihre Glaubenssätze und Erwartungen um.

 



Tipp 2: Verbalattacken erkennen

Nicht jede Verbalattacke ist als solche sofort zu erkennen. Etliche greifen Sie eher auf subtile Weise an. Achten Sie deshalb ganz gezielt auf Ihre emotionale Reaktion und nehmen Sie diese ernst. Hören Sie auf sich selbst einzureden „So schlimm war es gar nicht“ oder „Sicher hat es der andere nicht so gemeint.“ Wenn Sie sich verletzt fühlen, wurden Sie auch verletzt.

 

Checkliste zum Download

Erkennen Sie Verbalattacken mit Hilfe unsere Checkliste: Wurden Sie gerade verbal angegriffen?



Tipp 3: Bereiten Sie sich vor

Nicht jeder Kollege oder jede Kollegin wird Sie verbal attackieren. Überlegen Sie, wer in Ihrem Team oder in Ihrer Abteilung der Quertreiber ist.

  • Was ist typisch für diesen Kollegen bzw. diese Kollegin? Was ist sein liebstes Thema? In welchen Bereichen greift er/sie an?
  • Mit welchen Sprüchen und Verbalattacken greift er/sie an?
  • Wann tut er/sie dies am liebsten?

 

Tipp 4: Schätzen Sie die Situation richtig ein

Sie sollten nicht jede Verbalattacken mit harten Bandagen bekämpfen. Vielleicht wollen oder können Sie es nicht riskieren die betreffende Person – beispielsweise Ihren Vorgesetzten oder einen wichtigen Kunden – mit einer Retourantwort zu brüskieren. Nutzen Sie in solchen Situationen eher eine der weicheren Schlagfertigkeits-Techniken.

 

Tipp 5: Übung macht die Meisterin

Schlagfertig zu reagieren können Sie lernen. Damit Sie sich zu Beginn nicht zu stark unter Druck setzen und dadurch womöglich riskieren wieder sprachlos zu sein, studieren Sie mit Hilfe unserer Grafik rechts einige Antworten ein. Sie sind dann für die Überraschungs-Angriffe bestens gewappnet. Da Sie bei einigen Kollegen wissen, mit welchen Verbalattacken Sie zu rechnen haben, können Sie sich im Vorfeld Ihre Antwort zurechtlegen , aufschreiben und bei der nächsten Verbalattacke präsentieren.

 

Generell sollten Sie sich in den nächsten Wochen und Monaten ein Archiv mit Schlagfertigkeits-Antworten anlegen. Notieren Sie die Verbalattacke. Vermerken Sie Ihre Antwort, die Sie gegeben haben. Überlegen Sie sich mindestens eine weitere Erwiderung, die Sie ebenfalls schriftlich festhalten. So erhalten Sie nicht nur ein umfassendes Repertoire an schlagfertigen Antworten, sondern üben auch gleichzeitig Ihre Schlagfertigkeit. Sie werden sehen, Ihnen wird es zukünftig immer leichter fallen, blitzschnell zu kontern.

 

Hinweis:

Sollten Sie einmal müde sein oder so gestresst, dass Ihnen spontan nichts einfällt, nutzen Sie die Notfall-Schlagfertigkeits-Technik. Auf jeden verbalen Angriff antworten Sie einfach „Soso“ oder „Ach was“ oder „Was Sie nicht sagen“ oder „Wie schön für Sie“.

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