Männertricks: Fallen Sie als Frau nicht darauf rein

8. Juni 2016

Wird Ihnen von Ihren Kollegen auch häufig Ahnungslosigkeit unterstellt? Wird Ihre große weibliche Gefühlspalette provoziert, um Sie bei Diskussion in die Ecke zu drängen oder spielt der Kollege gerade seine Schein-Expertenkarte aus „Das läuft so und so, das ist doch allgemein bekannt“? Lassen Sie sich nicht ins Bockshorn jagen – denn dies sind nur einige der Tricks, mit denen Männer sich gegenüber der Konkurrenz durchzusetzen versuchen.

die 3 typischsten Männertricks


Lernen Sie jetzt  die 3 typischsten Männertricks kennen – und wie Sie als Frau dagegen aktiv werden.

 

Trick Nr. 1: Männer stellen Frauen gerne als dumm hin

Bevor sich um das Problem, die Anfrage oder die Reklamation gekümmert wird, wird Ihnen als Frau erst einmal unterstellt, dass

  • Sie keine Ahnung haben „Das kann doch gar nicht sein, dass der Computer abstürzt. Haben Sie auch das Programm korrekt gestartet?
  • der Fehler bei Ihnen selbst liegt „Sicherlich haben Sie das Gerät nicht richtig bedient.
  • Sie Schuld an dem Problem haben „Was haben Sie damit angestellt?“ oder „Wie haben Sie das denn hingekriegt?

 

Mit diesem Trick soll Ihr Einwand oder Ihre Reklamation außer Gefecht gesetzt werden. Nach dem Motto: Sie – als Frau – kann man nicht wirklich ernst nehmen. Und damit natürlich auch Ihr Problem nicht, Ihren Einwand, Ihre Reklamation, Ihren Vorschlag oder Ihre Meinung. Gleichzeitig lenkt der Mann ab. Denn plötzlich steht nicht mehr das Problem oder die Reklamation im Mittelpunkt, sondern Sie und Ihre Kompetenz, Ihre Intelligenz, Ihre Fähigkeiten und Ihr Anliegen. Mit dieser Taktik verschiebt sich der Kommunikationsschwerpunkt. Sie, als Frau beginnen sich zu rechtfertigen, statt dem Problem und Ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen.

 

Werden Sie aktiv – entlarven Sie den männlichen Trick:

  • Überwinden Sie Ihre Sprachlosigkeit – eine typische Reaktion, die Ihr Kollege anstrebt.
  • Decken Sie den Trick auf – ohne Wenn und Aber „Sie wollen mich gerade für dumm verkaufen. Da sind Sie leider an die falsche Frau geraten. Ich habe Ihnen das Computer-Problem klar beschrieben. Nun reparieren Sie es. Dafür werden Sie bezahlt.“
  • Bringen Sie die Kommunikation wieder zurück auf den Punkt. „Ich habe Sie nicht um eine Einschätzung meiner Fähigkeiten gebeten, bei der Sie übrigens völlig danebenliegen, sondern um …
  • Kontern Sie. „Sie erscheinen mir bei dem Auffinden der Ursache völlig überfordert, sonst würden Sie wohl kaum so hirnrissigen Anschuldigungen vorbringen.“

 



Trick Nr. 2: Männer schlagen gerne verbal und non-verbal um sich

Wenn Männern die Argumente ausgehen, greifen sie gerne in diese Trickkiste, die sehr vielseitig ist: Mann

  • wird laut oder schreit sogar herum.
  • schlägt mit der Faust auf den Tisch.
  • nimmt mehr Raum ein und drängt Sie dabei zurück, in dem er sich nach vorne lehnt, Ihnen mit seinem Stuhl näher rückt, seine Arme oder Beine ausbreitet.
  • spricht unspezifizierte Drohungen aus wie „Überlegen Sie sich das besser noch einmal, Frau D..“
  • stellt Sie als Frau gerne in die Emanzenecke. „Sie hassen wohl alle Männer.“ oder „Ach, Sie gehören auch zu den Emanzen, die unbedingt Recht behalten wollen.

 

Dieser Trick dient dazu,

  • Sie einzuschüchtern.
  • vom Thema und damit von seiner eigenen Sprachlosigkeit abzulenken.
  • Sie durch einen verbalen Angriff in die Defensive zu drängen.
  • Ihre Argumente durch Scheinargumente zu entkräften.
  • das weibliche anerzogene Harmoniebedürfnis zu aktivieren, um Sie zum nachgeben zu verleiten.

 

Werden Sie aktiv – entlarven Sie den männlichen Trick:

  • Nehmen Sie Ihrem Kollegen den Wind aus den Segeln. „Ihre Argumente überzeugen trotz der Lautstärke, in der Sie diese vortragen, nicht.“ oder „Wollen Sie mit Ihrem Faustschlag Ihren Argumenten mehr Nachdruck verschaffen? Leider haben Sie sich jetzt völlig umsonst körperlich verausgabt. Denn Ihre Argumente sind sachlich nicht haltbar.“  
  • Setzen Sie gerne noch eins drauf. „Ihre Reaktion hat mein Argument in keinster Weise entkräftet. Im Gegenteil. Ihre Reaktion zeigt, dass ich genau die Schwachstelle getroffen haben.
  • Kontern Sie: „Besser eine Emanze als ein Macho, der sich in Scheinargumente flüchtet.
  • Ignorieren Sie einfach diesen Trick. Und äußern Sie ein weiteres Argument, das Ihren Standpunkt stärkt.  

   

Trick Nr. 3: Männer geben sich gerne als Experte aus

Seien Sie besonders wachsam, wenn ein Mann mit Daten und Fakten auftrumpft, die als unumstößlich präsentiert werden. „Das ist so … und so…. Aus diesem Grunde ziehe ich den Schluss: Wir machen es auf diese Weise.“ Oder „Die Daten lassen nur eine Entscheidung zu. Es gibt keine Alternative.“ In solchen Momenten präsentiert sich der Mann als Experte, der souverän, selbstbewusst und mit Nachdruck seinen Standpunkt vertritt. Um diesen Expertenstatus zu untermauern, wird der Trick mit typischen Aussagen erweitert:

  • Das ist allgemein bekannt.“
  • „Die Studie des Institutes …belegt meine Schlussfolgerung.“
  • „Wie? Sie kennen diese Studie oder diese Fakten nicht?“
  • „Eigentlich sollten Sie in Ihrer Position über diese Dinge Bescheid wissen.“
  • „Dies muss ich nicht weiter erläutern. Diese Tatsache ist wohlbekannt und geläufig.“
  • „Das müssen (bzw. müssten) Sie doch wissen!“

 

Ziel ist es,

  • Sie als unwissend und inkompetent hinzustellen.
  • jeden Einwand vorbeugend zu unterdrücken. Nach dem Motto: „Ich bin der Experte und habe Recht.“
  • Sie in Ihrer Wahrnehmung, mit Ihren Einwänden und Fragen zu verunsichern.
  • Sie zum Schweigen zu bringen.
  • Sie zu blenden und so Ihre Unterstützung zu erhalten.

 

Werden Sie aktiv – entlarven Sie den männlichen Trick:

  • Hinterfragen Sie (knallhart) – gerne jeden Fakt. „Woher stammen diese Zahlen?“ oder „Wieso gelangen Sie zu dieser Schlussfolgerung?“ oder „Unter welchen Kriterien haben Sie Ihre Fakten zusammengetragen?“ oder „Wer hat Ihnen diese Fakten gegeben?
  • Fordern Sie eine Diskussion. „Ihre Schlussfolgerung möchte ich gerne im Team diskutieren.“ oder „Mir fallen spontan zwei weitere Alternativen ein. In einer Kreativitätssitzung werden wir sicherlich weitere Ideen freisetzen, statt uns auf ´keine Alternative` einzuschwören.
  • Seien Sie selbstbewusst und mutig. Stehen Sie zu Ihrer Unwissenheit. „Nein, das wusste ich nicht. Erläutern Sie doch bitte diesen Fakt in verständlichen Worten.“ oder „Ich kenne es nicht, somit ist diese Studie nicht allgemein bekannt. Fassen Sie diese bitte in einigen Stichworten zusammen.

 

Bereiten Sie sich auf Meetings oder Gespräche ruhig vor. Gerade wenn Sie wissen, dass Ihr Kollege gerne den Experten-Trick einsetzt, stärkt es Ihr Auftreten, wenn Sie sich vorab informieren. Zeigen Sie selbst Expertisen.

 

Kommentare

Unnötiges Gegendere

Ich kenne Taktik Nummer Zwei eigentlich nur von Frauen. Mir ist in meinen 12 Jahren im Berufsleben
als Freiberufler (-> viele unterschiedliche Kundenbüros, Bürogemeinschaften...) nur selten ein Mann mit dieser "Taktik" untergekommen. Frauengeschrei höre ich leider häufig. Von wegen "weibliches Harmoniebedürfnis"...damit ist wohl eher das Bedürfnis, gemocht zu werden, gemeint.

Hallo, das ist ziemlicher

Hallo,
das ist ziemlicher Mist. Aber bevor man hier von "Männertricks" und "entlarven" spricht sollte man bedenken das die hier beschriebenen Verhaltensweisen meistens nicht "Frau bezogen" sind.
Wenn meine Kolleginnen nach diesen Empfehlungen reagieren würden machten sie sich lächerlich. Bei uns wird nicht zwischen Mann und Frau unterschieden weil die Frauen sich fast genauso wie die Männer verhalten. Wenn einer rumschreit wird er einfach übergangen oder gekontert. Wenn die fachlichen Fähigkeiten in Frage gestellt werden zeigt man seinem Gegenüber das man es doch drauf hat...

Frauen wollen gleich behandelt werden, dann sollten sie sich vielleicht auch mal gleich verhalten...

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